Jeder kann seine Ausdauer verbessern – der Frust Willi

Ich konnte seit 2005 meine Ausdauer verbessern

Du kannst deine Ausdauer verbessern. Das ist klar. Aber ich bin der Meinung, dass du deine Ausdauer verbessern kannst und damit deine Grenzen sprengen wirst. Es zählt nicht wo du heute stehst. Es zählt nur wo du hinläufst. Dazu möchte ich dir eine frustrierende Geschichte von mir erzählen. Diese ist im Jahr 2005 passiert. Und diese Geschichte kann ich heute gar nicht mehr glauben …

2005 hätte ich nie gedacht, dass ich jemals einen Halbmarathon  in 1:24 laufen könnte.

Bei mir gibt es ein paar Gesschichten in meiner “Karriere” die ich nicht mehr vergessen werde. Die heutige Geschichte hat sich so in mein Hirn eingebrannt, dass ich diese nun einmal hier im Blog loswerden möchte. Es soll dir zeigen wie sehr man seine eigene Ausdauer verbessern kann. Und das obwohl (und gerade weil) man derzeit gar keine gute Ausdauer hat.

Im Sommer 2005 schnappte ich mir das Fahrrad. Ich hatte wieder einen dieser Anfälle. “So, jetzt tue ich was für meine Gesundheit!”. Da ich ein Familienmensch war und noch immer bin wollte ich nicht alleine fahren. Nun kam mir die glorreiche Idee, dass ich doch meinen kleinen Sohn Tobias mitnehmen könnte. Tobias war 1,5 Jahre zu diesem Zeitpunkt. Also ein idealer Mitfahrer. Gesagt getan montierte ich den Kindersitz am Fahrrad. Schon das war eine Prüfung für mich. Denn ich habe a) zwei linke Hände und b) keine Geduld und c) keine Ahnung wie man das macht.

Nach dem Aufwärmen (Montieren vom Sitz) ging es los. Bei uns geht es 500 Meter einen Berg runter. Das war natürlich der ideale Start. Der Start in die Fahrt meines Lebens. Denn nun wollte ich ja mein Leben umkrempeln. Ich wollte diesen Schwimmreifen den ich immer dabei hatte weghaben. Aber – aber. So weit sind wir noch gar nicht. Es ging nun 10 Minuten immer bergab. Denn nach dem Bergab bei uns kam ja noch ein Berg. Und dann noch ein Berg. War das angenehm heute. Warum hatte ich das früher nicht gemacht.

So. Nachdem ich nun einige Höhenmeter bergab überwunden habe dachte ich mir, dass ich wohl wieder umdrehen sollte. Naja ich bin nicht weit gefahren. Und nun ging es erst richtig bergab. Und das obwohl ich bergauf fuhr. Ich hatte das Gefühl, dass wir standen. Ich machte keinen müden Meter. Ich war platt nach 50 Metern. Ich trat voll rein und es rührte sich kaum etwas. Das Gefühl war von großer Hilflosigkeit geprägt. Nun merkte ich wie es um meine Ausdauer geschehen ist. Ich merkte, dass ich gar keine hatte. Aber das war mir in diesem Moment noch egal.

Denn das Einzige das zählte war die Frage: “Wie komme ich jetzt wieder nach Hause?” Mein Fettring am Bauch quillte über meine Hose und es tat richtig weh. Die Sporthose drückte so auf den Schwimmreifen, dass ich Schmerzen hatte. Es war unbeschreiblich. Unbeschreiblich hart. Unbeschreiblich realistisch. Denn nun konnte ich den Speckmantel nirgends verstecken. Und ich konnte auch nicht so tun als ob ich gut drauf wäre. Es war schrecklich.

Nach etlichen Minuten entschied ich mich dann vom Rad zu steigen. Das ist das Schrecklichste überhaupt. Denn die Nachbarn sahen mich schon von der Weite kommen. Und ich überlegt -zig mal ob ich absteigen sollte oder nicht. Aber ich wollte mich ja nicht genieren. Dennoch konnte ich nicht anders. Total frustriert ging es bei den Nachbarn vorbei. Die hatten echt Spaß. Aber nicht weil die Runde so lustig war. Die hatten nun was zu reden. Der Willi kommt nicht mal den Berg rauf. Einfach nur scheiße. Einfach nur niederschmetternd. Als “Belohnung” oder eigentlich als Frustbewältigung gab es dann abends Eis und Chips. Das war’s.

Wenn ich an diese Erlebnisse denke kann ich es nicht glauben. Denn nun 2012 laufe ich diesen Berg zügig rauf. Dabei habe ich einen Puls von 130 Schlägen pro Minute. Der Bauch drückt nicht mehr weil nicht mehr viel da ist. Und die Nachbarn sind auch nicht mehr da. Die wundern sich nur wie man den Berg so schnell rauflaufen kann. icon wink

Dieses Erlebnis macht mich aber auch demütig. Denn ich weiß genau wenn ich mit dem Sport aufhöre würde ich wieder so werden weil ich auch heute noch ein Frustfresser bin. Nicht von heute auf morgen. Aber in einem Jahr kann alles anders aussehen. Darum bin ich dankbar, dass ich laufen kann. Dankbar, dass ich zwei gesunde Füße habe.

Run ON!

Willi

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