Bestzeit laufen durch “Morgen ist eh frei…”

Wenn man eine Bestzeit im Marathon, Halbmarathon, 10 km Lauf oder was immer laufen will gibt es viele Tipps. Aber für mich persönlich zählt die Erfahrung. Und der Spruch “Morgen ist eh frei …” hat mir damals sehr geholfen bei der 1:30 Schallmauer diese zu knacken. Ich möchte dir sagen was es damit auf sich hat. Was meinst du zu diesem Spruch – hast du auch solche oder andere Sprüche?

Wenn ich Bestzeit laufen will hilft mir “Morgen ist eh frei…”

Sprüche können manchmal wirklich Wunder vollbringen. Aber wichtig ist aus meiner Sicht, dass man seinen persönlichen Satz findet. Denn der Satz von mir kann – muss aber nicht für dich passen. Für mich löst der Satz “Morgen ist eh frei ….” immer wieder den Turbo aus. Ich fühle mich vor diesem Satz platt und dann schalte ich noch mal höher.

Morgen ist eh frei …

… bedeutet für mich, dass ich heute noch Vollgas geben kann. Ja, ich kann sogar über meine Grenzen gehen. Denn morgen ist ja eh frei. Wenn ich heute in diesem Wettkampf Vollgas gebe dann kann ich morgen meine Laufpause noch viel besser genießen. Und warum sollte ich mich daher heute schonen? Und ich habe nicht nur morgen frei sondern auch übermorgen. Also kann ich dann noch mehr ans Limit gehen.

Es geht mir im Halbmarathon nicht darum, dass ich ankomme. Ich möchte auch nicht akzeptabel laufen. Nein, ich möchte auf Bestzeit laufen. Darum trete ich an. Darum trainiere ich. Und darum gib’ ich mein Bestes im Lauf selbst. Und darum muss ich auch über das Limit gehen. Und wer nicht über das Limit gehen wird auch immer unter seinen Möglichkeiten laufen.

Laut der Leistungsdiagnostik (Laktattest) hätte ich nie solch schnelle Zeiten laufen dürfen wie damals beim LCC Lauf unter 1:30. Denn laut dem Labor ist das nicht möglich. Aber sch….. aufs Labor! Denn im Wettkampf gelten andere Gesetze. Da zählt nur ich und die Uhr. Und darum werde ich auch im nächsten Wettkampf diese “Labor-Gesetze” wieder sprengen. icon wink

Der Satz “Morgen ist eh frei ….” hat für mich viel Bedeutung. Vielleicht weil ich ja nur einen Ruhetag in der Woche habe. Und wenn ich einen Wettkampf sehr gut laufe dann habe ich wesentlich länger frei. icon wink

Welchen Satz gibt es für dich der dich im Wettkampf so richtig pusht?

Run ON!

Willi

15 Antworten auf Bestzeit laufen durch “Morgen ist eh frei…”

  1. franziska sagt:

    Ich denk irgendwie immer nur bis zum Ziel, nicht mal an Morgen. Und nach dem Ziel kann ich relaxen, vorher also noch alles geben ;-)
    Nur dieses Jahr in Wien, da dachte ich ziemlich weit voraus, weil ich Probleme mit der Sehen hatte. Bei km 30 dachte ich “wenn du jetzt aussteigst, bereust du’s schon in zwei Minuten. Nun ist die Sehne eh schon am A… und in den nächsten Wochen steht Rennrad an, das geht auch mit kaputter Sehne.”
    (Bericht übrigens hier:

    Heute nun k21 in Davos, momentan fühl ich mich leider etwas angeschlagen, mal sehen, wie’s wird.

    Ein schöner Spruch: Der Schmerz geht, der Stolz bleibt” (ich sag mir jeweils “die Zufriedenheit bleibt”.)

  2. Philip sagt:

    Ich selber habe eigentlich keine Spruch. Aber ich sehe es während des Laufens ähnlich wie Franziska. Mein Konzentration liegt nur auf das Rennen, dafür bin ich dort aber auch sehr fokussiert auf das Ziel und habe so auch einen starken Willen, dies zu erreichen. Dies kann manchmal, gerade zum Ende hin, einige Reserven abrufen.

