Die ideale Marathonvorbereitung für Anfänger

Bei der Marathonvorbereitung für Anfänger wird immer wieder gerne eine Sache übersehen. Und das ist eigentlich aus meiner Sicht die wichtigste Sache. Denn es gibt kaum eine Zutat in Sachen Marathon Trainingsplanung die mehr Leistungssteigerung verspricht als diese. Aber warum nur wird diese nicht so oft in Anspruch genommen? Warum vertraut man lieber irgendwelchen “Hokuspokus-Methoden” und  hochintensives Training (HIT Training)? Heute im Telefonat mit Mike wurde mir klar was wichtig für Mike ist der sich auf seinen ersten Halbmarathon für das Jahr 2014 vorbereitet. Aber gerade für den Marathonläufer ist diese Zutat noch viel wichtiger. Nutze Sie und du wirst bestimmt eine neue Bestzeit laufen!

Die ideale Marathonvorbereitung für Anfänger – bitte das nicht vergessen!

Kommen wir gleich zum Punkt. Es geht um das Ganzjahrestraining. Also wenn man sich für einen Marathon vorbereitet sollte man das nicht als Projekt für 3 Monate oder 6 Monate sehen. Nein, das ist ein großer Fehler. Trainiere das ganze Jahr über durch. Natürlich mit verschiedenen Schwerpunkten und einer genauen Planung. Aber das Wichtigste ist, dass du überhaupt läufst das ganze Jahr.

Warum ist das Jahrestraining so wichtig?

Wenn du nur 3 bis 6 Monate für den nächsten Marathon trainierst musst du deine Ausdauer die du schon mal hattest wieder neu aufbauen. Du erreichst maximal dein altes Level – deine alte Marathon Bestzeit – wieder. Falls du trotz dieser Art zu trainieren im Jahr 2013 schneller gelaufen bist im Marathon dann weißt du spätestens jetzt, dass du noch viel schneller hättest laufen können.

Wenn du regelmäßig trainierst stabilisierst du deine Ausdauer. Dein Fundament wird immer stärker und stärker. Ich habe bei mir bemerkt, dass ich immer 3-4 Monate brauche um eine neue Leistungssteigerung erzielen zu können. Wenn ich jetzt aber nach dieser Periode aufhören würde dann müsste ich wieder bei Null anfangen.

Ich selbst laufe das ganze Jahr über durch. Nur im Sommer 2013 machte ich eine Laufpause. Da lief ich dann überhaupt nicht für 2 Wochen. Aber sonst finde ich meine Art zu laufen so entspannend, dass es mir Spaß macht zu laufen. Nicht vor dem Training aber danach. icon wink

Wenn du einen einzigen Tipp von mir haben willst wie du deine Marathonvorbereitung als Anfänger am Besten gestalten kannst dann nimm’ diesen Tipp: Laufe das ganze Jahr über. Schonend aber kontinuierlich. Und dann steht deiner neuen Marathonbestzeit nichts mehr im Wege.

Auf den ersten Blick war der Marathonvorbereitung Trainingsplan für die Teilnehmer am ersten Indoor Marathon umsonst. Aber nicht weil man einen kostenlosen Marathon Trainingsplan für Anfänger oder Profis erhalten hatten. Und auch nicht weil man zeigte wie man den Marathon unter 4 Stunden laufen konnte. Nein. Leider nicht.

Statt dessen fühlen wir mit diesem Teilnehmer mit: “Meine Marathonvorbereitung war umsonst ….” Schuld daran war eine falsche Streckenmessung. Denn der 1. Indoor Marathon war um 1,8 Kilometer zu kurz. Diese Meldung wissen ja schon viel. Darum möchte ich auf den Teilnehmer und seine Gedanken eingehen heute. Und ich kann viel Positives daraus sehen …

Mein Marathonvorbereitung Trainingsplan war umsonst

Ich denke jeder Läufer weiß was es heißt sich mittels Trainingsplan auf einen Marathon vorzubereiten. Da macht man ja nicht nur 10 oder 12 Wochen. Nein. 1 Jahr Vorbereitung ist da schon normal. Und dann nimmt man an einem Marathon teil der um 1,8 Kilometer zu kurz ist.

Heute möchte ich nicht auf den Veranstalter eingehen. Warum und wieso möchte ich nicht beurteilen. Mir geht es einzig und alleine um den armen Teilnehmer der da mitlief und erst nach dem Ziel erfuhr, dass er eigentlich um 1,8 Kilometer zu wenig gelaufen war.

