Motivationstypen

Motivation im Sport – Motivation im Leben. Was hat die Motivation im Sport und im Leben miteinander zu tun? Gibt es verschiedene Motivations-Typen? Jürgen gibt uns authentische Einblicke in seine Entwicklung als Sportler die er aus dem vollsten Herzen geschrieben hat. Er zeigt uns die Unterschiede von den beiden Motivationstypen. Und er gibt wertvolle Ratschläge wie man diese in die Praxis umsetzt. Danke Jürgen! Ich habe irgendwie das Gefühl, dass ich doch eher der Typ 1 bin …. ;-)

 Motivationstypen

Motivationstypen

Für mich war es früher beim Badminton als ich unsere Jugend trainiert habe anfangs gar nicht zu verstehen, dass man manche Jugendlichen so zum Laufen (auf dem Spielfeld) peitschen musste. Manche haben auch die härtesten Übungen wie von selbst bis zum Pfiff aus meiner Trillerpfeife gemacht und wieder andere die haben versucht zu schummeln und waren einfach nicht dazu zu bringen, die Übungen konsequent mitzumachen. Nun könnte man meinen, dass das vielleicht ein Phänomen der Jugend sei, aber weit gefehlt. Wenn sich heute bei sich im Betrieb umschaut, da gibt es auch Menschen, die einfach nicht motivierbar sind und die auch keine Anzeichen von Eigenantrieb oder Eigeninitiative zeigen. Andere bleiben ohne auf die Uhr zu schauen abends länger, andere lassen nach 8h ihr Werkzeug fallen und gehen nach Hause. Woher kommt es, also dass manche im Sport als „untrainierbar“ gelten ?
 
Wenn man sich so umschaut so gibt es eigentlich zwei grundverschiedene „Motivations-Typen“:
 
Der Eigen-Motivierte Typ und der Fremd-Motivierte Typ:
 
Der Eigen-motivierte Typ hat eine Fähigkeit sich selbst zu motivieren. Er nimmt sich ein Ziel vor, überlegt sich wie er da hinkommt, und geht es aus innerem Antrieb an. Die Eigenschaft, dass er sich selbst Gedanken macht, wie er das Ziel erreicht, sei es dass er sich selbst einen Plan (z.B. Trainingsplan) macht, oder sich einen Trainer nimmt, der ihm genau für dieses Ziel einen Plan erstellt, ist in meinen Augen symptomatisch. Dass er sein Ziel erreicht, erscheint ihm nur logisch und diese Sorte von Menschen erreichen ihr Ziel, wenn manchmal auch kurzfristig ein Umweg gegangen werden muss, zumeist. Beispiele hoher Eigenmotivation sind Menschen, die morgens um 4:30 Uhr aufstehen und ihr Sportprogramm abspulen, egal ob es draußen stürmt oder schneit. Sie machen es weil sie auf dieses Ziel hinarbeiten. Andere setzen sich Woche für Woche für Stunden aufs Spinningbike und quälen sich zu ödestem Training, weil sie verstanden haben, dass das der Weg zu ihrem Ziel ist. Wen ich da mit diesen Beispielen jetzt gemeint habe, bleibt geheim…. ;-)
 
Der Fremd-motivierte Typ ist jemand, der nur etwas tun kann, wenn er von außen Druck bekommt. Er braucht neben dem Ziel auch genau den Weg vorgeschrieben. Dennoch windet er sich und versucht dem Druck irgendwie auszuweichen. Er braucht eigentlich ständig die Peitsche im Nacken, sonst wird geschummelt. Das Ziel zu erreichen erscheint ihm weder wichtig und er wüsste auch nicht wie er es erreichen soll. Morgens früh aufzustehen…..da würde er sich daher die Sinnfrage stellen und käme nicht im Traum darauf, dass dies notwendig ist um sein Ziel zu erreichen. Ja, weil es nicht wirklich SEIN Ziel ist, sondern das seines Trainers, sofern er sich überhaupt einen nimmt, was schon mal zweifelhaft ist, oder z.B. seines Chefs in der Firma, oder der eigenen Frau. Was auch immer. Eine Identifikation mit diesem Ziel erscheint von daher schon mal schwer bis unmöglich. Etwas von sich aus auf die Beine zu stellen…..dazu ist er nicht in der Lage.
 
