Tapering, Spannungs-und Nervositätsaufbau (Teil 1 Kraichgau Challenge Triathlon 2011)

Jürgen hat 3 tolle Erfahrungsberichte über die Kraichgau Challenge (Triathlon) 2011 geschrieben. Denn Jürgen war in der Staffel am Start bei einem der größten Triathlon Events. Der erste Teil behandelt das Thema Tapering, Spannungsaufbau und Nervositätsaufbau. Ich hoffe, dass dieser Bericht von Jürgen nicht unbelohnt bleibt. Darum bitte ich um zahlreiche Kommentare und Fragen dazu…. ;-)  

Jürgen am Hausberg bei der Kraichgau Challenge 2011

Die letzte Woche vor meinem Hauptwettkampf 2011 ist angebrochen und ich überbiete mich gerade im nervös werden. Schlafen? Vor allem Ein-Schlafen ist gerade ein Horror. Irgendwie geht mir die ganze Strecke nicht aus dem Kopf. Jede Kurve, jede Abfahrt, alles rast in meinem Kopf hin und her. Es ist der Wahnsinn.

Mein Hauptwettkampf, die Teilnahme in einer Triathlonstaffel, als Radfahrer, wird alles von mir abverlangen. Die Strecke ist sehr anstrengend, weil es ständig hoch und runter geht. Auf den 90km sind das 1100 Höhenmeter. Auch die Abfahrten sind selten eine Erholung, weil sie hohe Konzentration erfordern durch die engen Kurven und oft anschließender 90° Abbiegungen. Normalerweise müsste ich klare „Heimvorteile“ haben…..denn ich kenne die Strecke wirklich aus dem F-F. Unzählige Male bin ich Teile der Strecke abgefahren.

Die Strecke komplett war im Training 3x als Wettkampftest enthalten. Höchster Schnitt dabei war 28,1km/h und ich hatte da das Gefühl das Maximum gegeben zu haben. Aber ich kenne das ja aus dem Vorjahr….. Da fuhr ich auf der kurzen (40km) Strecke und brachte einen 27,6er Schnitt als Maximalwettkampftest zustande. Das Adrenalin und die abgesperrte Strecke haben mich dann derart gepusht, dass es ein 30er Schnitt wurde.

Doch wie lässt sich das auf die 90er Strecke hochrechnen ? Gar nicht !! Die Strecke ist einfach komplett was anderes. Man würde denken….naja, einfach ein bischen mehr wie das Doppelte….aber weit gefehlt. Die 40km kann man wirklich ziemlich gut nahezu am Vollanschlag fahren…..Bei 90km, zumindest bei mir, geht das unmöglich. Es gilt Kräfte einzuteilen. Meine Trainerin hat es mir auch gesagt. Streckenabschnitte die dann mal ein bischen zum „drücken“ einladen, also zum Powern……da soll ich bewußt Kraft rausnehmen und mich wieder für die kommenden Berge sammeln.

Die letzten Trainingswochen waren hart….sauhart…..so hart, wie ich in meinem Leben noch nie trainiert habe. Diese ewigen Intervalle…..die haben mich echt fertig gemacht. Am Schluß hatte ich fast 20h pro Woche trainiert…..wohlgemerkt neben einem Job der mit 40h/Woche nicht zu erledigen ist. „Nebenbei“ dann auch noch Arbeiten am Haus, wo die Arbeit auch nicht liegen bleiben durfte ….und….. meine Frau will mich ja auch ab und zu noch sehen….Irgendwie bin ich aber erleichtert, dass diese letzte Woche vor dem Wettkampf jetzt angebrochen ist.

