Der Tag nach dem Wettkampf war da und mir ging es eigentlich gut. Kein Muskelkater, nur am Oberkörper ein paar Verspannungen im Schulter und Armbereich. Aber…….ich fühlte mich unendlich müde……am ganzen Körper und so hab ich dem dann auch nachgegeben und immer wieder mal ne Stunde oder zwei geschlafen. Das tat gut. Auch am zweiten Tag stand viel Schlafen auf dem Programm.Hier merkte ich dann aber schon, dass es mir gefühlstechnisch nicht mehr ganz so gut ging. Oh weh…..
Die Tachoauswertung von Jürgen beim Radfahren direkt im Wettkampf
Kleiner Nachtrag zu der Tachoauswertung. Hier seht ihr mal meinen Pulsverlauf, und das dazugehörende Höhenprofil. Die farblichen Zonen zeigen die Pulszonen. Also rot….für roter Bereich….wobei der untere Bereich der roten Zone noch nicht die AES ist. Sie liegt bei mir bei 171 Schlägen. In diesem roten Bereich habe ich 61,1% der Gesamtzeit verbracht. Im Training sind solche Werte für mich nie erreichbar gewesen. Enorm, was das Adrenalin und die Zuschauer da aus einem rauskitzeln.
vor zwei Tagen noch im absoluten High der Gefühle und jetzt…… begann ein Absturz….steil nach unten…..eigentlich vergleichbar mit den Fahrten auf den Gipfel eines Berges und der anschließenden Abfahrt. Ich kenne solche „Abstürze“ und mich würde interessieren, ob es da unter euch auch Athleten gibt, denen das genauso geht.
Es ist ein mentales Problem, fast eine Depression. Man kommt von diesem Hype zurück in sein leises Wohnzimmer und sitzt da und denkt zurück und hat nach vorne hin irgendwie jegliches Ziel verloren. Mir geht das manchmal sogar so, wenn wir von einer schönen Geburtstagsfeier nach Hause kommen. Eben noch der Trubel, die netten Leute, die netten Gespräche…..und dann zuhause plötzlich die Ruhe die man in diesem Moment gar nicht haben will.Schwer zu beschreiben. Für mich dann auch das Problem…..
Wie geht es jetzt sportlich weiter. Das große Ziel 2011 ist erreicht. Das Training mit meiner Trainerin zumindest vorerst ist beendet (im November will ich eventuell wieder mit ihr starten) und somit heißt es plötzlich selber wieder Trainingspläne schreiben…….aber mit welcher Motivation.
Ich bin zwar ein Mensch der es immer wieder schafft eigene Motivation zu schaffen, aber in dieser Durchhängephase fällt das gerade richtig schwer. Anfang Juli habe ich noch ein kleines 20km Rennen, aber was mir viel wichtiger wäre ist, bis zum Winter meine Form zu halten oder zu verbessern. Einen ersten Schritt in diese Richtung habe ich getan, in dem ich mir die nächsten 2 Wochen bereits geplant habe…….aber wie die Motivation dann sein wird, wenn ich auf dem Rad sitze, muss man schauen.
Was zudem ein Problem ist, sind meine Sitzknochenprobleme die heute nach einer kompletten Woche ohne Radfahren beim aufsteigen aufs Rad sofort wieder spürbar da waren. Also was ernsteres was beobachtet werden muss. Steht mir eventuell eine längere Phase bevor, in der ich nicht Radfahren darf ? Gibt es sowas wie einen Fersensporn auch am Beckenknochen ? Hm…..
Was mich wie gesagt interessieren würde ist, wie es euch nach euren Hauptwettkämpfen geht. Erlebt ihr dann auch dieses emotionale Tief danach ? Wenn ja, was tut ihr um wieder neue Motivation aufzubauen ? Was würdet ihr an meiner Stelle tun ? Ist es eventuell ein Fehler nach einem solchen Wettkampf noch eine Woche Urlaub zu haben…..also viel Zeit für dieses „Loch“ zu haben ?Bin für jeden Tipp dankbar.
Euer Jürgen


Hallo Jürgen,
die Überschrift sagt für mich eigentlich alles aus. Und genau so erlebe ich es jedes Mal. Und eben nicht nur nach Wettkämpfen. Auch wenn ich einen sehr schönen Tag mit der Familie erlebe dann kann es solche demotivierenden Momente geben. Ich weiß nicht warum aber es ist bei mir auch so.