  3. Marek sagt:

    Hi Willi,

    ich habe keine Sprüche, jedoch ein ganz festes Bild vor den Augen: Dass ich jubelnd durch die Ziellinie laufe. Bei wichtigen Rennen, die mir etwas bedeuten, versuche ich, falls der Zielbereich frei zugänglich ist, im Rahmen des Warmlaufens in Laufrichtung auf die Ziellinie zuzulaufen, und präge mir währenddessen, die Bilder und das drumherum ein, und “nehme mit der Ziellinie Schnupper-Kontakt auf”, so bescheuert sich das auch anhört ;-). Dann schießen mir Gedanken durch den Kopf, wie “Hier willst du zufrieden durchlaufen und ankommen, “Quäle dich du Sau, es lohnt sich hier anzukommen vor der tollen Kulisse”, “Wenn du hier angekommen bist, mit der Zeit. die du dir vorgestellt hast, oder einer PB, ist jeglicher Schmerz zuvor total vergessen”, und ähnliches. Ich stelle mir Bilder vor, wie ich jubelnd in einer guten Zeit” hier durch renne. Ich versuche alles was ich hierbei im Zielbereich an Eindrücken erfasse im Kopf zu speichern. Im Rennen selbst, wenn es dann mal hart wird, versuche ich zwischendurch dieses Bild und diese Gedanken im Kopf abzurufen, wie schön es wäre, durch diesen Korridor, den ich bereits kenne, mit hoch gerissenen Armen glücklich durch zu laufen, und es motiviert mich ungemein und gibt mir Kraft!

    Eigentlich wirkt das sogar schon beim Training, selbst wenn ich den Zielbereich bildlich nicht kenne. Bei großen Rennen, gibt es genug Einlauf-Videos im Netz um sich das mal anzuschauen, wo man denn einlauft. Wenn ich mal beim Training schwächele, oder es bei einer Qualitätseinheit hart wird, stelle ich mir dann vor, wie schön es mal sein wird, zufrieden durch das Ziel zu laufen. Pssst, es bleibt unter uns: Manchmal stelle ich mir das bildlich so intensiv vor beim Training, das mir bereits da einige, kleine “Vor”-Freudentränchen in die Augen schießen ;-) und es hilft mir an schwierigen Stellen, wie der Endbeschleunigung eines Long-Jogs weiter.

    Es lohnt sich für diesen unendlich schönen Augenblick zu “quälen”, sowohl im Training als auch im Wettkampf. (Dass ich im Zielkorridor meist zufrieden bin, und wie bescheuert strahle, und im Runners-High bin, hatte ich an anderer Stelle gezeigt ;-) :-) )

    Komisch der Gedanke mit trainigsfrei und die übliche Regenerationswoche ist das letzte woran ich denke ;-). Aber so hat jeder seine eigene Motivation, und das ist gut so :-)

    Schönes Wochenende, Marek

  4. Wolfgang sagt:

    Hallo Willi,

    mein Spruch, der aber nicht nur das Laufen betrifft, lautet “Semper Bonum supra Malum”, was soviel heisst wie “Stets das Gute über das Schlechte” (die lateinische Version ist meiner jugendlichen Liebe zu Asterix-Comics geschuldet :-))

    Der Spruch deswegen, weil ich als alter Berufspessimist manchmal dazu neige, das Glas eher halb leer als halb voll zu sehen. Er soll daran erinnern, daß es – auch wenn es einmal nicht so läuft – immer noch genug schöne Dinge gibt, über die man sich freuen kann. Aufs Laufen bezogen: Wenn ich wieder mal eingehe, erinnert er mich daran, wie schön es ist, ÜBERHAUPT laufen zu können.