Erleichtert, aber auch sehr angespannt, denn jetzt folgt die finale Vorbereitung auf den Wettkampf. Hier kann man in wenigen Stunden alles versauen…..oder eben alles richtig machen. Es standen jetzt 2 freie Tage an, 2 Tage wo ich nur eine Stunde regenerativ fahren sollte. Eine kurze Intervalleinheit und eine sogenannte „Vorbelastung“ am Tag vor dem Wettkampf. Diese Vorbelastung war hammerschwer. Ich hatte Beine wie Bleiklötze. Ich sollte 2 x 2Minuten im Entwicklungsbereich („roter Bereich“) fahren. Dazwischen waren 8 Min. erholsames Fahren. Die 2 Min. bin ich jeweils einen Berg am Ort hochgeorgelt. Die Leute die mich gesehen haben müssen gedacht haben dass da einer spinnt. Wie kann man diesen Berg in ganz offensichtlich schwerem Gang im Wiegetritt von unten her so angehen ? Naja, ich musste so fahren um möglichst schnell in den EB-Bereich zu kommen.

Wie gesagt ging es mir nach dieser Einheit richtig schlecht. Ich zitterte am ganzen Körper. Ich fühlte mich alles andere als bereit für den morgigen Wettkampf. Sollte das der Sinn sein ? Ich zweifelte, ob dieses Training gut gewesen sein konnte. Was es aber  bewirkte war, dass ich müde, ja sehr müde wurde und tagsüber ein paar Stunden schlafen konnte, was in den letzten Tagen immer mehr zu kurz kam. Das wiederum tat jetzt natürlich gut. Wie der Wettkampf dann verlaufen ist…..folgt in Folge II.

Eurer Jürgen

Über Willi Prokop

Mein Name ist Willi Prokop. Ich bin 33 Jahre und habe 6 Kinder gemeinsam mit meiner Frau Angela. Neben meinem Job als Manager laufe ich. Seit kurzem bin ich Autor des E Books "Wie ich 1:24 im Halbmarathon in 2 Jahren laufen konnte - Die Running Willi Methode". Ich freue mich, dass du meinen Laufblog besuchst. Mehr Über Mich gibts hier. Wenn du nichts mehr verpassen willst kannst du gratis neue Beiträge per e-Mail erhalten. Run ON! Willi

12 Antworten auf Tapering, Spannungs-und Nervositätsaufbau (Teil 1 Kraichgau Challenge Triathlon 2011)

  1. Stefan sagt:

    Das mit der kurzen harten Einheit kurz vor dem Wettkampf ist interessant. Das Problem ist ja, daß man sich beim Tapering erst einmal schont, was auch gut ist. Wir wollen die Form konservieren, wir wollen die körperlichen und mentalen Energietanks voll aufladen. Aber wenn du zu relaxed und entspannt an den Start gehst, bist du nicht so bereit zum Äußersten zu gehen. Du brauchst eben auch halt den “Kick” fürs Rennen. Natürlich ohne daß es groß Körner kostet, deshalb sicher “nur” 2x2 Minuten EB. Anscheinend war das auch genug und hätte gar nicht mehr sein dürfen.

  2. RunningWilli sagt:

    Hallo Jürgen,

    am Anfang ein herzliches DANKE. Danke für die Stunden die du bereits in runningwilli.com investiert hast. Du bist jetzt schon über 200 Kommentare. Und dann auch noch solch tolle Erfahrungsberichte. Du hast mir selbst gesagt, dass du nicht sicher bist, dass so ein Triathlon (Radfahren) Bericht hierher gehört. Ja, er gehört hier her. Denn fast jeder (ambitionierte) Läufer denkt auch über einen möglichen Triathlonstart nach. Mich hat die Faszination Triathlon schon ein wenig in Beschlag genommen. Und mein erstes echtes Triathlonrennen ist ja mit dir gemeinsam nächstes Jahr genau bei dieser Challenge Kraichgau wo wir beide in der Staffel Gas geben.

    Bei dieser Gelegenheit würde mich von den anderen Lesern / Leserinnen hier interessieren ob jemand (halbwegs) ernsthaft an einen Triathlonstart denkt?