Was mich echt wundert bei dir ist, dass du keinen Muskelkater hattest. Aber das kann ja nicht nur an den O Motion Kompressionssocken gelegen haben oder?
Und das genau ist für mich das beste Zeichen. Denn anhand der Regenerationszeit nach dem Wettkampf sieht man wie gut man eigentlich ist. Nach meinem ersten Halbmarathon brauchte ich sage und schreibe 4 Wochen Regeneration. Naja vielleicht bin ich wirklich stark über dem Limit gelaufen aber trotzdem. Ich konnte mich kaum bewegen. Heute trainiere ich am vierten oder fünften Tag danach Vollgas wieder. Und auch du hast mittlerweile eine sehr gute Verfassung erreicht. Ich bin davon überzeugt, dass du noch weitere Entwicklungsschritte machen wirst. Denn diese Verfassung ist ein eindeutiges Indiz dafür.
Deine Tachoauswertung ist schon eindrucksvoll. Und genau das erlebe ich auch immer wieder. Ich hätte eigentlich laut der Leistungsdiagnostik nicht annähernd so schnell laufen dürfen wie in meinen bisherigen Wettkämpfen. Aber ich tue es. Und genauso sieht man das bei dir. Aber die Herausforderung liegt in der Wettkampftaktik. Du hast ja von deiner Trainerin eine Taktik bekommen. Aber die besagte bestimmt nicht , dass du solange im roten Bereich fahren sollst oder? Ist deine Taktik dann so wie bei mir gewesen, dass du rund 2/3 mit dem Kopf und 1/3 mit dem Herzen gefahren bist?
Ich selbst habe immer fast schon Angst von diesem Burnout was du da schreibst. Gerade nach meinem größten Erfolg (den Halbmarathon unter 1:30) wollte ich sogar ganz mit dem Laufen aufhören. Heute denke ich mir, dass ich einen Klopfer gehabt haben muss. Aber die Emotionen waren derart massiv, dass ich mich starr fühlte. Ich hatte überhaupt kein Ziel mehr. Und ich hatte auch kein gutes Gefühl mehr. So wie bei dir. Warum weiß ich nicht aber es wird auch nach dem nächsten Highlight bestimmt kommen.
Ich finde es gut, dass du die nächsten konkreten Schritte geplant hast. Denn meine Erfahrung ist auch, dass man hier einfache und kurzfristige Dinge planen sollte. Alle Dinge die zu weit weg sind schafft man hier nicht in der Phase.
Den Fersensporn am Beckenknochen kann ich mir schon gut vorstellen. Aber vielleicht kann hier ja Ronny was dazu sagen. Der weiß bestimmt Rat. Ronny, bitte melden!
Der Urlaub nach so einem Wettkampf ist bestimmt nicht vorteilhaft. Naja für die Regeneration schon. Aber jeder Mann braucht Arbeit. Und wenn du nun mental angeschlagen bist und dann keine (verzeihe) “richtige” Arbeit hast kann das schlecht sein. Darum dränge ich dann in der nächsten Woche den Sport etwas nach hinten und versuche in der Arbeit noch mehr an Projekten zu machen. So muss ich nicht dauernd an den Sport denken. Und wenn dann der Drang nach dem Sport wieder da ist gehe ich es wieder an. Aber ganz abschalten geht eh nicht denn in der Arbeit fragen ja meistens dann viele Leute wie es mir ergangen ist. Apropos. Wie war die Reaktion bei dir in der Arbeit auf diesen Erfolg eigentlich?
Wie gesagt: Du hast ein tolles Rennen hingelegt. Aber noch toller war die lange Vorbereitung und dein Wille! Ich freue mich bereits auf die Kraichgau Challenge 2012 mit dir gemeinsam. Das wird kein leichtes Rennen für mich. Denn bei rund 30 Grad braucht man viel Kraft um eine ordentliche Zeit zu laufen. Aber ich mache es wie du. Ich bereite mich top darauf vor. Und wenn es nicht klappt dann machen wir noch einen Anlauf!
Run ON!
Willi
Hallo Jürgen!