Typ1 zu sein, heißt nicht, dass er sich nicht auch Fremdmotivation dazuholen kann, die ihn puscht, ABER er ist nicht von ihr abhängig. Darin liegt der Unterschied. Bei Willi kann eine Fremdmotivation der sogenannte „Willi-Faktor“ sein. Wenn er seine Familie sieht, dann geht die Motivation, noch höher…..addiert sich also zu seiner eigenen Motivation jetzt die oder die Zeit zu laufen. Bei mir „zieht“ diese Motivation auch. Bei mir ist es so, dass ich  zusätzlich auch Motivation von einer Stimmung holen kann, wie z.B. von mir fremden Zuschauern, die mich wie alle anderen anfeuern. Das holt die letzten paar Prozent raus, an die man sonst nicht in der Lage ist zu gehen.

Typ 2 zu sein heißt auch nicht, dass er nicht auch zu Höchstleistung instande ist. ABER, er ist von dieser äußeren Motivation abhängig. Ein gutes Beispiel dafür ist mein letztjährig gefahrenes Radrennen beim Triathlon. Da gab es Fahrer, die immer an den Stellen, an denen Zuschauer waren, ganz besonders wild in die Pedale getreten haben. Kurz danach, als dann Streckenteile ohne Zuschauer kamen sind die dann regelmäßig eingebrochen und ich konnte sie locker wieder überholen. Ich habe ein gleichmäßig hohes Tempo gewählt und diese Kollegen haben über-paced wenn sie äußere Motivation hatten, und sind danach ohne diese „Hilfe“ in sich zusammengefallen.
 
Ich denke Motivation, und da meine ich Eigen-Motivation ist nicht erlernbar aber bis zu einem gewissen Grad und vielleicht auch für eine gewisse Zeit kann man sich vom Typ II in den Typ I verwandeln.
 
Wie kann man das als Typ II angehen?

Man muss sich mal zurückziehen und sich Gedanken machen. Was will ich erreichen ? Warum mache ich den Sport ? Will ich überhaupt etwas erreichen ? Wer sich fragt warum er Sport macht, wird schlechte Karten haben. Wer aber darauf eine Antwort weiß, der muss sich als nächstes fragen, ob und was er erreichen will. Wenn er dann sagt, ja ich will das oder das erreichen, dann ist er nicht mehr weit weg und doch noch fern, ein Typ I zu werden…..dieses eine Mal. Hier hört es meist bei den Typ II ´lern auf. Sie hätten also ein Ziel, sich aber über den Weg Gedanken zu machen, das gehört für sie nicht dazu. Genau hier kann ich nur den Ratschlag geben, dass das genau das wichtigste ist. Man muss sich Gedanken machen wie man ein Ziel erreicht. Es gibt immer mehrere Wege, aber wer sich über den Weg keine Gedanken macht, der läuft vielleicht auf einem falschen Weg…..nämlich einem der nicht zum Ziel führt. Für wichtig halte ich auch, dass man sich Zwischenziele setzt…..im Geschäftsleben oft als „Meilensteine“ bekannt. An ihnen kann man sich orientieren, ob man noch auf dem eingeschlagenen Weg ist und ob man noch in der für sich vereinbarten Zeit liegt. Erreicht man nun als so verwandelter Typ II dieses Ziel so, kann das möglicherweise als solch intensive Erfahrung abgespeichert werden, dass er auf diesem Weg weitermacht, obwohl er vom Typ her nicht diese Veranlagung hat.
 