    Nun zu deiner ersten Story hier. Das Schlafen vor dem Wettkampf ist immer ein schwieriges Thema. Hier sollte man immer vorher schon genug geschlafen haben. Aber da du ja meistens noch um Mitternacht Kommentare hier schreibst hast du wahrscheinlich nicht so viel Schlafpotential gehabt, oder? ;-)

    Du hattest bestimmt Heimvorteil. Aber nicht weil du dort wohnst. Sondern weil du dich sehr gut darauf vorbereitet hast. Denn nicht jeder der auch in der Nähe dort wohnt würde die Strecke so auswendig kennenlernen wie du. Daran sieht man wie gewissenhaft du Erfolg planst. Eben mit der Einstellung: “Wenn dann meine Wunschzeit nicht rauskommt dann eben im nächsten Jahr. Aber ich habe alles dafür getan.”

    Das mit dem Hochrechnen ist immer so eine Sache beim Laufen auch. Es gibt zwar Formeln wo man die 10 km Zeit auf einen Halbmarathon hochrechnen kann. Aber es gibt dann so viele Faktoren die das Ergebnis beeinflussen können. Wer zu viel rechnet der fährt oder läuft nicht mehr mit dem Herzen.

    Bei deinen letzten Trainingswochen war ich in den Mails die du mir geschickt hast schon kritisch. Denn ich hatte befürchtet, dass das zu viel ist. Und noch immer bin ich der Meinung, dass es zu viel war. Denn deine Regenerationswochen waren nicht wirklich Regenerationswochen. Mein Trainer sagt immer, dass die Triathleten mit wesentlich weniger Training weit mehr Erfolg haben würden. Umsomehr finde ich deine Leistung beachtlich. Und weil wir hier ja noch im Vorfeld des Wettkampfs sind deinen Willen. Du hast viele Verpflichtungen aber ein großes Sportherz. Denn ehrlich gesagt könnte ich kaum 20 Stunden die Woche trainieren. Dafür meinen größten Respekt!

    Die letzte EB Einheit kenne ich vom Laufen auch. Denn direkt vor den Wettkämpfen läuft man da kurze Einheiten im Wettkampftempo. Das ist wichtig für die Muskulatur und für den Kopf. Das war goldrichtig bei dir. Wobei ich selbst immer noch damit nicht ganz kann. Denn ich denke mir immer wieder, dass ich nun morgen oder übermorgen weniger Kraft im Rennen haben werde. ;-)

    Ich finde es richtig und wichtig, dass du voll auf den Schlaf geschaut hast dann. Und du hast ja sogar ein paar Tage flimmerfrei gemacht. Gut so. Die Zweifel hat jeder Sportler. Auch und vor allem die Spitzensportler. Und ich finde es sehr ehrlich von dir, dass du das auch so schreibst.

    Ich sch….. mich immer in die Hosen vor einem Wettkampf. Da denke ich dann immer ich wäre der schlechteste Läufer. Dann kommen wir hundert Dinge in den Sinn die ich eigentlich anders machen hätte sollen. Und dann fange ich manchmal noch an Laufbücher zu lesen. Einfach nur Quatsch was ich da mache. Aber ich kann diese Seite von mir eben nicht auf Knopfdruck abdrehen. ;-)

