“Unheimlich glücklich über sub 45 10 km Bestzeit”

Bericht von Christopher's neuer 10 km Bestzeit

Bericht von Christopher’s neuer 10 km Bestzeit Foto: Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de

Christopher ist “unheimlich glücklich über seine neue 10 km Bestzeit von 43:59“. Im Bonner Silvesterlauf hat er trotz “Startschwierigkeiten” vor dem 10 km Lauf eine neue Bestzeit aufgestellt. Und das obwohl er “das Maximum nicht abgerufen hat“. Die letzten 7 Monate hat Christopher nach der Running Willi Methode trainiert. Den Erfahrungsbericht von Christopher möchte ich dir zeigen. Ich möchte keine zusätzlichen Worte hier dazuschreiben. Denn der Bericht sagt mehr als tausend Worte. Christopher, gratuliere dir zu dieser tollen 10 km Bestzeit!“. Und danke, dass du dir die Zeit genommen hast mir zu schreiben.

Christophers Weg zur neuen 10 km Bestzeit

Hallo Willi,

erstmal ein herzliches gutes neues Jahr dir und deiner Familie!

Hier mal ein kurzer Bericht von mir vom Bonner 10km Lauf. Kurze Vorgeschichte ich hab insbesondere die letzten 7 Monate im “Running Willi Bereich” trainiert. Erst in dem letzten Monat hab ich die SB einheiten bei max. 10% zusätzlich aufgenommen. Gestartet bin ich beim Bonner Silvesterlauf.

Die Anreise verlief schon alles andere als unstressig, Immerhin das Essen bestehend aus Bananen und viel Wasser lief um 10 Uhr wie geplant ab, aber ich hätte fast den einzigen Regionalzug noch verpasst, der von Düsseldorf nach Bonn fuhr. Um 11:55 kam ich mit dem Zug an um 12.15 Uhr traf ich etwas verschwitzt einer Gruppe von Kollegen um nach einem Fototermin um 13 Uhr zu starten.

Als ich dann um 12.30 die Anmeldesachen abholte um nicht danach noch lange warten zu müssen Problem: Keine Aufbewahrungsstelle in Sicht. Es gab keine!!! Meine ganzen Sachen hinlegen war nicht möglich, da ich schon alle Knaller und Sekt mit dabei hatte, um noch nach dem Rennen gleich weiterfahren zu können.

Also um 12.40 Uhr noch schnell zum Auto von einem Kollegen und schnell inklusive Einlaufen wieder zurücklaufen, angekommen 4 Minuten bis zum Start. Diesmal wollte ich endlich mal eine bessere Zeit laufen. Doch bei den stressigen letzten zwei Stunden waren ir auch Zweifel gekommen. Immerhin hatte ich auch noch bis zum Tag vorher Tempoläufe (insgesamt etwa 30 Minuten) in der Weihnachtswoche laut deinen Pulsempfehlungen trainiert. Ob das zu viel so kurz vor dem Rennen gewesen war?

Die Sekunden wurden für die 800 Läufer heruntergezählt, 8 Grad Temperatur, ich in den kurzen Shorts und dem Ministerium T-Shirt, ob das wirklich die richtige Kleidung war? Endlich ging es los. Heute hatte ich zum ersten Mal auch beim Wettkampf den Pulsmesser zur Kontrolle dabei. Grundsätzlich hatte ich bei früher längeren Läufen ohne die Running Willi Methode den Pulsmesser an den Nagel gehängt gehabt. Denn was bringt es wenn man nach 20 Minuten dauernd eine zu hohen Puls hat, weil man mit 160 losgelaufen ist und dann schon nicht mehr kann? Nach den Monaten auf dem Niedrigpulstraining kann ich aber sagen dass ich jedenfalls den Pulsbereich 165-170 fast schon zu gut im Griff hatte.

Im niedrigen Pulsbereich fällt mir das weitaus schwerer – als ich die ersten zwei Kilometer immer wieder auf die Pulsuhr und die Geschwindigkeit guckte wunderte ich mich. Okay – flache Strecke und milde Temperaturen, aber über 11km/h und keine Anstrengung zu spüren? Puls bei 155? Das konnte ein guter Wettkampf werden. Ich lief die ersten zwei Kilometer eher unstetig. Einerseits wollte ich mich erst noch zurückhalten aber mir gleichzeitig Platz schaffen – nichts ist blöder als Freundesgruppen die zu viert dann parallel laufen nicht erkennen, dass sie damit alle schnelleren Läufer hinter sich ausbremsen!!!

Aber gut, nach dem zweiten Kilometer wurde es schon besser, die Geschwindigkeit konnte ich gut auf etwas mehr als 13km/h erhöhen, das hatte ich mir als Ziel vorgenommen. Gleichzeitig achtete ich aber genau auf den Puls, denn ich hatte keine Ahnung, ob er nicht doch wie aus früheren Zeiten und auch grade aus Halbmarathonerfahrung heraus wieder Purzelbäume nach oben veranstalten würde und das Rennen nach 4km gelaufen sein könnte. Aber ja!