Wie dem auch sei wünsche ich allen Läuferinnen und Läufern, dass ihr euch Gedanken über Ziele, Zwischenziele macht und auch in welcher Zeit ihr diese erreichen wollt. Dann seid ihr auf dem besten Weg euren Spaß an eurem Sport nicht zu verlieren.

Euer Jürgen

 

Jürgen ist ein Podcast Hörer (siehe auch Post von Jürgen) der nicht nur beim Training sondern auch beim Schreiben engagiert ist. Darum wird es nun regelmäßig neue Erfahrungsberichte von Jürgen hier auf runningwilli.com geben. Danke Jürgen!

Über Willi Prokop

Mein Name ist Willi Prokop. Ich bin 33 Jahre und habe 6 Kinder gemeinsam mit meiner Frau Angela. Neben meinem Job als Manager laufe ich. Seit kurzem bin ich Autor des E Books "Wie ich 1:24 im Halbmarathon in 2 Jahren laufen konnte - Die Running Willi Methode". Ich freue mich, dass du meinen Laufblog besuchst. Mehr Über Mich gibts hier. Wenn du nichts mehr verpassen willst kannst du gratis neue Beiträge per e-Mail erhalten. Run ON! Willi

3 Antworten auf Motivationstypen

  1. Maja sagt:

    hi jürgen
    danke für diesen beitrag der aus dertiefe deines herzens geschrieben ist. man merkt richtig wie du dieses thema aufgesaugt hast. ich bin eher typ zwei und leide eigentlich darunter. darum hat es mich sehr aufgebaut das du dann eine lösung parat hattest. danke dafür. manchmal habe ich über dieses thema schon gelesen aber da gab es dann so viel gerede von test und typen und so. irgendwie kompliziert hörte sich das an. eine frage an dich: darf ich den beitrag ausdrucken und bei unserer laufgruppe austeilen. denn da haben wir oftmals die diskussion über so ein thema und ich sage auch immer dass es eben typsache ist. aber man auch was verändern kann. bitte um info ob ich das darf (genehmigung, …). was sind eigentlichdeine konkreten ziele und wie gehst du das dann konrekt an wenn du dir ein ziel vornimmst. denn da tue ich mir schwer und gebe zu schnell auf. ich hoffe ich lese noch öfters von dir. mich hätte auch interessiert wie du eigentlich trainierst und wofür. aber nur wenn es bei dir auch geht. dankedir maja!