Was geht in so einem Kopf danach vor?

Ärger. Jeder echte Sportler wird sich ärgern. Also ich hätte mich bestimmt geärgert. Denn eigentlich wollte ich auch starten dort beim Halbmarathon. Aber mein Bauchgefühl hat mir nicht getaugt. Und darum lief ich dann nicht mit. Das war jetzt im Nachhinein eine gute Entscheidung für mich.

Denn wenn ich nach dem Ziel erfahren hätte, dass der Halbmarathon nicht offiziell richtig war dann hätte ich mich sehr geärgert. Darum kann ich auch die Wut und Enttäuschung des einen Teilnehmers voll verstehen.

Nach dem die erste Wut weg ist sollte man bedenken

- Man kann sich seine “richtige Zeit” ja hochrechnen. Wenn man die letzten Kilometer dazurechnet weiß man welche Marathonzeit man gelaufen wäre. Das ist gut für das Selbstvertrauen.

- Eine gute Trainingseinheit. Auch wenn ich mich heute noch ärgern würde. Dieser Tag war eine gute Trainingseinheit. Denn man musste sich überwinden. Und man hat auch wieder Marathon-Erfahrung geschnuppert.

- Lehren für das Jahr 2013. Ich denke der Veranstalter wird alles unternehmen, dass das 2013 nicht passiert. Wenn man keinen Herbstmarathon läuft dann ist der Dezember Termin gut um noch eine gute Zeit zu laufen.

Ich denke uns Menschen passieren täglich alle Fehler. Mir auf jeden Fall schon. Und darum sollten wir auch dem Veranstalter vom Indoor Marathon 2013 lernen lassen. Die tun viel für den Laufsport und haben viele Läufer (trotz falscher Streckenmessung) einen tollen Tag beschert.

Für mich steht das Positive im Vordergrund. Und ich überlege ernsthaft einen Start beim Indoor Marathon 2013 im Halbmarathon aber “nur”. icon wink

Langer Lauf wie oft vor dem Marathon?

Ich möchte es gleich auf den Punkt bringen. Wenn du zwischen 3 und 6 lange Läufe vor dem Marathon machst bist du gut gerüstet. Wenn du kein Anfänger bist können es auch mehr sein. Aber bedenke immer, dass ein langer Lauf mit zwei Kilometern zu viel ein erhöhtes Verletzungsriksiko darstellen können. Und eine Marathonvorbereitung ohne lange Läufe geht so und so nicht.

Man kann auch mit einem einzigen langen Lauf auskommen. Denn ich kenne einen Läufer der hat nur einen Long Jog gemacht vor dem Rennen. Und er ist durchgekommen. Die Betonung liegt auf Durchgekommen. Denn es macht einen großen Unterschied ob man eben mal Durchkommen will oder ob man eine gute Zeit laufen will.

Wenn du eine gute Zeit laufen willst dann kommst du um die 3-6 langen Läufe nicht herum. Denn vor allem dein Kopf braucht die Läufe. Klar muss dein Körper auch lernen die Energie aus den Fetten zu beziehen. Aber vor allem der Kopf hat ja Bedenken wenn du am Start beim Marathon stehst. Denn der meint ja, dass er diese Distanz nicht schaffen kann.

Wichtig ist aber, dass du eine richtige Wettkampfvorbereitung (Taperingphase) hast wo du deinem Körper vor dem Marathon genügend Ruhe gibst. Auch sind diese 3-6 langen Läufe nicht so zu verstehen, dass du jetzt alle 6 Läufe innerhalb der nächsten 6 Wochen laufen sollst. Dazu brauchst du im Idealfall 8 Wochen. Denn nach 3 Wochen mache ich immer eine Ruhewoche. Und da sollte es keine langen Läufe geben.

Ich denke, dass man die maximal 6 langen Läufe in der Vorbereitung schaffen kann. Und wenn man diese nicht schafft dann sollte man sich auf jeden Fall kein Ziel mit einer gewissen Zeit vornehmen. Denn das ist nicht realistisch und bringt nur böse Überraschungen. Denn nur wer ordentlich und regelmäßig trainiert kann auch neue Bestzeiten laufen. Obwohl manchmal der Marathonvorbereitung Trainingsplan auch umsonst sein kann.

