Post von Michael

Ich habe Post von Michael aus der Schweiz bekommen per e-Mail. Diese Post ist etwas Besonderes. Denn darin sind viele Erfahrungen von Michael und auch Fragen an mich. Da dieses e-Mail voll gepackt ist mit guten Informationen möchte ich es dir nicht vorenthalten. Die persönlichen Daten von Michael habe ich weggelassen. Und meine Antworten folgen in den nächsten Tagen … Danke Michael für die viele Zeit die du dir da genommen hast… ;-) Wie würdest du Michael antworten….?

Post von Michael
Eine tolle Nachricht von Michael erhalten…

Hallo Willi,

Ich weiss, dass du respektvoll mit der Post deiner Leser/Hörer umgehst: Wenn du diese persönlichen Angaben weglässt, kannst du gerne auf den Rest in deinem Blog oder Podcast darauf eingehen.

Nur mal zum Beleg, wie anregend dein Podcast ist:
Auf deine Anregung hin,
•       habe ich den ganzen Winter über trainiert
•       habe ich schon mal um 5:30 Uhr auf der Fahrrad-Rolle trainiert
•       habe ich mich schlau gemacht, was ein gutes gebrauchtes Laufband kostet – aber nicht gekauft
•       habe ich mich erkundigt, was eine Jahresgebühr im Fitness-Studio kostet, das 24 Stunden offen ist, so dass ich jederzeit trainieren könnte – aber nicht abonniert
•       habe ich mich erkundigt, welche Personal Trainer es in meiner Umgebung gibt – aber keinen angefragt.
•       Habe ich die Leseprobe „Paleo-Prinzip“ gelesen – finde diese aber noch nicht so überzeugend, dass ich mehr lesen wollte
•       Habe ich mir das Buch „Lauftraining für Triathleten“ von Ken Mierke gewünscht, geschenkt bekommen und jetzt angefangen zu lesen – sehr anregend!

Und damit bin ich dann auch schon im mitten im Thema: Du hattest dem Buch „Lauftraining für Triathleten“ ja auch schon die Inspiration zum PodcastBesser laufen dank besserer Kopfhaltung“ entnommen und vorgestellt. Der Autor betont ja sehr oft, dass man zuallererst seine Lauftechnik verbessern soll – und auch die Kopfhaltung ist nicht der Tipp Nummer 1, sondern kommt erst später, nachdem man das Fussaufsetzen und die Schrittfrequenz verbessert hat, weil das das ganze Laufen ökonomischer macht.

Ich will nun beginnen, die Laufhaltung effizienter zu machen und rechne mit einigem an Muskelkater. (Weil das ja soooo viel effizienter ist, hatte ich das schon mal in einem Marathon gemacht – ohne so aber vorher trainiert zu haben: gab starke Krämpfe, so dass ich den Lauf unterbrechen und mich massieren lassen musste. Eine meine negativen, aber sehr lehrreichen Erfahrungen.). Ausserdem möchte ich das Ausdauertraining mit Krafttraining ergänzen.

Da hat mich das Buch von Ken Mierke allerdings irritiert: Ich hätte begonnen, viele Wiederholungen mit mässigen Belastungen zu machen, was eher einem Kraftausdauer-Training entsprochen hätte. Er empfiehlt aber nur einen Satz pro Muskelgruppe mit maximalen Gewichten zu stemmen. Er beschreibt auch, wie man die individuelle aerobe Schwelle (ianS oder „LS“) für das Laufen selber ermitteln kann. Das möchte ich im 1. Halbjahr 2011 machen, um mein Training besser abstimmen zu können.

Meine Fragen dazu: Ken Mierke empfiehlt eine recht hohe Schrittfrequenz beim Laufen: ca. 180 Schritte pro Minute. Und er gibt den Rat, sie mit Hilfe eines Schrittfrequenzmessers zu steigern. Das soll ein Gerät sein, das wie ein Metronom die Schritte pro Minute vorgibt. Akustisch, wenn ich das richtig verstanden habe. Schrittzähler gibt es haufenweise, aber von einem Taktgeber zum Laufen habe ich noch nicht gelesen. Kennst du so etwas? Arbeitest du mit deinem Trainer an der Schrittfrequenz?

Mit dem Thema Ernährung hast du wieder mal einen Nerv getroffen: Die Meinungen sind vielfältig und die Lehrmeinungen verwirrend. Da ich eher spontan Zeit zum Training finde und das dann leider oft suboptimal nach eine Mahlzeit liegt, fahre ich dann Rad, weil sich das mit einem vollen Bauch besser verträgt.