  2. Jürgen sagt:

    Hallo Maja,

    zunächst mal vielen Dank für Deine Antwort zu meinem Bericht zu den Motivationstypen. Also ich kann Dir selbstverständlich sagen, dass Du den Beitrag von meiner Seite aus sehr gerne ausdrucken und “verbreiten” darfst. Wo kämen wir denn hin wenn wir hinter unsere Erfahrungen aus einem langen Sportlerleben auch noch ein Copyright hängen würden. Nee….also nur zu.
    Ich möchte gerne auf Deine Antwort und Deine Fragen eingehen.
    Du schreibst, dass Du darunter leidest, eher zum dem Typus von Menschen zu gehören, die eher Schwierigkeiten damit haben sich selbst zu motivieren. Ich kann Dich absolut beruhigen…..Ich denke da bist Du nicht allein, ja ich denke sogar, Du bist in der Mehrheit. Es ist ansich auch nichts schlimmes dabei Typ II zu sein, wenn man für sich damit klar kommt und es aktzeptieren kann, dass es eben so ist.
    Damit scheinst Du mir ein Problem zu haben…….und soll ich Dir was sagen……Herzlichen Glückwunsch dazu…….Das ist wirklich lieb gemeint, denn das ist die erste und zugleich entscheidende Voraussetzung, dass Du in der Lage wärst, Dich mal, oder dauerhaft, in einen Typ I zu verwandeln. Wärst Du zufrieden mit Deiner Nicht-Motivationsfähigkeit, sähest Du keine Veranlassung daran etwas zu ändern…..also nochmal….perfekte Voraussetzung.
    Du brennst auch irgendwie, das merke ich aus Deiner Antwort, diesen Schritt raus zu machen. Diese positive Erfahrung zu machen die Dich dermaßen pushed und Dich zufriedener machen kann.
    Es gibt also für Dich nur eines……Gehe es an.
    Über das “Wie” habe ich in meinem Beitrag ja schon ein paar Worte verloren, möchte Dir aber ganz persönlich hier noch etwas auf den Weg geben. Du bist bereits in einer Laufgruppe…..??…na perfekt. Vielleicht hast Du in Deiner Gruppe jemanden, dem es ähnlich “schlecht” damit geht, dass er oder sie sich so schwer damit tut ein Ziel aufzustellen, sich einen Weg zu überlegen und es konsequent zu verfolgen. Für den Anfang kann dieses “gemeinsam sind wir stark” für Dich vielleicht eine Hilfe sein. Eine Hilfe vor allem auch in der Hinsicht, dass ihr euch gegenseitig beweisen könnt, dass ihr “dran” bleibt. Eure Ziele können, müssen dabei aber nicht die gleichen sein. Schau, meine Frau möchte gerne wie ich rennradfahren und tut dies Jahr für Jahr mit wachsender Begeisterung. Mit so einem “Verrückten” wie mir, wird sie nie mithalten können und das ist aber auch vollkommen unwichtig für sie. Sie sieht mich aber trainieren und wird damit angesport ihr ganz persönliches Jahreskilometerziel zu erreichen. Wenn sie mich im Wettkampf sieht, ist es für sie kein Ansporn auch so einen Wettkampf zu machen oder auch so zu kämpfen……es ist unwichtig für das, für IHR Ziel. Nämlich im Jahr ihre angestrebten Kilometer in einem Zielgeschwindigkeitsschnitt zu fahren. Und genau das meine ich…..Es könnte sein, dass Du in Deiner Laufgruppe jemanden hast, der vielleicht viel langsamer, schneller, länger oder kürzer läuft wie Du…..aber er/sie kann sich wie Du ein Ziel vornehmen was er erreichen will. DAS zählt.
    Es heißt also……überlege Dir, in einem wirklich stillen Moment, wo Du keinen Zeitdruck hast, wo am besten niemand um Dich herum ist (ich kann das immer am besten wenn ich alleine Spaziergänge in der Natur mache), was Du gerne erreichen möchtest. So ein Ziel kann sein….z.B. eine Stunde am Stück laufen zu können, ohne anzuhalten……es kann sein 5 oder 10km bei einem Volkslauf mitzulaufen und anzukommen. Je nach Fitneßzustand können diese Ziele natürlich dann höhergeschraubt werden, ABER…..es kommt ganz entscheidend darauf an, dass gerade dieses erste Ziel das Du Dir vornimmst……….für Dich auch erreichbar ist. Schau, ich würde z.B. auch gerne wie Lance Armstrong früher die Alpenpässe mit einem 30er Schnitt hochfahren……aber dies kein realistisches Ziel und wenn ich es versuchen würde, müsste ich irgendwann einsehen, dass ich es auch mit noch so intensiven Training nicht schaffe……und gerade dieses “Nicht geschafft” hat ganz üble Folgen für Deinen nächsten Versuch ein Ziel anzugehen, weil nämlich in Deinem Unterbewußtsein verankert ist…..”das schaff ich bestimmt auch nicht” oder ” wenn´s zu schwer wird dann hör ich halt wieder auf”. Solche “Aufgeben”-Erlebnisse solltest Du also tunlichst nicht allzuviele “sammeln”……sondern eher die “hey spitze, ich habs geschafft, weil ich es einfach gewollt hab”…..
    Ja, also setze Dir dieses erste Ziel also nicht zu hoch. Es soll Dich aber auf der anderen Seite auch in dem Maße fordern, dass Du nicht hinterher sagst, “ja, das war ja auch wirklich keine große Kunst das zu schaffen”. Es soll also schon eine Herausforderung sein, die ein Stück über dieser Schwelle liegt…..und…..die Dir am Ende ein “Super….ich habs geschafft” in Gedanken entlockt.
    Das wird Dein Selbstbewußtsein und damit Deine Fähigkeit Dich selbst zu motivieren ungemein stärken…..und Dich zu neuen, höher gesteckten Zielen führen, die Du dann in ähnlicher Form bestehen kannst. Und ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen……wenn Du genug solcher Erfahrungen gemacht hast, dann macht Dich das so stolz und innerlich sicher, dass Du nicht nur im Sport eine Wandlung zum Typ I vollzogen hast.