Die Ernährung im Marathon wird unterschätzt. Echt? Ja. In der Vorbereitung aber. Warum Ernährung Marathonvorbereitung Bestandteil ist? Weil du im Rennen selbst nicht mehr testen kannst. Logisch. Aber doch so oft passiert der Fehler. Mitten im Rennen wird auf einmal ein neues Gel ausprobiert. Hätte man das nicht früher testen können? Ja schon. Das denke ich mir bei mir auch oft. Aber ich verabsäume manchmal die richtigen Trainingseinheiten dafür zu wählen. Und damit meine ich nicht die langsamen KB Einheiten. Denn wenn ich bei den lockeren Läufen meine Ernährung teste dann hat das kaum Aussagekraft. Ich selbst habe durch so einen Fehler enorme Schmerzen im Halbmarathon erleiden müssen. Aber nur deswegen weil ich nicht wusste wie es sich anfühlt.

Warum die Ernährung in der Marathonvorbereitung  ein wichtiger Bestandteil ist

Ganz sicher bin ich mir ja noch immer nicht was zu den Schmerzen bei der 1:19 Bestzeit geführt hatte. Aber ein möglicher Grund ist das Trinken im hohen Tempo gewesen. Denn wenn man mit 15,9 km/h läuft fühlt sich das anders an als im Training mit nur 12 km/h bei den lockeren Läufen.

Gerade das Trinken kann gefährlich sein. Denn man kann sich leicht verschlucken. Darum sollte man im Training schon testen. Das wusste ich auch. Aber ich habe das nie bei den schnellen Einheiten gemacht. Nur immer in den Pausen. Denn es fühlt sich einfach nicht gut an wenn man beim schnellen Laufen trinkt. So dachte ich damals im Training.

Aber im Wettkampf hilft mir ja auch nichts. Da muss ich ja dann beim schnellen Lauftempo trinken. Oder ich bleibe stehen. Ich finde es ein MUSS, dass man im Training wenn man im Wettkampftempo läuft (oder knapp darunter) die Ernährung zu testen. Damit meine ich vor allem die Flüssigkeiten.

Ich persönlich bringe beim schnellen Laufen den Energieriegel nicht runter. Darum vertraue ich hier auf das Gel. Aber auch erst seit kurzem. Denn die Gels die ich früher getestet hatte schmeckten mir nicht. Die bekommst nicht runter. Nun habe ich da ein neues Produkt. Darüber werde ich mal einen Testbericht schreiben.

Was bedeuten diese Erfahrungen nun für mich?

Die letzten 4 Wochen vor dem Rennen (egal ob Halbmarathon oder Marathon) streiche ich mir zwei Einheiten in der Woche rot an. Das sind die SB Einheiten. Und da ergänze ich dann: “Ernährungs Test”. Somit weiß ich auch, dass ich hier die Ernährung für den Wettkampf teste. Viele von euch machen das schon. Aber ich eben nicht. Und damit es nicht untergeht mache ich diesen Vermerk im Plan. Es ist dann quasi mein Ernährungsplan.

Leider gibt es auch viele andere Marathonläufer die das nicht machen. Ich hoffe nun, dass es jetzt mehr machen. icon wink

Eine Marathonvorbereitung ohne lange Läufe:

Hallo Willi!

Ersmtal Kompliment zu Deiner Seite,die ist sehr informativ. Ich bereite mich gerade für den Marathon in Mainz vor,der am 12.05 stattfindet. Bin 2011 meinen ersten gelaufen in 4:32 und möchte dieses Mal unter 4 Stunden bleiben.

Ich trainiere 3 mal pro Woche:1×12 km ,8km und einen langen Lauf von ca 20km und länger. Meinst Du das ist ausreichend?

Hallo Erik!

Ich muss dich wohl enttäuschen. Aber ich würde dir einen Start beim Mainz Marathon nicht empfehlen. Denn laut deiner bisherigen Vorbereitung fehlen mir die langen Läufe. Du schreibst mir von 20 km und länger. Nun ist die Frage was du mit länger meinst. Aber ich vermute mal, dass die langen Läufe nicht länger als 25 Kilometer sind oder? Das ist zu wenig. In der Marathonvorbereitung brauchst du auf jeden Fall 35 Kilometer Läufe. Du musst deinen Körper daran gewöhnen was es heißt so lange auf den Beinen zu sein. Da spreche ich jetzt noch gar nicht vom Marathontempo.