Die ersten Kilometer lief ich stetig zwischen Puls 165-166, mein Körper machte die Geschwindigkeit anstandslos mit, Eigentlich weiß ich ja nicht wo meine tatsächliche Grenze zum anaeroben Bereich war, aber ich dachte wenn ich nicht über 170 gehen würde, käme ich schon nicht in diesen Bereich, wobei man ja eigentlich den 10km Lauf sogar leicht ÜBER und nicht unter/an der Grenze laufen soll. Eine Spiroergometrie würde helfen, ich weis, steht ganz oben auf der Liste!

Was mir auffiel ist, dass ich jedenfalls mit dem Messer erkennen konnte wenn ich zu langsam oder zu schnell wurde, dadurch konnte ich immer wieder leicht dagegen halten wenn die Geschwindigkeit unter 11 km/h zu fallen drohte. Gleichzeitig natürlich trotzdem unsicher, was tun jetzt bei diesem blöden Wind? Was tun wenns jetzt nach oben geht?? Noch stärker dagegen halten und eine Pulsexplosion riskieren? Oder doch langsamer und Die Zielzeit entkommen lassen?

Aber zum Glück ging es nicht zu steil hinauf ich und entschied mich auf die subjektive Kraftanstrengung neben dem Puls zu setzen. Meine Schuhe, die Adidas Supernova 12 waren auf Schotter und Teer ein guter Begleiter. Denn die Strecke war relativ flach, sodass eine relativ konstanter Puls auch realistisch war (einen etwas steileren Anstieg und Abfall vom Sommernachtslauf in Bonn haben sie wohl ersetzt). Allerdings gab es auch scharfe Kurven, ohne dass ich dabei ausgerutscht bin (trotz hoher Geschwindigkeit in der Kurve)^^

Das letzte Drittel brach an, endlich liefen alle relativ vereinzelt, das Feld hatte sich aufgelöst. Ich spürte, dass ich heute ziemlich gut atmen konnte. Was ich beim Essener 10km Berg- und Tallauf erlebt hatte, trat diesmal nicht ein: Kein Erschöpfungsgefühl und ein erbittertes Anrennen gegen die langsame Geschwindigkeit am 1km langen steilen Hang um danach wieder erschöpft herunterzurollen.

Im Gegenteil, der Push zum „yeah“, das konnte heute was werden mit der Zeit wenn nicht noch ein blöder Anstieg auf die letzten zwei Kilometer kommen würde. Das Gefühl, stetig und konstant tief atmen zu können ohne am Leistungslimit zu sein, Puls 169/170.

Die letzten zwei Kilometer führten den selben Weg zurück wie die ersten zwei Kilometer am Anfang. Ich steigerte langsam noch etwas die Geschwindigkeit auf 13,5 Puls 172, 173,, na ja jetzt bekam ich wieder etwas Sorgen, den Körper bei 8,5km zu überlasten. Also nahm ich die Geschwindigkeit wieder etwas raus. War ich schon im anaeroben Bereich? Eine Spiroergometrie würde….egal.

Die zwei Kilometer ziehen sich bei dieser Strecke, da es eine lange sehr flache Kurve ist, bei der sich die Landschaft am Rhein kaum ändert. Die letzten 300 Meter lief ich trotzdem strahlend und froh. Meine Uhr hatte mir bereits bei 7 km in meiner Erinnerung 29 minuten angezeigt, jetzt waren es 43minuten, so langsam konnte ich nicht mehr werden dass ich noch unter 45 landen würde. Keine Überholmanöver auf den letzten Meter mehr, ich ließ den Läufer den ich auf den letzten Kilometer eingeholt hatte vor mir ins Ziel.. Nichts finde ich schlimmer als noch auf den letzten 100 Metern durchzustarten und den Zuschauern zeigen zu müssen, dass man noch die Läufer hinter denen man hinterherrannte „locker“ überholt.

Im Ziel Müsliriegel, Apfelsaft, Kollege gesprochen, etwas erschöpft aber unheimlich glücklich, unter 45! Und gleichzeitig das Gefühl noch irgendwie das Maximum nicht abgerufen zu haben.

Wie genau die Nettozeit sein sollte habe ich dann erst um 23 Uhr lesen können: Ohne Schlussspurt 43:59min!!! Unterschiedliche Kilometerzeiten zwischen 4:51 und 4:15min/km. Die Bestzeit bei mir vor 6 Monaten noch 45:28min, so kann es weitergehen :-) das neue Jahr 2013 ist ideal um die Periodische Wochenplanung nach der Running Willi Methode mit den SB Einheiten konsequent fortzusetzen.

Noch eine Frage die ich jetzt habe: Ich habe konsequent bisher auf natürliche Proteinquellen grade zur Regeneration zurückgegriffen – Was denkst du von den Proteinpulvern? Sie sind halt schon mit viel höheren Proteindosen, meinst du das bringt was?

Viele Grüße und viel Erfolg mit dem Buch!

Christopher

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