    Hört sich alles sehr einfach an, stimmts…..Im Prinzip ist es das auch…und wie gesagt….aus Deiner Antwort spüre ich auch, dass Du das schaffen kannst, wenn Du Dir die richtigen Ziele setzt.
    Wo bleibt das “ABER”…?….Ja natürlich gibt es auch so ein “ABER”. Es ist wichtig sich frühzeitig, also schon in so Phasen wo man das Gefühl hat, alles klappt, alles wird immer besser und ich bin stark……dass man sich bereits da schon darüber im Klaren ist, dass es auch Phasen gibt, in denen es keinen Fortschritt gibt, ja, wo es sogar mal rückwärts geht. Ich kann Dir sagen, solche Phasen habe ich unzählige durchgemacht……aber ich kann Dich ermuntern……ich habe auch unzählige Male erlebt, wie stark man aus solchen Phasen rauskommt, wenn man durchhält.
    Ich überleg mir gerade in den Phasen wo es scheinbar super läuft, was jetzt passieren würde wenn das nächste Training miserabel wird oder ich krank werde etc. Natürlich hofft man das dies nicht eintrifft…..aber irgendwann holt einen so eine Erfahrung ein. Dann hilft es wenn man die Vorgehensweise vorher mal durchgespielt hat wie man dann reagiert. Ich sag Dir ein Beispiel wie ich das mache.
    Ich habe mir im Oktober letzten Jahres ein Lauftrainingsprogramm erstellt. Da ich von über 18 Jahren hartem Badmintonspielen etwas lädierte Kniegelenke habe, war für mich wichtig und somit ein erstes Ziel, dass ich innerhalb eines halben Jahres in der Lage bin, 60 Minuten durchzulaufen…..ohne Schmerzen. Wenn Du Interesse an diesem Plan hast, dann kann ihn Dir gerne mal zumailen….nur damit Du mal siehst wie ich den aufgebaut hab. Das fängt nämlich mit 1er Intervallen an….also 1Min. Laufen, dann 1Min.gehen….und wiederholt sich bis 40 Minuten Trainingszeit um sind. Jede Woche, so war das nächste Zwischenziel, will ich das jeweilige Wochenintervall 3x laufen. Ich laufe immer Mittwoch, Freitag und Sonntag. Da ich, wie ich gleich noch erzählen werde, in Richtung Triathlon trainiere, habe ich ja noch andere Sportarten die trainiert werden wollen. Von Vorneherein hab ich mir gesagt….”Schlechtes Wetter” wird es nicht geben….d.h. “Draußen ist mir zu kalt” oder “Iih, es schneit oder regnet…da geh ich nicht raus”…..Diese Ausreden hab ich mir vor Beginn gleich mal abgeschminkt. Wenn Lauftraining ist, dann ist Lauftraining. Wenn ich mit meiner Frau um 20Uhr ins Kino gehen will weil da der Film losgeht, dann wird es nicht funktionieren, wenn ich um 5 vor 20Uhr ein Telefonat beginne weil grade ein alter Bekannter anruft. Nein, dann sage ich dem “sorry….ich ruf Dich zurück, aber um 20 Uhr fängt unser Film an.” Da doch selbstverständlich, oder ? Für´s Training sollte das nicht anders sein. Wenn Du Dir eine Zeit oder einen Tag vornimmst….dann mach es auch unbedingt an diesem Tag…..Lass keine Ausrede gelten…..denn der innere Schweinehund wird sich genau diese Ausrede merken und sie wieder vorholen, wenn´s mal wieder etwas schlechteres Wetter hat. Jetzt bin ich natürlich mit meinem Programm schon weit gekommen