Erfahrungsbericht vom Ecco Indoor Trail in Dortmund 2012

Florian und sein Freund hat zwei von vier Startplätzen für den Ecco Indoor Trail in Dortmund 2012 gewonnen. Und nun hat er mir seinen ausführlichen Erfahrungsbericht dazu gemailt. Danke an Florian für diese Verlässlichkeit. Es waren aufregende Tage für Florian. Und nun möchte er uns teilhaben lassen am ersten Indoor Trail in der Dortmunder Westfalenhalle. Dieser Traillauf hat vom 3. bis zum 5. Feber 2012 stattgefunden. Wenn du möchtest kannst du auch noch 2 Wildcards für den Strongmanrun 2012 und 4 Wildcards für den Berliner Halbmarathon 2012 gewinnen. ;-)

Im Matsch laufen ....

Im Matsch laufen ....

Der Indoortrail 2012 in Dortmund Erfahrungsbericht

Trailrunning in der Halle? In der Tat mal etwas anderes, und dem Veranstalter Plan B nach sogar eine Weltpremiere. Gut, wenn man sich den Aufwand ansieht verwundert das nicht: Tagelang haben die Streckenbauer Tonnen von Sand, Holz und Schnee in den Hallen verteilt, gehäuft und geformt, bis der 1.2km lange Rundkurs entstanden war.

Der Schneebereich

Der Schneebereich

Auf jeden Fall interessant genug um sich das Spektakel trotz langer Anreise einmal anzusehen – und nachdem wir über runningwilli.com zwei Komplettpakete gewonnen hatten, blieben wir natürlich auch alle drei Tage und nahmen an der Komplettwertung teil. Von Freitag bis Sonntag galt es dabei 3 Wettbewerbe zu absolvieren, den 1,2km Sprint über eine Runde, 6km Lauf in 5 Runden und als Finale die 12km lange Strecke von 10 Runden. Vor und nach den einzelnen Rennen gab es etwas Gelegenheit die Strecke zwanglos ohne Zeitnahme zu testen, und mindestens vor dem Sprintlauf lohnte sich dies auch wirklich, um den extrem Abwechslungsreichen Streckenverlauf einmal kennen zu lernen.

Auch Sandsäcke waren da

Auch Sandsäcke waren da

Für 4 EUR/Tag bekamen wir einen Parkplatz relativ nah zur Halle und die Startnummernausgabe ging ohne größere Schlangen von statten. Ebenfalls konnte man dort unkompliziert die eigene Tasche (auf die Startnummer registriert) zurücklassen. Insgesamt hat so eine Halle natürlich generell Vorzüge was die Infrastruktur angeht, sowohl Essensstände als auch Toiletten waren in direkter Nähe zum Start/Zielbereich und der Lauf-Expo und nie überfüllt.

Die Starts zu den einzelnen Rennen erfolgten nach Startnummern sortiert zu festen Zeiten pro Läufer, die im Internet vorab einsehbar waren aber vor Ort auch aushingen. Gruppen taten dabei allerdings gut daran, sich gemeinsam anzumelden, denn nur durch aufeinander folgende Startnummern war auch ein quasi gemeinsames Starten möglich, jedenfalls wenn man im offiziellen Raster startete. Wobei wohl alle, die ihren Startpunkt verpasst hatten, auch nach dem Feld noch normal gewertet starten konnten. Dieses etwas unübliche Konzept eines sehr verteilten Startes war der naturgemäß eher geringen Kapazität der Strecke geschuldet, hatte aber auch seine Vorteile. Ohne großes Gedränge und frühzeitiges Anstehen für einen guten Startplatz konnte man auf eine relativ leere Strecke starten und zumindest bei der Sprintdistanz fast ohne Überholvorgänge (egal ob selber oder jemanden vorbeilassen) durchlaufen.