    Run ON!
    Willi

  3. Jürgen sagt:

    Hallo Stefan,

    schön dass Du schreibst. Ja, wie Du richtig schreibst, soll der Körper durch diese “nur” 2x2 Minuten EB seinen Kick oder Anstoß kriegen für das was ihn am nächsten Tag erwartet. Aber dieses “nur” war hart an dem Tag…..megahart und hat mir verdammt weh getan. Nicht umsonst hatte ich anschließend wegen total wackliger Oberschenkel das Gefühl, dass DAS nicht gut war……ABER es war gut und ich kann es nur empfehlen, denn am nächsten Tag habe ich mich wirklich auf den Punkt topfit und “bereit” gefühlt.
    Ja, mehr wäre vermutlich wirklich des guten zu viel gewesen. Im Nachhinein ist man ja immer schlauer, aber nachdem ich an dem Tag erst übel über das Training meiner Trainerin geschimpft habe…..so nach dem Motto….”Jetzt hat sie mir meinen Hauptwettkampf versaut”…..so konnte ich danach wirklich sagen……sie hat mit mir alles, aber auch wirklich alles richtig gemacht…….wenn´s auch wirklich sehr harte Monate der Vorbereitung waren.
    Machst Du eigentlich auch Wettkämpfe und wenn ja, eventuell auch schon mal mit dem Rad ? Wie hast Du Dich bisher auf Deine Rennen vorbereitet. In Eigenregie oder hast Du´s auch schon mal mit Trainer versucht ?
    Viele Grüße
    Jürgen

  4. Jürgen sagt:

    Hallo Willi,

    ach du schreck……jetzt hab ich doch glatt schon mein zweites Jubiläum versäumt……Wer hätte das gedacht…..unglaublich……kommt mir gar nicht so viel vor, was ich bisher hier geschrieben hab. Vielen Dank für die Ehre dass Du meine 3 Erlebnisberichte auf Deine Laufseite veröffentlicht hast. Und danke auch für die “vielen Blumen” bzgl. meiner Leistung mit der ich ja auch sehr zufrieden war……die ich aber…..und das steht für mich absolut fest……im nächsten Jahr nochmal toppen will. Und Du kennst mich……die Vorbereitung wird gnadenlos sein…. :-) Schon allein weil Du mit an Board sein wirst, wird das nicht nur mein Jahreswettkampf 2012….es wird eines meiner Haile-Highlights werden……soviel weiß ich jetzt schon. Ich krieg ja fast schon Gänsehaut wenn ich dran denke.
    Danke für Deinen langen Kommentar dazu, wo ich jetzt endlich mal drauf eingehen möchte.
    Thema Schlafen. Ja, da hab ich in der Tat Verbesserungspotential glaub ich. Aber da musste ich dann ein gesundes Mittel finden, zwischen auf Running-Willi-gehen und schlafen… :-) Nee, ich hab das insbesondere in der letzten Woche so einigermaßen hinbekommen. Klar…..die letzte Nacht oder insbesondere das Einschlafen fiel schon schwerer wie sonst. Aber ich denke das kommt halt von der Nervosität und lässt sich nicht so einfach abschalten. Das wird nächstes Jahr bestimmt noch schlimmer. ;-)
    Thema Planung. So im Nachhinein betrachtet muss ich schon sagen, ohne mir da selber auf die Schulter klopfen zu wollen (eher mit dem Finger an die Stirn), dass ich meine Vorbereitung wohl ziemlich profihaft aufgezogen habe. Ich kannte wirklich jeden Streckenabschnitt, jede Kurve, wusste in welchem Gang ich welchen Berg bis wohin fahren musste, ab wo hoch oder runterzuschalten war, wo die Bremspunkte an Abfahrten am besten waren und vieles mehr. Ich hab die Strecke dreimal komplett im Renntempo abgefahren und hab unzählige Male Streckenteile exakt studiert……bin z.B. absolut im hohen EB Bereich an den Schindelberg gefahren um zu sehen, was passiert wenn ich es vorher übertreibe und habe meine Zeit nach oben gemessen gegenüber der Zeit, wenn ich “ausgeruht” unten reinfahre. Ja, es war verrückt……ich gebs zu……aber so bin ich…..halbe Sachen mag ich nicht…..Ich weiß dass ich körperliche Begrenzungen habe, eben mein Gewicht und mein Alter…..aber da wollte ich mit diesem Handicap einfach das Maximale rausholen und hatte auch das Gefühl dies geschafft zu haben.