und voll dabei…..aber……bei mir steht Mitte Februar eine Zahn-OP an. Da weiß ich jetzt schon…..in der Woche wird mit Training wohl nix gehen. OK, aktzeptiert, ABER…..ich höre deswegen nicht mein Laufprogramm auf. Ich habe mir einfach verordnet, diese voraussichtlich eine Woche nicht zu trainieren. Dafür werde ich die darauffolgenden 3 Wochen jeweils 4x trainieren…..um diese Woche wieder aufzuholen. Ich mache dabei einfach das Programm der KW7 zweimal nacheinander und knöpfe mir dann nach dreimaligen Lauf die nächste Woche vor…..also hab ich innerhalb von 3 Wochen den Stand, wie wenn ich die Zahn-OP gar nicht gehabt hätte. Genauso verfahre ich wenn ich krank werde. Noch während ich krank bin (da hat man ja Zeit) überlege ich mir, indem ich das dann schriftlich auch festhalte, wie ich dosiert mit dem Training wieder beginne und wie ich meinen Rückstand wieder aufholen kann.
    Durch dieses vorherige Durchdenken, müsste schon viel passieren, dass ich mein Ziel nicht erreichen kann.
    Ok, ich hab schon wieder mal einen Roman verfasst……sorry….aber mir liegt daran Dir zu helfen und da will ich Dich nicht mit einer schnellen Antwort abspeisen.
    Du hast mich noch gefragt was meine konkreten Ziele sind. Wie ich diese konkret angehe, ist natürlich schwer beschreibbar. Dafür müsstest Du meine Trainingspläne sehen und selbst damit könntest Du vermutlich wenig anfangen, weil Du die darin enthaltenen Übungen wohl nicht kennst. Ich denke wie ich an meine Ziele herangehe hab ich Dir ja beschrieben……wie mit Tiefschlägen umgehe auch…..Was sind also meine konkreten Ziele ? Nun…..ich unterscheide bei mir zwischen kurzfristigen, mittelfristigen und langfristigen Zielen. Willi ist da ja eher zurückhaltend diese anderen mitzuteilen, aber das ist für ihn auch richtig so. Ich bin da eher so, dass ich möglichst vielen Bekannten, Freunden, und jetzt auch Dir, mitteile, wie meine Ziele aussehen, weil mich das motiviert, schon deswegen nicht aufzugeben, weil die ja meine Ziele kennen und nur drauf warten zu sagen “war ja klar…..hat er wieder den Mund zu voll genommen”. Ich glaub zumindest bisher hab ich noch keinem die Chance gegeben, dass er das über mich sagen konnte…..obwohl meine Ziele sicher für Aussenstehende recht hoch gesteckt sind. Ich fahre seit vielen Jahren Rennrad und hier ist meine Leidenschaft das fahren von Radmarathons geworden. Um Dir ein Gefühl zu geben was das heißt…..Von einem Radmarathon spricht man, wenn die Streckenlänge größer 200km ist. Solche Marathons sind meist gespickt mit sehr vielen Höhenmetern und so kann es sein, dass man da wie beim Ötztaler Radmarathon 238km Streckenlänge und über 5500 Höhenmeter fährt. Mit dem Kühtai, dem Brenner, dem Jaufenpass und abschließend dem Timmelsjoch gilt es 4 Alpenpässe zu bezwingen.