Normalerweise wäre es besser wenn ich gar keinen Marathon laufen würde,da ich Laut Orthopäden einen Knorpelschaden in beiden Knien habe. Aber in letzter Zeit war ich ziemlich beschwerdenfrei, da ich 2 mal pro Woche ins Fitnesstudio gehe und Beintraining sowie Rücken-und Rumpftraining mache.

Du hast dir hier die Antwort selbst gegeben. Starte nicht! Denn das ist keine “kleine Sache”.  Ich bin sehr verwundert über deine Verletzungen. Ich weiß jetzt aber nicht woran das liegen könnte. Zu viel Tempo? Zu wenig Regeneration? Schwer aus der Distanz. Es ist wichtig, dass du nicht “ziemlich beschwerdefrei” bist sondern völlig beschwerdefrei. Denn ein Marathon ist kein Kindergeburtstag. icon wink

Der Ehrgeiz hat mich gepackt. Letztes Jahr bin ich bei 3 Halbmarathons gestartet und habe mich stetig verbessert.Meine Bestzeit liegt bei 1.39,45. Die Läufe lagen ca 1 Monat auseinander. Ich habe mich immer wieder mit Verletzungen herumgeplagt , vor allem Achillessehnenprobleme, Schienbeinschmerzen und zuletzt mit dem Hamstring.

Ehrgeiz ist gut. Aber bitte im richtigen Moment. Denn du musst immer in deinen Körper reinhören. Ich könnte mir nie vorstellen jeden Monat einen Halbmarathon zu laufen. Das würde mit der Abstimmung zwischen Training, Tapering und Regeneration nicht stimmen. Und wenn du jetzt die Signale von deinem Körper siehst dann weißt du auch, dass das nicht gut ist. Lieber weniger Rennen aber dann Vollgas (im Rennen)!

Aber im Moment ist es ok. Respekt das Du den HM in 1.19 geschafft hast. Ich wage mich vielleicht mal an die 1.30.

Danke dafür. Nicht vielleicht sagen. Wage dich daran. Aber bitte. Hör’ auf deinen Körper. Der braucht das richtige Fundament. Und das bekommst du nur durch langsame, lockere Läufe. Da hast du bestimmt noch viel Potential. Schöpfe es aus! Dein Ehrgeiz ist super!

Als letztes habe ich noch eine Frage zu Laufschuhen. Besitze 5 Paar und habe mir den Saucony Triumph 9 gekauft.Am liebsten Laufe ich eigentlich mit Mizuno.Habe den Wave Rider 14-16. Sind die Saucony Schuhe für einen Marathon geeignet?

Die Laufschuhfrage beantworte ich mal extra ok?

Liebe Grüße

Erik

Danke Erik für dein Vertrauen. Ich denke du hast die wichtigste Eigenschaft in dir: Ehrgeiz! Jetzt musst du nur mehr lernen auf deinen Körper zu hören. Und die Bestzeiten kommen dann ganz von alleine. Glaube mir! Das will der Kopf zwar nicht glauben aber so ist es.

Welche Voraussetzungen braucht man um eine gute Marathonvorbereitung absolvieren zu können?

Was sind die Erfolgsfaktoren damit man eine Vorbereitung auf den Marathon auch durchhält. Mir geht es heute nicht um die klassischen Argumente wie Lauferfahrung, den richtigen Trainingsplan, das richtige Marathontraining, gute Laufschuhe, etc.

Mir geht es um die “weichen” Komponenten. Um Faktoren die eine gute Marathonvorbereitung viel mehr beeinflussen als die Punkte oben. Denn was bringt es dir den besten Trainingsplan der Welt zu haben aber nicht mal zum Lauftraining zu kommen? Gerade in der Vorbereitung auf deinen Marathon (mindestens 6 Monate) muss man VOR dem Trainingsstart einige Punkte überlegen…

Wie gesagt möchte ich hier nicht die X-te Aufzählung machen was du an Training und Equipment brauchst um dich erfolgreich für den ersten (oder 10ten) Marathon vorzubereiten. Nein, es geht mir um die sozialen Faktoren. Und gerade diese werden kaum von Marathonläufern berücksichtigt. Darum scheitert das Vorhaben “mein erster Marathon” auch so kläglich und so oft bei den meisten berufstätigen Läufern und Läuferinnen.