    Thema Training: Ja, da hattest Du es ja im Vorfeld mal mit mir drüber und ich kann jetzt sagen…….ja es war wohl zu hart……aber vielleicht hab ich diese Härte gebraucht um im Wettkampf so weit an meine Grenzen gehen zu können. Ich hab auf der Strecke (dazu später noch mehr) in Teilen wirklich gelitten wie ein Hund…….aber ich hab auch in den vielen harten Trainingseinheiten sehr viel gelitten und vielleicht hab ich diese Leidensfähigkeit dadurch trainiert, dass ich eben hart trainiert hab.
    Ob ich ein gleiches Training für die nächste Saison natürlich von Nov.2011 bis zum Wettkampf im Juni durchhalte wird sich zeigen. Aber vielleicht hat sie ja etwas Erbarmen mit mir ;-)
    Thema: Letzte harte Einheit vor dem Wettkampf. Da denke…..oder dachte ich ganz genau wie Du, Willi. Genau die gleichen Gedanken, dass mir nämlich am nächsten Tag genau die “Körner” im Wettkampf fehlen werden hab ich gedacht. Im Nachhinein kann ich nur sagen……durch diese Einheit habe ich 50 zusätzlich Körner aus meinem Körper rausgekitzelt…..Also im nächsten Jahr werde ich dieses letzte Training mit voller Disziplin und vor allem der richtigen positiven Einstellung angehen…..weil ich weiß, sie ist notwendig und bringt einfach was.
    Ja, und wegen der Nervosität am Tag davor……was kreiselt einem da wirklich alles durch den Kopf……”Mist….hab ich da ne Einheit vielleicht zu locker gemacht”…..oder “ein paar Einheiten musste ich ja gesundheitlich saußen lassen…..das wird mir den Wettkampf versauen” und vieles vieles mehr. Man zweifelt an sich und seiner ganzen Vorbereitung…..das kenn ich auch nur zu gut. Aber es ist so schön, dieses “Hinterher” zu erleben, und das hast Du ja auch schon erlebt, dass man einfach gespürt hat, “nee, es war alles richtig was man gemacht hat……” und ich habs im Vorfeld ja auch schon gesagt…..ich hätte genau gleich gedacht, wenn ich meinen 30er Schnitt nicht geschafft hätte……weil mehr hätte ich einfach nicht tun können. Es gibt Begrenzungen, die haben wir alle, und wenn man bis zu diesen Begrenzungen alles herausholt dann ist man für sich ein “Weltmeister”.
    viele Grüße
    Jürgen

  5. Christian Nürnberg sagt:

    Respekt Jürgen

    Könntest Autor werden hast es mal wieder so geschrieben das man was Du erlebt hast voll miterlebt und sich vorallem sehr Bildlich vorstellen kann.

    Sag mal was für ein Rad fährste den?
    Bin am überlegen mir auch ein Rennrad zuzulegen evtl zum in die arbeit fahren ca 14 km einfach , wäre eine tolle abwechslung und recht viel langsamer als mit dem auto ist man auch nicht bei der strecke.

    Gruß Christian

  6. RunningWilli sagt:

    Hallo Jürgen,

    ja Ehre wem Ehre gebührt. Ich freue mich auch schon sehr auf die Kraichgau Challenge 2012. Nun muss ich mal schauen, dass ich fit werde. Und dann sehe ich diesen Halbmarathon als neue Herausforderung. Denn das Wetter und das Streckenprofil werden nicht ganz leicht sein. Aber ich werde mich gut darauf vorbereiten. Denn ich kann mich ja nicht direkt vor deiner Haustüre blamieren…. ;-)

    Ja du warst echt professionell vorbereitet. Glaubst du haben die top Triathleten wie Rählert auch die Strecke so gut gekannt? Naja der Rählert hat auf jeden Fall beim Wechsel die falsche Spur gehabt…. ;-)

    Zweifeln ist menschlich. Aber man darf daraus nicht ängstlich werden. Schließlich ist es noch immer ein Hobby. Und wen störts wenn man die selbst gesteckten Ziele nicht gleich erreicht? Naja, dich und mich am meisten…. ;-)