    Ich habe durch unseren Hausbau leider 5 Jahre gar keinen Sport mehr gemacht und vor jetzt gut 3 Jahren einen Plan aufgestellt, der eine jährliche Steigerung der Jahreskilometerleistung vorsieht. Ich komme jetzt ins 4.Jahr und das Zwischenziel ist, im nächsten Jahr wieder mit dem Fahren von Marathons anfangen zu können……Im letzten Jahr war Plan, dass ich einige Male bis zu 160 bzw.170km Strecken fahre. Das hab ich dann auch so geschafft. Dieses Jahr sind mindestens 2 Strecken dabei, die die 200km Grenze erreichen sollen. Dann sollte ich wieder fit genug sein, um den Marathon nicht nur als Schinderei (das ist es sowieso) sondern auch als Erlebnis das man nie vergisst zu erleben.
    “Unglücklicherweise” kam im letzten Winter eine zusätzliche Leidenschaft zu Tage, die mich ganz neu gefesselt hat……Triathlon. Mein Problem war…..Laufen konnte ich damals aufgrund meines zu hohen Gewichts und meiner dadurch verschlimmerten Knieprobleme nicht……schwimmen…….ja Brust ganz gut, aber Kraulen….mangelhaft….
    Darum hab ich mir überlegt….wie schaff ich das trotzdem ? OK, wenn ich wieder Laufen anfangen will, dann muss Gewicht runter……viel Gewicht……Ich hab dann im letzten Jahr knapp 15kg abgenommen…….also geschafft. Dann hab ich mir überlegt….Ende September bis Mitte Oktober ist der Übergangsmonat…..da ist Ruhe angesagt…..kein Sport…Dann versuch ich es…….mit dem Laufen. Davon hab ich oben schon geschrieben….und ich bin voll dabei…….und die Knie halten…..Gleichzeitig ist das Radtraining auf dem SpinningBike auch nicht “liegen geblieben”. So trainiere ich momentan 3x Spinning und 3x gehe ich Laufen. Schwimmen…..da muss ich im Sommer einen Kurs besuchen, bevor ich das im Training hinzu nehme. Ja, denn zu meinem Radmarathonziel…..das ich nach wie vor verfolge ist jetzt dazugekommen. Ich will einen Triathlon mitmachen……alle 3 Disziplinen. Im letzten Jahr hab ich bei der Kraichgau Challenge in einer Staffel mitgemacht. Wir waren also zu dritt….einer schwamm, einer fuhr Rad (ich) und einer lief. Diese Erfahrung mit wie hinterher berichtet wurde über 40.000 Menschen an der Strecke war derart überwältigend…..das ich dieses Adrenalin wieder brauche. Das war so megastark….es hat mich gepackt.
    OK, Maja, an dieser Stelle hoffe ich, ich konnte Dir einen Einblick über meine Ziele geben, und …..was mir noch viel wichtiger wäre, ich hoffe ich konnte Dich motivieren, es anzugehen ein Typ I Selbstmotivator zu werden.
    Wenn Du noch Fragen hast, wenn Du Unterstützung für den Anfang suchst (ich weiß der Anfang ist meist die größte Hürde), dann zögere nicht, Dich wieder hier zu melden. Mein Ziel wäre es, wie es auch Willi´s Ziel ist, Dir und anderen Läuferinnen und Läufern eine Stütze und Hilfe zu sein um euch den Spaß und die Freude zu ermitteln,die uns unser Sport bereitet. Wenn das rübergekommen ist, dann würde mich das sehr freuen.
    Für heute…..
    ganz herzliche Grüße
    Jürgen

  3. Jürgen sagt:

    …….wahrscheinlich nicht mein einziger Rechtschreibfehler……..aber der ist mir gleich ins Auge gesprungen…….ganz zum Ende sollte es natürlich heißen…..”….und die Freude zu vermitteln…….” und nicht “ermitteln”….

    so long..

    Jürgen