Sind 10 km Läufe im Training als Vorbereitung auf einen Wettkampf sinnvoll? Mein Freund Gerd hat mir erzählt, dass er einen 10 km Lauf im Training absolviert hat. Dieser Lauf sollte als Vorbereitung für den Graz Marathon 2012 sein. Nun möchte ich die Frage beantworten ob es überhaupt Sinn macht 10 km Läufe im Training zu machen? Warum bevorzuge ich lieber Testläufe über die 10 km Distanz? Was ist der große Nachteil wenn man einen Trainingslauf als Vorbereitung auf das Rennen macht?
10 km Läufe im Training (als einmalige Vorbereitung auf den Wettkampf) können gut sein
Die Ausgangssitation bei Gerd ist der Start im Halbmarathon im Rahmen des Kleine Zeitung Graz Marathon 2012. Er möchte den 10 km Lauf nutzen um zu sehen wo er von der Leistung her liegt. Grundsätzlich finde ich das gut weil man eine “billige Wettkampfatmosphäre” bekommt. Man kann direkt vor der Haustüre starten. Vorausgesetzt man hat auch die Wettkampfschuhe und Wettkamfbekleidung an kann man schon “wettkampfähnliche Gefühle” bekommen.
Wenn man 14 Tage vor dem Hauptwettkampf so einen Trainingslauf macht hat man auf jeden Fall auch mehr mentale Stärke. Denn man hat ja bereits ein Teilstück schneller als im Halbmarathon erzielt. Und gerade wenn man im Wettkampf dann “matt” ist braucht man nur daran zurückdenken.
10 km Läufe im Training können schaden
Auch wenn man die Vorteile anschaut bin ich der Meinung, dass so ein Trainingswettkampf nur schaden kann. Denn wenn ich schon eine Leistungsbestimmung machen möchte dann auf jeden Fall in einem richtigen Wettkampf. Also direkt anmelden und einen 10er mitlaufen.
Warum? Training und Wettkampf sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Ich könnte im Training nie so an meine Leistungsgrenzen gehen wie im Rennen. Das geht einfach nicht. Denn im Rennen sind da andere Läufer und die Zuschauer. Die ganze Atmosphäre beim Aufwärmen und schon beim Abholen der Startnummer bringt mich auf 110%. Das kann ich im Training nicht nachstellen.
Wenn ich nun keinen 1:1 Vergleich habe weil ich im Training einen Vorbereitungslauf gelaufen bin kann ich auch nicht Rückschlüsse auf das Rennen ziehen. Es ist eher so, dass ich im Rennen aufgrund der schlechteren Trainingsergebnisse langsamer laufen werde als ich eigentlich kann. Darum mein Tipp: 14 Tage vorher einen 10 km Testlauf machen und voll am Limit rennen. Dann kann man die Zeit schön hochrechnen auf den Halbmarathon.
Run ON!
Willi