    Run ON!
    Willi

  7. Jürgen sagt:

    Hallo Christian,

    vielen Dank für die Blumen. Es stimmt schon dass ich sehr gerne schreibe und wenn man dann solche Rückmeldungen kriegt……dann erst recht. Also vielen Dank dafür……baut mich in jedem Fall auf dass das nicht der letzte Erlebnisbericht war…..
    Zu Deiner Frage. Also ich hab ein “normales” Rennrad von Canyon. Canyon gibt es ja nur per Versand oder eben direkt vom Hersteller selbst aus Koblenz. Dadurch dass die Zwischenhändler hier fehlen, die ja auch was am verkauften Rad verdienen wollen, gibt es hier ein Preis-Leistungsverhältnis das seines Gleichen sucht. Ich sage das ganz bestimmt nicht weil ich Werbung für Canyon machen will…..ich hatte auch bzgl. Liefertreue so meinen Ärger mit Canyon, aber eben was das Rad angeht……die Rahmen gewinnen ja seit Jahren jeden Rahmentest in der Rennradzeitschrift Tour….oder sind zumindest in den Top-3. Ich hab an meinem Rad die Dura-Ace-Schaltgruppe dran……und für den Preis für mein Rad, kriegst Du einfach bei jedem anderen Radhersteller……und ich war wirklich lange auf der Suche…..”nur” die nächstbeste Gruppe (Ultegra). Deine Ambitionen 14km ins Geschäft zu fahren kann ich gut nachvollziehen. Ich würde sogar bis zu 50 oder 60km fahren, aber bei mir geht das leider nicht, denn ich hab 80km ins Geschäft und das mit viel Autobahn. Noch dazu ist der Ort von mir aus schwer mit dem Rad zu erreichen und so kämen bestimmt gut 100 Radkilometer zusammen. Da müsste ich ja sehr früh (im dunkeln) losfahren und ob ich dann noch Leistung im Geschäft bringen würde…..glaub ich nicht…..wenn man mir dort kein Bett aufstellt…. :-)
    Kannst Du, oder willst Du dann im Geschäft duschen ? Für mich als starken “Schwitzer” wäre das unbedingt notwendig, zumal ich viel in Meetings sitze und da würde ich ungeduscht wohl ziemlich “auffallen” ;-)
    Viele Grüße
    Jürgen

  8. Jürgen sagt:

    Hallo Willi,

    an ein “blamieren” glaube ich erstens nicht und zweitens wirst Du top-vorbereitet sein….das weiß ich….und dann wirst Du schon vor dem Rennen ein Sieger sein.
    Ich glaube die Top-Athleten kannten die Strecke bestimmt eher nicht so gut…..denke ich mal…..außer dem Sebastian Kienle…..der ja auch hier aus meiner Ecke kommt und die Strecke absolut perfekt kennt und fährt. “Der nutzt jeden Zentimeter der Strecke aus und hat die mit Abstand besten Streckenkenntnisse” (Kommentar von Norman Stadler). Der hat ja dieses Jahr wieder einen 41er Schnitt in den Asphalt gebrannt. Mir unklar wie man das ohne Motisierung schaffen soll…..41 Schnitt…….das heißt der fährt die steilen Berge alle kaum langsamer wie 25-30 und donnert in der Ebene dann mit gut 50 durch die Lande…..Einfach unglaublich. Bin mal gespannt wie das Duell mit Andreas Raelert in Roth ausgeht. Letztes Jahr hat Kienle dort bei seinem ersten Langstreckenstart überhaupt die beste Radzeit aller Zeiten in Roth gefahren und ist insgesamt Zweiter geworden. Der Typ ist schon irre gut drauf……wenn er nur mal das Schwimmen in den Griff kriegen würde. Da verliert er auf die Topleute auf der Langstrecke bestimmt so um die 5 Minuten. Auf der Challenge kam er auch über 2 Minuten hinter Raelert aus dem Wasser. Das ist halt auf Top-Niveau schon viel. Wenn er das auf der Langstrecke auf 1-2 Minuten verkürzen könnte, dann sehe ich ihn auf jeden Fall als zukünftigen Hawaii-Sieger. Auf dem Rad reicht im momentan keiner das Wasser und Laufen kann er auch nicht schlecht…..