Der Startbereich

Der Startbereich

Beim 5 und vor allem 10 Runden Rennen sah das dann schon etwas anders auch, wohl auch ein Grund dafür, dass für die 12km das “Finale” der 10 Zeitschnellsten, und damit auch der Gesamtsieger über die 3 Tage, nach den Hauptlauf gelegt wurde. Als Favorit wurde hier von vielen der “German Tough Guy” Knut Höhler gehandelt, aber in allen drei Rennen konnte sich der für inov-8 startende Florian Reichert deutlich absetzen und gewann auch in der Gesamtwertung. Das eine oder andere mal mussten die beiden dabei auch an uns vorbei – bei Rundenzeiten knapp über 4 Minuten, während wir klar im Bereich >6 lagen, nicht verwunderlich. Wir versuchten dabei immer so rasch wie möglich Platz zu machen und auch insgesamt verhielten sich die meisten Teilnehmer da wirklich sportlich fair, so dass Läufer aller Leistungsklassen ihren Spass hatten.

Die Waldpassage

Die Waldpassage

Und immerhin, meine Bestzeit von 6:09 über den 1,2km Parcours war besser, als ich nach ersten Testläufen erwartet hatte – das entspräche immerhin einem Schnitt von nur wenig über 5 Minuten pro km – auf einer Strecke, die es durchaus in sich hatte. Allem voran sind hier wohl die vielen Treppen zu nennen, die als Ersatz für die im alpinen Trailrunning vorkommenden Höhenunterschiede dienen sollten. Nur während man sanft bergab im freien Gelände durchaus ja mal etwas Tempo machen kann, brauchte es schon gute Technik und etwas Unvernunft, um die glatten Treppen mit teilweise feuchten Schuhen flott herabzusteigen. Auch die etwas längere Schneepassage kostete wertvolle Sekunden, und die extrem schnelle Abfolge der anderen Schikanen tat ihr übriges. Wir haben uns gefragt wie viele Sportwissenschaftler wohl nötig waren, um die Abstände aus Hügeln und Baumstämmen in Halle 2 genau so zu planen, dass es partout keine perfekte Schrittfolge dafür zu geben schien…

Coole Sicht aus von der Tribüne

Coole Sicht aus von der Tribüne

Insgesamt also ein durchaus abwechslungsreicher Weg mit nahezu keinen reinen Laufstellen – mal 30m zwischen zwei Treppen, mal 50m in den Katakomben, aber wirklich länger gerade aus ging es nie. Dies war auch ein klarer Unterschied zu klassischen Hindernisläufen mit denen wir bereits einige Erfahrung haben – bei diesen gibt es zwar durchaus mal deutlich forderndere Stellen, aber eben auf 20km vielleicht 40 Stück, und nicht über 100 auf 12km. Letztendlich bin ich mir nicht sicher, ob mir auf der Strecke im Sprint wirklich ein 5er Pace möglich war, oder es vielleicht doch etwas kürzer als 1.2km vom Start zum Ziel war.

Die Trailbahn

Die Trailbahn

Da Garmin zwar einen Stand auf der Expo hatte, aber leider keine eigenen GPS Satelliten mit in die Halle brachte, war ein selber nachmessen auch nicht wirklich möglich, der Empfang war gleich null. Wohl dem, der wie ich vom Laufbandtraining einen Footpod/SDM an seinem Laufschuh hat, um zumindest grob eine Orientierung über die gelaufene Distanz zu haben. Spätestens bei der 12km Distanz wurde das wirklich hilfreich, denn bei 10 Runden kann man sich dann doch leicht verzählen und eine Rundenanzeige gab es nicht, wäre bei der Läufermenge auch relativ schwer zu realisieren. Die Lösung des Veranstalters war es, jedem Läufer 10 Gummiringe zu geben, diese sollte man sich auf den Arm schnallen und jede Runde einen ablegen. Eine pragmatische Low-Tech-Lösung, wir haben aber dann doch lieber die Rundenanzeige in unserem Forerunner genutzt, und eben zur Kontrolle die vom Footpod gemessene Distanz im Auge behalten, die zumindestens auf grob 10% genau hinkam, wohl der extremen Strecke geschuldet.