    Liebe Grüsse,
    Wolfgang

  5. JE sagt:

    Hallo Willi,
    Morgen ist eh frei könnte mich eher nicht motivieren. Ich selbst habe mir nach dem lesen dieses Artikels gedacht, ich hab leider kein Spruch. ;-(( Schluchts
    Gestern bei meinem Lauf ist es mir aber doch aufgefallen, da gibt es doch was: “Denk an das Gefühl danach”. Die grösste Motivation beim Laufen ist für mich das eizigartige Gefühl danach, was bei langen Läufen auch durch das Runners High eingeleitet werden kann.
    “Denke an das Gefühl danach” sage ich mir immer dann, wenn ich morgens mal nicht so schnell aus dem Bett komme, wenn mich ein Lauf besonders anstrengt,….
    Wie denkst du über das Gefühl danach?
    RunOn Gruss
    Jürgen

  6. Christian sagt:

    Wenn es hart wird und die ersten Schmerz bzw. Erschöpfungszustände auftauchen wiederholde ich im Geist die Worte “Ich laufe locker und schnell” immer und immer wieder bis ich im Ziel bin. Dadurch erreiche ich daß keine negativen Gedanken aufkommen und kann dann meist sogar noch etwas zulegen.

    LG
    Chri

  7. RunningWilli sagt:

    Hallo Franziska,

    wie man anhand deines Beispiels sieht kann man selbst am Besten entscheiden was man sich zutraut und was nicht. Dein Bericht ist sehr toll geschrieben! Da kann man richtig mitfühlen. ;-)

    Und der Spruch mit dem Stolz den kenne ich auch sehr gut….

    Run ON!
    Willi

  8. RunningWilli sagt:

    Hallo Marek,

    ich wollte nach den ersten Sätzen von dir schon schreiben, dass deine Zielvorstellungen als Bilder auch im Training gut funktionieren. Aber du hast es selbst gemacht… ;-)

    Naja wenn man nur einen Tag frei hat in der Woche dann ist das wirklich eine Motivation.

    Run ON!
    Willi

  9. RunningWilli sagt:

    Hallo Wolfgang,

    nun hast du mich aber neugierig gemacht. Welchen Beruf hast du denn?

    Run ON!
    Willi

  10. RunningWilli sagt:

    Hi Jürgen,

    das Gefühl danach kann ich dir gut beschreiben:

    Run ON!
    Willi

  11. RunningWilli sagt:

    Die Menschen sind echt verschieden. Denn wenn ich kaputt bin und dann sage, dass ich locker und schnell laufe lüge ich mich an… ;-)

    Run ON!
    Willi

  12. Christian sagt:

    Das hat weniger was mit selbst belügen sondern mit Programmieren zu tun. Versuch mal 5min die Schultern hängen zu lassen und dir zu sagen “heute ist ein so ein schlechter Tag, wär ich doch gar nicht aufgestanden, jeder ist gegen mich”. Wenn die 5min wirst du sehen daß aus der “Lüge” Wirklichkeit geworden ist. Im Umkehrschluß kannst du auch an einem schlechten Tag eine positive Haltung einnehmen (Schultern straffen) und dir in erinnerung rufen was alles toll ist und dir wird um einiges besser gehen. Wenn deine Vorstellungskraft stark genug ist bez. gut genug trainiert ist kannst du mit deinem Geist äußerst viel bewirken. Ich weiß das hört sich jetzt an als ob es aus der Esoterikecke der Buchhandlung kommen würde aber Informier dich mal über Sportpsychologie und autogenes Training.

    LG
    Chri

  13. JE sagt:

    Hallo Christian,
    gefällt mir sehr, sehr gut. Die mentale Seite ist sehr wichtig.
    Ich werde das auch mal ausprobieren.
    RunOn Gruss
    Jürgen

  14. Wolfgang sagt:

    Das hat weniger mit dem Beruf (kfm Ang.) als mit der generellen “Veranlagung” zu tun :-)

  15. Steffen sagt:

    Sprüche nicht, aber ich freue mich immer auf meine Beine anschließend. So ein wunderschönes Gefühl, was nur wir Läufer kennen.

    Und außerdem: Bei meinem schnellsten Marathon früher war ich zweimal im Wäldchen, und das mitten in Leipzig. Nun bin ich viel ruhiger geworden (wenn auch viel langsamer) und habe mir vorgenommen: So ein Abstecher passiert mir nicht noch einmal.

    Sport frei, Steffen!