Beim Ausdauertraining den Puls von 120 halten

Wie kann man beim Ausdauertraining einen Puls von 120 halten? Diese Frage hat mir Markus gemailt. Denn derzeit trainiert er nach der Running Willi Methode. Er fragt sich wie er als Laufanfänger so einen Puls das ganze Ausdauertraining über laufen kann. Oder ob ich was falsch geschrieben hatte in den Trainingsplänen vom E Book.

Markus’ Frage zum Ausdauertraining und den Puls von 120

Markus hat mir eine ehrliche und nette e-Mail geschrieben. Eine Frage davon lautet:

In einigen Plänen sind keine Pulsbereiche angegeben, sondern ein bestimmter Puls von z.B. 120. Wie soll das gehen? Hast Du dann den Durchschnittspuls dieser Zeitperiode gemeint. Es hat mich halt ein wenig irritiert, dass Du als „Laufanfänger“ exakt auf den Schlag genau den Puls laufen kannst. Das ist selbst für einen erfahrenen Läufer sehr sehr schwer, wenn gar unmöglich. Optimale Fettverbrennung hin oder her. Kannst Du mir das erklären?

Meine Antwort wegen dem fixen Ausdauertraining

Der fixe Pulswert stimmt auf jeden Fall. Gerade im ganz niedrigintensiven Bereich von 120 oder sogar 115 Herschlägen ist der wichtig. Warum? Wenn ich ganz regenerativ trainiere dann bewege ich mich um die 115 Hf bis 125 Hf. Und da ist eben nicht Spielraum. Gemäß den verschiedenen Trainingsreizen brauche ich dann auch einen fixen Pulswert. Und genau das waren damals die 120. Ich meine damit keinen Durchschnittspuls.

Klar kann man als Anfänger den Puls nicht genau einhalten. Aber das ist kein großes Drama. Hier spielt die Laufstrecke eine wichtige Rolle. Wenn ich im Flachen gelaufen bin war das viel leichter möglich. Auf der hügeligen Strecke vor dem Haus geht das nie und nimmer. Darum habe ich diese Einheiten am Laufband oder auf der flachen Laufstrecke gemacht.

Jetzt über 2 Jahre danach kann ich exakt auf den Pulsschlag laufen. Und das sogar bei einem Lauf wo ich 670 Höhenmeter drinnen habe. Warum? Weil der Körper wesentlich konstanter ein Level halten kann. Ich kann dann bei 125 Herzschlägen laufen rauf und runter. Also der Körper ist ein Wunder und gewöhnt sich dran. icon wink

43Puls hatte ich vor dem Ausdauertraining nur. Ist das Ergebnis vom Puls jetzt gut oder schlecht? Sehr gut sogar! Ich merke wie meine Regeneration top läuft derzeit. Das war aber nicht immer so. Denn im April 2010 hatte ich ganz anders Pulswerte. Woran merkt man eigentlich, dass der Körper sich umstellt? Warum ist es ein gutes Zeichen wenn der Puls (Leistung) eine längere Zeit über stagniert? Das möchte ich dir heute erzählen.

Für mich zählt nur ein Pulswert

Es gibt viele Faktoren woran man erkennen kann ob man auf dem richtigen Weg ist. Mit “richtigem Weg” meine ich ob man richtig regeneriert ist oder ob man eine Leistungssteigerung erlangt hat. Das ideale Werkzeug für mich ist der sogenannte “Ausgangspuls”. Wie man den genau misst habe ich ja ausführlich in der Running Willi Methode erklärt. Heute geht es mir darum was die Aussagekraft dieser Werte ist. Ich brauche keinen Ruhepuls messen. Denn das ist mir zu aufwendig. Ich müsste dann idealerweise den Brustgurt der Pulsuhr die ganze Nacht oben haben. Und wenn ich aufwache sofort messen. Das hat bei mir nie funktioniert. Darum habe ich mit dem Ausgangspuls vor dem Training ein für mich viel besseres Werkzeug.

Anfang April 2010 war der Puls vor dem Training anders

Im April 2010 hatte ich einen Ausgangspuls zwischen 75 und 95 Pulsschlägen. Und dabei spielte es keine Rolle ob ich davor trainiert hatte oder nicht. Der Puls war im Vergleich zu jetzt um einiges höher. Aber Monat für Monat merkte ich hier kleine Veränderungen. Mein Körper begann sich umzustellen. Ich hatte das Gefühl, dass er die “Soft Einheiten” richtig aufgesaugt hat. “Ich will mehr davon!” schrie mein Körper förmlich. Denn laufen ist für mich Regeneration.

Alle die jetzt schon mit der Running Willi Methode trainieren möchte ich aber eine wichtige Nachricht mitgeben. Der Puls verändert sich nicht jede Woche. Bei mir gab es Wochen wo sich gar nichts getan hatte. Im Gegenteil. Der Puls wurde teilweise höher. Oder im besten Fall stagnierte der Wert vom Puls vor dem Training. Und genau das ist ein gutes Zeichen! Denn jetzt arbeitet dein Körper und stellt sich um. Bei mir gab es dann nach Monaten auf einmal einen Sprung. Wann der Sprung kommt kann man schwer sagen. Aber das Wichtigste: Geduldig bleiben! icon wink

Lebe ich noch mit einem Puls von 43 vor dem Ausdauertraining?

Gut kommen wir zurück in das Jahr 2012. Genauer gesagt in den Juni 2012 (puuh – habe das Gefühl, dass schon bald wieder Weihnachten kommt so rennt die Zeit). Diese Woche hatte ich vor dem Training einen Puls im Stehen von nur 43 Schlägen. 43 Schläge? Lebt man da eigentlich noch wenn man im Stehen nur 43 Schläge hat? Ja! Und wie! Das ist für mich die größte Bestätigung, dass meine Methode für mich wirkt. Denn in erster Linie möchte ich gesund bleiben. Ich möchte auch in 15 Jahren für meine 6 Kinder noch da sein. Und ich möchte nicht wie ein Krüppel mit Laufverletzungen herumhängen.

Darum hat es mich sehr gefreut, dass ich nun schwarz auf weiß sehe, dass mein Körper sich umgestellt hat. Nun habe ich ein gutes Fundament. Ein Fundament das mir eine schnelle Regeneration bringt. Und dabei ist es derzeit egal ob ich am Tag zu vor SB Einheiten (Tempoeinheiten) gemacht habe oder nicht. Ich freue mich, dass derzeit alles rund läuft. icon wink

Und ich wünsche dir, dass du ähnliche (Nein, noch bessere) Ergebnisse hast. Dann konnte ich auch ein kleines Stück meiner bescheidenen Erfahrungen weitergeben die geholfen haben. Lass’ mich doch per e-Mail an willi@runningwilli.com wissen wie es dir derzeit mit dem Training geht!

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.