Die Angst vor dem Nicht-Starten

Angst vor dem "Did not started" wurde zur Freude (C) Foto: Oliver Weber  / pixelio.de

Angst vor dem “Did not started” wurde zur Freude (C) Foto: Oliver Weber / pixelio.de

Anscheinend kann ich noch so gut vorbereitet sein. Ein schlechtes Gefühl kommt immer wenn der nächste Wettkampf vor der Türe steht. Derzeit beschäftigt mich die Angst vor dem Nicht-Starten. Gestern Abend hat mich das ziemlich “beeindruckt”. Aber heute laufe ich schon wieder mit einem dicken Grinser durch die Gegend. Wie aus der Angst nun Freude und Lockerheit wurde sage ich dir heute.

Die Angst kam von einer Sekunde auf die andere

Wie du ja weißt möchte ich im Jahr 2012 noch einen Halbmarathon laufen. Da gibt es ja nicht mehr viele Termine. Da ich aufgrund unserer Familientermine sehr kurzfristig starten werde beschäftige ich mich mit dem Thema Wettkampf.

Gestern am Abend bekam ich es mit der Angst zu tun. Ich hatte enorme Angst, dass ich gar nicht mehr starten könnte im Jahr 2012. Warum? Weil ich mir die Lendenwirbelsäule verletzt hatte. Ich machte beim Tragen einen Fehler und schon lagen die Nerven hinten in der Wirbelsäule blank. Ich konnte kaum gehen bzw. ohne Schmerzen stehen.

Ich denke, dass diese Verletzung aber nur eine Folgeerscheinung ist. Denn hier spielt immer die Psyche eine Rolle. Und die Psyche hat mir hier einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Angst vor dem Nicht-Starten steckt in mir. Was meine ich damit genau?

Derzeit fühle ich mich körperlich sehr gut. Mit dem Training in den letzten Wochen bin ich sehr zufrieden. Das bedeutet, dass die größte Hürde wohl ein Nicht-Starten wäre. Und da wir ja schon winterliche Verhältnisse haben ist das nicht zu unterschätzen. Ich könnte krank werden und einen Infekt aufreißen. Dann wäre das Rennen gelaufen.

Oder ich könnte mir bei einer blöden Aktion den Rücken verletzen. Aber das ist schon passiert. Schlagartig war die gute Stimmung weg. Ich machte mir Sorgen, dass ich wohl im Jahr 2012 nicht mehr starten könnte. Die Sorgen lähmten mich für ein paar Stunden.

Wie ich die Angst in Freude wandeln konnte

Heute in der Früh stand ich auf und hatte noch immer diese lähmenden Gedanken. Aber dann wandelte sich die Angst in Freude. Ich dachte mir:

- Wenn du 2012 nicht starten kannst dann eben 2013

- Ein DNS (Did not started) hast du eh noch nicht erlebt. Es wäre eine neue Erfahrung.

- Durch Niederlagen habe ich in meinem Leben am Meisten gelernt

- Ist es nicht wichtiger eine glückliche Familie (so wie ich) zu haben als zu starten?

- Warum sollte ich mir neben der Arbeit auch beim Laufen jetzt einen Druck machen?

- Was sind diese “Probleme” im Vergleich zu den zerstörten Existenzen in New York?

Und genau diese Gedanken machten mir wieder frei. Das Leben ist zu schön um sich Sorgen um ein “blödes Rennen” zu machen. Starte ich dann starte ich. Starte ich nicht dann eben nicht. Ich werde jetzt nichts mehr “versuchen” um den Rücken zu heilen. Ich nehme es wie es kommt. Und freue mich auf das nächste Rennen – das vielleicht erst 2013 ist.

Run ON!

Willi

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