Schön dass du deine Geschwindigkeit beim Laufen verbessern willst. Aber bitte nicht so. Was meine ich mit so? Es gibt genügend Läufer die im Winter bereits falsch trainieren. Einerseits weil die Geduld fehlt und andererseits weil auch die Erfahrung fehlt. So solltest du es nicht machen ….
Laufend spreche ich mit Läufern die sich auf eine Ziel vorbereiten. Da geht es jetzt meistens schon um den ersten Halbmarathon, Marathon oder 10 km Lauf. Und die ersten großen Wettkämpfe 2012 sind ja im April bereits. Da gibt es unter anderem den Wien Marathon 2012 der es einigen Läufern in Österreich angetan hat. Das ist gut wenn du Ziele hast. Aber du solltest auch wissen, dass wir jetzt Anfang Feber 2012 haben. Warum? Damit du diese Fehler nicht machst:
- Harte Intervalleinheiten
Hier kann ich nur die Hände über den Kopf zusammenschlagen. Harte Einheiten? Warum überhaupt? Ok ich mache nie harte Einheiten. Aber wenn du diese schon machst dann bitte in der Tapering Phase vor dem Wettkampf wenn du es dir schon darauf stehst und glaubst, dass du damit schneller wirst. Denn jetzt leerst du damit nur die Kohlenhydratspeicher. Und du verabsäumst es leider einen Fettstoffwechsel zu trainieren. Das rächt sich. Außerdem wirst du pünktlich zum Wettkampf ko sein. - Wettkampfzeiten testen im Training
Wer hat denn das erfunden? Mein Bekannter läuft da eine Runde von 11 Kilometern. Diese läuft er Vollgas. Und die Zeit von 59 Minuten rechnet er mal 2 um dann einen Referenzwert zu haben für eine mögliche Endzeit für den Halbmarathon. Was soll das bringen? Testläufe werden auf keinen Fall jetzt schon gemacht. Außerdem halte ich es für unbrauchbar wenn man im Training eine Strecke läuft und dann glaubt, dass man das auf den Wettkampf hochrechnen kann. Da gibt es andere Möglichkeiten die besser klappen. - Regeneration vernachlässigen
Jetzt gib’ einfach jeden Tag Vollgas. Mach’ dich kaputt. Denn je mehr und je härter du trainierst desto besser. Genau das ist das Prinzip dieser “verrückten Läufer”. Aber Regeneration ist immer wichtig. Nicht nur jetzt. Und gerade jetzt wird diese vernachlässigt weil man der Meinung ist, dass man sich bis zum Hauptwettkampf schon wieder erholt haben wird. - Hohes Tempo in der Grundlagenausdauer
Und nun ein Part der unglaublich ist. Mein Bekannter läuft rund 12 km/h auf dem Laufband. Das bin ich in den letzten Monaten und Jahren noch nie gelaufen. Das ist viel zu schnell. Und er peilt eine Zeit von 2 Stunden im Halbmarathon an. Meine Zeit liegt aber aktuell unter 1:30 beim HM. Pausenlos überholen mich Läufer die eigentlich einen schlechteren Level als ich habe. Schade, dass es noch nicht durchgedrungen ist, dass man sich damit nicht weiterentwickelt und nicht schnelller wird. Nur schneller krank oder kaputt – mehr nicht. - Intensiver Ausgleichssport
In etlichen Laufzeitschriften steht ja auch, dass man Ausgleichssport machen soll. Und da gibt es ja im Winter so einiges. Skifahren ist klar. Aber auch Tennis in der Halle ist gut. Oder doch nicht? Ich meine nicht zu oft. Eine wöchentliche Tennisstunde kann deinen Körper so unter Druck setzen, dass du auf jeden Fall einen bis zwei Tage mehr Regeneration brauchst. Und gerade diese Zeit wird dir dann fehlen wenn du im Marathon oder Halbmarathon Grundlagenausdauer brauchst.
Ich bin überzeugt, dass du deine Geschwindigkeit beim Laufen verbessern kannst. Aber warum denkst du da nicht eher an viele leichte (aerobe) Läufe? Oder an Gewichtsreduzierung? Oder daran, dass der Boden im April härter ist und dadurch schneller? Oder daran dass du im April einfach schon mehr Grundlagenausdauer hast? Oder daran, dass jetzt die ideale Zeit zum Formaufbau ist? Und daran dass du jetzt bestimmst was du im Herbst läufst weil du damit auch die Regeneration positiv oder negativ beeinflusst?
Naja waren ja nur ein paar Gedanken. Aber helfen können Sie dir auf jeden Fall.
Run ON!
Willi