Bei mir war „Abnehmen“ bisher nie der Grund um Sport zu machen, sondern weil mir Sport hilft, mein Gewicht „im Griff zu haben“, mich aktiv und leistungsfähig zu fühlen. Obwohl ich keine absoluten Bestzeiten anstrebe – nur individuelle – sollte doch jede Trainingseinheit „passen“. Ich will nicht sagen, sie muss optimal sein, aber doch etwas bringen. Ein gutes Erlebnis und Freude zählen natürlich auch. Meine Überlegung ist: wenn ich weniger Gewicht auf die Waage bringe, kann mein Körper mit weniger Energie länger oder schneller laufen. Als ist Körpergewicht-Reduktion, nein besser: Körperumfang-Reduktion doch ein Thema.

Und da widersprechen sich die Lehrmeinungen z.B. von Dr. Strunz (unbedingt individuelle Analyse machen und Nahrungsergänzung, 600 mg Magnesium für uns Sportler pro Tag muss sein) versus Dr. Pollmer (Nahrungsergänzung nutzt nur den Herstellern in der Kasse; esst, was euch wohl bekommt und schmeckt). Insgesamt ist meine Meinung: Für die Leistung ist das Training wichtiger als die Ernährung. Und ich bezweifle, dass man durch andere Ernährung mehr Leistung erreichen kann.

Ich habe dazu auch einen Tipp für dich – der allerdings auch mehr zur Verwirrung beitragen kann:
Es ist ein Artikel, der 50 Ideen vorstellt, um Fett abzubauen. Ein paar davon habe ich aufgegriffen. Allerdings ohne mein Gewicht zu kennen und ohne meinen Körperfettanteil zu kennen. Also werde ich keinen Vergleich „vorher-nachher“ haben. Die hochgelobte Wissenschaftlichkeit („all backed by more science than a NASA shuttle launch”) kann ich nicht überprüfen, stelle ich aber auch in Frage, weil es so viele Studien gibt, die wissenschaftlichen Anforderungen nicht standhalten.
http://www.bspcn.com/2010/11/09/50-rules-of-fat-burning/
(Überhaupt finde ich dort immer mal wieder anregende, lustige oder nützliche Artikel.)

Beim Hören deines Podcasts (ich glaube ich bin seit Folge 3 dabei) haben sich viele Fragen angehäuft:
Machst du auch Kraftraining?
Wie oft machst du einen Laktat-Test? Und: kannst du daran Fortschritte erkennen?
Welches Ziel hattest Du? (9 Mal Training in der Woche zu so einem frühen Zeitpunkt in der Saison … Wolltest du schneller laufen? Oder weiter?

Bei 6 Mal Training in der Woche kommst du doch locker auf die „notwendigen“ 60-70 km, die man für eine seriöse Marathon-Vorbereitung braucht. Es muss ein sehr, sehr motivierendes Ziel sein, denn immerhin machst du immer noch 6 Mal Training in der Woche, oder? Und es hat dich motiviert, dein Ernährungsverhalten umzustellen – und ich nehme an, auch das deiner Familie?

In der Tat kann ich den Hörer verstehen, der sagt: „was kann ich dem Willi denn schon sagen? Der ist doch schon so schnell, hat einen persönlichen Trainer und trainiert viel mehr als ich.“ Das ist schon beeindruckend. Von daher macht es dich sehr sympathisch, dass du deine Ziele gelöscht hast und wieder mehr Freude auch beim Training suchst. Letztlich bist du dir doch treu geblieben: du hast geschrieben, dass man sich „realistische“ Träume (Ziele) setzen soll. Und das war es dann wohl nicht.
Bitte lass uns weiter an deinem Läuferleben teilhaben und mach weiter.

Mit sportlichen Grüssen

Michael

Über Willi Prokop

Mein Name ist Willi Prokop. Ich bin 33 Jahre und habe 6 Kinder gemeinsam mit meiner Frau Angela. Neben meinem Job als Manager laufe ich. Seit kurzem bin ich Autor des E Books "Wie ich 1:24 im Halbmarathon in 2 Jahren laufen konnte - Die Running Willi Methode". Ich freue mich, dass du meinen Laufblog besuchst. Mehr Über Mich gibts hier. Wenn du nichts mehr verpassen willst kannst du gratis neue Beiträge per e-Mail erhalten. Run ON! Willi

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