    Die gesteckten Ziele nicht zu erreichen ist für mich leider in erster Linie eine Niederlage……aber wenn ich mir nichts vorwerfen muss, dann kann man eigentlich wirklich nur gestärkt in den nächsten Versuch gehen. Aber klar…..am Anfang wurmt es einen schon…… Meiner Trainerin, die ich ja ab November wieder nehme, werde ich sagen, dass ich meine Hauptschwerpunkte auf die Kraftausdauer am Berg legen möchte, denn hier verliere ich einfach die meiste Zeit. Klar hab ich da gewichtstechnisch gegenüber den 50kg-Bergziegen einen Nachteil, aber mit Kraftausdauer kann ich da sicher die eine oder andere Minute rausholen……so stell ich mir das zumindest vor……aber ich kann mir jetzt schon vorstellen, wie quälend diese Art von Training sein wird. Ein Glück ist noch ne Weile bis November :-)
    viele Grüße
    Jürgen

  9. Marek sagt:

    Hi Jürgen,

    aufgrund einiger kleiner Familienfeiern und der „Kieler Woche“ die ein 10 Tägiges Stadtfest ist, hänge ich hier eine wenig den aktuellen Berichten, hinterher und komme jetzt erst dazu zu antworten. Erst mal meine allerherzlichsten Glückwünsche zu dieser fantastischen Leistung. Ich habe deine Sorgen und Ängste ein wenig verfolgt und freue mich sehr, dass sie unbegründet waren :-) . Ganz großes Kino das Ganze mit dem 30 KMh + Tempo und das bei dem Profil und der Hitze! Schade, dass euer Läufer das schwache Glied in der Kette war, aber mit Will seid ihr nächstes Jahr auf allen drei Stellen stark besetzt und werdet dann noch ein weites Stück weiter vorne landen mit dem Joker ;-) . Freue mich schon jetzt auf die Berichte, die dann kommen.

    Noch mal ein Tipp zur Schlaflosigkeit vor großen Wettbewerben. Damit habe ich im Prinzip auch zu kämpfen. Ärgerlich ist, dass man oft besonders früh aufstehen muss, wenn eine weite Anreise erforderlich ist. Ich habe mir in diesem Fall angewöhnt, mindestens drei Tage vorher extrem früh aufzustehenn. Dann bin ich einen Tag vor dem Wettbewerb abends recht müde, und kann besser einschlafen .

    Zum Vorbericht, muss ich sagen, dass ich sehr erstaunt bin, dass die Belastung zwar kurz aber extrem stark war, Ich wäre auch an deiner Stelle sehr beunruhigt gewesen, aber deine Trainer weiß halt was gut ist. Prima dass du Ihr vertraut hast, und sie recht behalten hat. Vor Laufwettbewerben gibt es in meinen Plänen auch einen Tag vor dem Wettbewerb einen recht kurzen Lauf um die 3 KM mit leichten Sprints und Steigerungen, aber wirklich ganz leicht. Ich weiß nicht ob man die Radsporterfahrungen so aufs Laufen übertragen kann. Ich traue mich auf jedenfalls nicht komplett aufzudrehen, und werde es wohl auch in Zukunft lassen.