Die wichtigsten “weichen” Faktoren um eine Marathonvorbereitung durchzustehen:

Dein Warum
Du hast dich jetzt zum Marathonstart entschieden. Großartig! Aber warum eigentlich. Und sag’ mir jetzt bitte nicht die alten Sprüche wie “etwas für die Gesundheit tun”, “mich überwinden”, “weil dieser  Marathon in der Nähe ist”…. Nein das sind nicht DEINE Gründe. Du bist ein Winner-Typ. Und du bist auch ein bisschen ein Ego. Sorry für die klare Aussage hier. Aber kein Marathonläufer oder keine Marathonläuferin der Welt ist nicht ein Stück auch ein Egoist. Denn sonst tut sich das wohl keiner an. Du willst in deiner Alterklasse gewinnen. Du willst deine Arbeitskollegen beeindrucken. Du willst die Zeit deines Freundes toppen. Du willst das Letzte aus dir rausholen. Du willst dir beweisen, dass du auch schnell und lange laufen kannst. Du willst was für dich tun. Du willst das andere über dich reden. Und genau diese egoistischen Gründe sind ein Problem. Eben ein Problem für deinen Partner. Denn wenn er diese Gründe spürt wirst du wohl kaum Unterstützung bekommen. Und dann ist deine Vorbereitung dahin.

Familiäeres Warum
Klar muss ich als 6-facher Vater auch ein Stück Egoist sein. Denn sonst könnte ich meine Familie nicht beschützen. Und ich könnte mich nicht gegen Nörgler abschotten. Diese Nörgler gab es auch hier bei runningwilli.com. Bin ich froh, dass ich die nicht mehr lesen kann. icon wink Nun musst du aus deinen Gründen (die ein wichtiger Antrieb sind) ein gemeinsames warum finden. Ich habe mit meiner Frau Angela ein gemeinsames Warum gefunden. Aber das werde ich hier nicht veröffentlichen. Sei’ kreativ (so wie in der Arbeit) und überleg’ dir was. Du wirst bestimmt gemeinsame gute Gründe finden.

Auswirkungen auf deine Zeit
Überlege dir konkret was du an Zeit pro Woche und Tag verbrauchst für den Marathonstart. Denn mit 2 Stunden die Woche wird das nix werden. Und nun überlege dir welche Auswirkungen hat das auf die Familie, den Beruf, deine Freizeit, deine anderen Hobbys, deine Freunde, den Schachverein, den Hundeverein, die Feuerwehr. …. icon wink Es hat bestimmt Auswirkungen. Und nun musst du schauen ob du das dann auch willst. Ja, du musst der Feuerwehr vielleicht sagen, dass du am Sonntag nicht Wein trinken kommst. Denn da machst du deinen langen Lauf. Oder du musst deinen Freunden  sagen, dass die Playstation Runde am Donnerstag Abend ausfällt. Weil du da hier gerade Krafttraining machst. Überlege dir jetzt noch einmal in Ruhe ob du diese Opfer bringen willst. Und glaube ja nicht, dass du auf nichts verzichten musst. Denn dann wirst du nicht lange für den Marathon trainieren. Glaube mir.

Welche Interessen werden gekürzt?
Jetzt mache dir konkret eine Liste welche Aktivitäten/Interessen du kürzt oder streichst. Du brauchst nun 5 bis 15 Stunden pro Woche mehr Zeit. Zeit für das Training. Eben das Laufen, das Krafttraining, das Dehnen, die Trainingsplanung, die Intervall-Läufe, das Umziehen, für dein Trainingstagebuch, das Lesen von guten Lauftipps (RunningWilli zum Beispiel), die Anfahrt zum Training, … Also, welche Interessen hast du gekürzt. Das Einfachste ist der TV Konsum. Denn der Durchsnittsbürger sitzt jeden Tag mindestens zwei Stunden vor der Kiste. Und das kannst du dir sparen. Dann kannst du 14 Stunden die Woche trainieren ohne dass jemand es merken wird. Aber dennnoch ist das nur die Theorie. Denn du dein Marathontraining hat Auswirkungen auf alle Interessen.