Und noch ein Bild von der Bahn

Und noch ein Bild von der Bahn

Überhaupt – die Expo war gelungener als wir erwartet hatten. Es gab eigentlich immer irgendwas anzusehen, zu besprechen oder auszuprobieren, so dass uns zwischen den Trainings, Läufen und Siegerehrungen an allen drei Tagen nie langweilig wurde. Neben Garmin, wo man die neusten Pulsuhren und GPS-Modelle ansehen und auch mit kompetentem Personal darüber sprechen konnte, waren auch mehrere Laufschuhhersteller vertreten die einen teilweise sogar Schuhe auf dem Trail testen ließen. Genutzt haben wir das nicht, da wir bereits mit unserem Lieblings-Inov-8 Trailschuh angereist waren, zu einem günstigen Kauf eines Zweitpaares hat es dann aber doch geführt.

Der Treppenlauf

Der Treppenlauf

Außerdem: Sportnahrungs- und Kleidungshersteller und zwei Fussspezialisten. Samsung war ebenfalls mit einem Outdoor-Handy vertreten, und viel wichtiger, sponsorte einen eigenen Paarlauf und streamte das komplette Event alle 3 Tage in’s Internet. Einige Bekannte konnten uns so aus der Ferne laufen sehen und meinten, das sei durchaus unterhaltsam gewesen – auf welcher Veranstaltung sonst hat man sowas? Und dann natürlich noch Black Diamond, die den Stirnlampenlauf unterstützten und dafür ebenfalls Stirnlampen zum Test und anschließenden Verkauf mit über 30% Rabatt anboten.

Der Stirnlampenlauf war auch ein schöner Abschluss des ersten Tages, nachdem wir da nur zwei Trainingsrunden und eben den kurzen Sprint absolviert hatten. Dafür wurde am Abend das Licht in der Haupthalle gedimmt und in einer anderen Halle wirklich komplett abgeschaltet. Dann ging es mit schätzungsweise gut 50 Läufern und ohne Zeitnahme über die Strecke – so hindernisreiches Trailrunning im dunklen macht man selten und es hat sichtlich Spaß gemacht. Wenn auch viele den einen oder anderen Muskelkater mit Heim genommen haben dürften.

In der Nacht durch die Westfalenhalle

In der Nacht durch die Westfalenhalle

Als Fazit bleibt zu sagen, dass es ein wirklich rundum gelungenes Event war, erst recht für eine Premiere. Und mit einem schicken Beutel voller kleiner Werbegeschenke, ganzen zwei Funktionsshirts (grünes Startershirt und graues 3-day-Finishershirt) und einer schicken Medaille ist für ausreichend Andenken daran gesorgt! Und ja, es gibt Kritiker die sagen, das sei kommerzieller Frevel aber kein Trailrunning. Und sicherlich – der Veranstalter wollte hier Geld verdienen und mit dem ursprünglichen Laufen abseits der befestigten Wege in freier Natur hatte es nur bedingt zu tun. Ich glaube aber kaum, dass es letzteres wirklich sein sollte oder das irgendjemand der da war wirklich erwartet hat. Es war einfach mal eine völlig neue Art des Indoorlaufens – und als solche hat es echt Spass gemacht! Vor allem bei den zweistelligen Minusgraden draussen…

Florian / balla-balla.org

Hier noch ein paar Videos vom Ecco Indoor Trail die ich (Willi) gefunden habe:

Über Willi Prokop

Mein Name ist Willi Prokop. Ich bin 33 Jahre und habe 6 Kinder gemeinsam mit meiner Frau Angela. Neben meinem Job als Manager laufe ich. Seit kurzem bin ich Autor des E Books "Wie ich 1:24 im Halbmarathon in 2 Jahren laufen konnte - Die Running Willi Methode". Ich freue mich, dass du meinen Laufblog besuchst. Mehr Über Mich gibts hier. Wenn du nichts mehr verpassen willst kannst du gratis neue Beiträge per e-Mail erhalten. Run ON! Willi

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