    (weiter geht mit meinem Kommentar in Teil 2 …)

  10. Stefan sagt:

    Nein, ich bin kein Radsportler. Aber ich habe letztes Jahr nach Friel’s Radsportbibel ein halbes Jahr lang trainiert. War auch toll bis mein Rennrad kaputt gegangen ist und ich mir leider kein neues leisten konnte/wollte. Aber ich hatte ja noch fast unbenutzte Laufschuhe im Schrank :-)
    Im Alltag nutze ich ein normales Rad, und das ziemlich viel. Wenn ich noch mal bewußt Rad trainieren sollte, dann bewußt für Radveranstaltungen in den Bergen. Ich liebe es nämlich, Berge und steile Rampen hochzufahren. Auf Abfahrten habe ich dafür ziemliches Muffensausen, da müßte ich technisch aber auch mental mal dran arbeiten, bevor ich mich in einem Pulk auf solche Strecken begebe…

  11. Jürgen sagt:

    Hi Marek,

    schön dass Du auf meinen Bericht schreibst…….und vielen, vielen Dank für Deine netten Worte zu meiner Leistung……ja, war für mich schon ein absolutes Highlight für 2011, weshalb dann wohl auch der tiefe Absturz in Bericht Teil 3 erfolgte, aus dem ich mich zwar so langsam raushangle, aber ich bin da irgendwie immer noch nicht so weit. Wahrscheinlich war das Training in den 3 Monaten vorher einfach “zu” intensiv, dass ich jetzt einfach mal rausnehmen muss und einfach wenig mit Radfahren anfange. Ich bin jetzt am Donnerstag (140km) und heute (120km) zum ersten Mal wieder mal längere Touren gefahren, nachdem ich mich zwischenzeitlich kaum mehr als 1h aufs Rad gesetzt hab. Natürlich auch verursacht durch eine recht hartnäckige und sehr schmerzhafte Verletzung am Beckenknochen……auf dem ich ja sitze.
    Deinen Tipp mit dem Schlafen vor dem Wettkampf werde ich auf jeden Fall beim nächsten Mal umsetzen…..mal sehen ob´s bei mir auch wirkt.
    Ja, mit Willi nächstes Jahr freue ich mich auch schon, dann auch auf der Laufposition jemanden zu haben, der ne Topzeit hinlegt. Viel wichtiger ist mir aber, und darauf freue ich mich eigentlich noch mehr…..Willi mal live kennenzulernen und einfach schöne Tage zu erleben. Wird bestimmt gut und mit Sicherheit von uns beiden ausreichend kommentiert werden :-)
    Viele Grüße und bis bald….
    Jürgen

    PS: Jetzt kommt´s mir gerade…..ich hab mit den Namen hier….und auch sonst…..so meine Schwierigkeiten. Irgendjemand hatte am gleichen Tag wie ich auch einen Wettkampf…..Warst das vielleicht Du der da seinen ersten HM gelaufen ist ? Ich weiß einfach nicht mehr wer´s war und auf jeden Fall vermisse ich einen Bericht dazu…….

  12. Marek sagt:

    Hi Jürgen,

    freut mich dass du wieder radelnder weise unterwegs bist und es dir offensichtlich viel besser geht :-) . Dann wäre mein Kommentar zum Teil drei ja gar nicht notwendig gewesen :-)

    Das mit dem einige Tage vorher schlafen gehen kann ich dir sehr empfehlen. Wenn man bereits einen Tag, oder mehrere vor dem Wettkampf um 4 oder 5 Uhr aufgestanden ist, am Samstagabend ist man automatisch etwas müder vor dem “großen” Tag. Meine kleine Warmuprunde, die ich vorhin beschrieb laufe ich bereits um 5:30 am Samstagmorgen, und bin dann abends dafür müder. Wenn ich bis Zehn schafe und voll ausgeschlafen bin, brauche ich mich nicht zu wundern, wenn ich zusätzlich zur Nervosität Einschlafprobleme bekommen.

    Eine HM bin ich nicht gelaufen in der letzten Zeit (sondern den Hamburg-Marathon und einen 10er in Neumünster). Weiß nicht, wenn du meinst, verliere hier auch ein wenig den Überblick. Hier ist recht viel Trubel in letzter Zeit, aber das ist auch gut so :-)

    Liebe Grüße aus Kiel, Marek