Mein körperlicher Zustand in der trainingsfreien Zeit?
Die besten Marathonläufer (fragwürdigsten eigentlich) sind die Kämpfer. Denn die machen sich im Training so kaputt, dass die dann total ausgepowert sind. Das ist von der Qualität des Trainings fraglich. Aber auch für die Aktivitäten danach. Was bringt es dir wenn du zwar nur 1 Stunde trainierst am Tag aber dafür den ganzen Tag über kaputt bist. Nur weil du dich bei den Intervallen extrem geschunden hast? Dann ist mit dir ja nix anzufangen. Und darum trainiere ich nach der RunningWilli Methode. Ich bin sofort nachdem Training bereit eine Wanderung zu machen. Weil ich ganz leicht und locker trainere. Und darum ist meine Familie auch glücklich darüber. Ich muss mich nicht nach dem Training auf die Couch legen und mit Eis behandeln. Nein, ich bin sofort aktiv. Und in der Arbeit bin ich noch schneller (und nicht müder). Aber das geht nur weil ich so langsam und “unterfordernd” trainiere. Und das ist ein großes Geheimnis für einen erfolgreichen Läufer. Mach’ dich nur kaputt im Training. Ich überhole dich dann im Rennen. icon wink

Ist mein Ziel realistisch?
Den ersten Marathon sub 4:00 (4 Stunden) oder sogar 3:30 (3 Stunden 30 Minuten). Hihi. Damit machst du dich doch kaputt. Und meistens kommen diese  Aussagen vom Stammtisch in der Kneipe. Das blöde daran ist aber auch die Vorbereitungszeit. Denn die ist meistens nur ein paar Wochen. Anfängerfehler hoch 17. Als ich meinen ersten Halbmarathon gelaufen bin wusste ich nicht was es heißt eine Schallmauer von 1:30 zu durchbrechen. Ich wäre die Zeit gleich am Liebsten beim ersten HM gelaufen. Darum könntest du vielleicht jetzt denken, dass eine Zeit unter 4 Stunden im Marathon ein Kinderspiel ist. Frag’ mal erfahrene Marathonläufer was denn eine realistische Zeit für dich ist. Oder noch besser. Mach’ eine Leistungsdiagnostik und du wirst genau sehen wo du stehst. Wenn deine Bestzeit die du laufen willst unrealistisch ist wird die Marathonvorbereitung und der Marathon selbst Frustration pur.

Hat die Vorbereitung Auswirkungen auf die Arbeitsleistung?
Du bist kein Profi. Ja, auch wenn du talentiert bist wirst du keiner werden. Darum halte dir vor Augen, dass der Marathonlauf dir kein Geld bringt. Geld bringt dir deine Arbeit. Und darum darfst du deinen Job niemals vernachlässigen. Denn dadurch kannst du deine Familie ernähren. Und nicht durch deinen “Egolauf”. Schau’ dir an ob deine Vorbereitung negative Auswirkungen auf die  Arbeit hat oder nicht. Und wenn ja musst du das anders machen. Bei mir hat die Halbmarathonvorbereitungen auch Auswirkungen. Aber sehr Positive. Denn ich bin viel kreativer. Und ich arbeite in der Zeit die ich habe noch mehr. Aber nur weil ich auch richtig trainiere und nicht wie ein Irrer trainiere.

Welche Ziele/Träume hat mein Partner?
Schön dass der Marathon ein Ziel – ja ein Traum für dich ist. Aber was ist der Traum für deinen Partner? Einen Mann oder eine Frau zu haben die für sie  da ist? Einmal eine Woche Entspannung zu haben? Unterstützung im Haushalt zu haben? Oder auch ganz was Anderes? Dann frag’ doch mal. Denn du musst deinen Partner unterstützen. Weil er/sie genauso das Recht auf ihre Träume hat. Wenn nur du einen Traum verfolgst dann wundere dich nicht wenn nach Wochen und Monaten ein Ungleichgewicht entsteht.

Das sind einige Punkte die ich dir vor dem Start in das Marathontraining empfehle. Ja, es sind Punkte die du nicht gerne hören möchtest. Aber glaub’ mir. Du wirst es nicht schaffen wenn du diese Punkte nicht beachtest. Ich habe einen Freund. Und der klagt immer: “Meine  Frau lässt mich nicht Marathon laufen. Das ist mein letzter Marathon.” Und da er eine Wettkampftyp ist will er sich nicht einengen lassen. Aber würde er seine Frau mehr einbeziehen in das Unternehmen Marathonvorbereitung dann wäre das kein Problem.

Glaub’ mir, denn ich trainiere 4 bis 6 x die Woche. Und ich habe eine Frau und 6 Kinder. Die brauchen mich. Und ich brauche sie. Aber wie machen das gemeinsam. Wir laufen gemeinsam. Ein Rezept das man erst entdecken muss. Ich wünsche dir viel Spaß  dabei.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.