Zunächst möchte ich mich kurz vorstellen: Ich bin Stefan, komme aus Tirol und verfolge “RunningWilli” nun schon seit ca. einem Jahr -- vielen Dank an dieser Stelle von mir an Willi für den tollen Blog u. Podcast -- Ich erkenne mich selbst oftmals in Deinen Beiträgen wieder (sowohl bei den positiven als auch bei den negativen Erfahrungen mit dem Lauf- (bzw. Ausdauer-) Sport.
Ich kenne diesen “BurnOut” auch. Ich komme aus der “Rad Ecke” mit gelegentlichen Ausflügen in andere Ausdauersportarten, einmal in der Woche Hallenfußball, ab und zu (früher in der Jugendzeit leistungsmäßig) Tischtennis und andere Sachen als Ausgleich -- ich fahre das ganze Jahr über hauptsächlich am Ergometer und (wohnortbedingt
) am Mountainbike. An Wettkämpfen nehme ich bisher überhaupt nicht teil -- aber mein sportlicher Höhepunkt des Jahres ist nun seit inzwischen 4 Jahren im Mai / Juni ein Urlaub auf Mallorca mit Kollegen zum Rennradfahren.
Da trainiert man so das ganze Jahr vor sich hin und dann kommt eine Woche in der ich (für MICH und meine Verhältnisse) brutale 550 km mit 6.700 HM aufgeteilt auf 4 oder 5 Touren auf die Straße knalle. Auch wenn man großteils auf seine Kräfte (und den Puls) achtet gibt es immer wieder Berge oder Anstiege mit zBsp. 900 HM auf 10km wo einen der Ehrgeiz übermannt und man sich denkt: letztes Jahr bin ich hier Zeit x raufgefahren -- dazu habe ich zBsp. vor einem Jahr mit dem Rauchen aufgehört -also muss es diesmal mindestens x -- 10min sein,… Ausserdem gibts da immer wieder mal kleinere interne “Wettkämpfe” mit den Kollegen die dabei sind. Was ich damit sagen will: es gibt immer wieder auch längere u. kürzere Teilstrecken wo über der AES gefahren wird und im Hirn der kleine Schalter welcher normalerweise die Schmerz- u. Leistungsgrenze regelt einfach ausgeschaltet wird.
Und obwohl der Urlaub eigentlich Gefühls-, Leistungs u. Körpermässig gut überstanden wird beobachte ich, schon seit dem ersten mal, danach das von dir beschriebene sportliche “BurnOut Syndrom”.
Patentrezept habe ich leider bisher keines -- ich geh’s danach meist langsam an und muss mich nach 4-5 Tagen totaler Pause zu einigen lockeren Regenerationseinheiten “zwingen” -- 2 oder 3 Wochen danach kommt dann der Spass an der Sache an sich von alleine wieder und ich kann mit intensiveren Einheiten beginnen.
Gruß,
Stefan
Hallo Jürgen, hallo Willi,
ich melde mich morgen bei Euch.
Bis dann,
Ronny
Hallo Stefan,
wie Du vielleicht gesehen hast…..hab ich von hinten her die Kommentare angefangen zu beantworten……und so möchte ich auch zu Deinem Kommentar (vielen Dank) antworten……aber wohl erst in den nächsten Tagen…..denn es ist spät geworden….
Viele Grüße
Jürgen
Guten Morgen Jürgen,
erstmal Respekt über Deine Leistung sowie die der ganzen Staffel.
Seit 14 Tagen bin ich auch etwas von Staffelrennen infiziert, ohne jemals ein solches Rennen absolviert zu haben. 2012 soll es dann sein (eine Familienstaffel im Triathlon).
Zu Deiner Anfrage bezüglich der Spornbildung.
Aus rein anatomischer Sicht kann es überall zu einer Spornbildung kommen wo sich Sehnengewebe am Knochen befindet. Und da fast jeder Muskel über ein Sehnengewebe mit dem Knochengewebe verbunden ist, dann fast überall sich ein Sporn bilden.
Häufige Stellen sind die Fuss-, Wirbelsäulen- und Beckenregion. Weshalb? Eine Sporn bildet sich wenn man, einfach ausgedrückt, permanent an der Sehne zieht (mittels Muskelkontraktion). Die relativ weiche Verbindungssubstanz (knocheninserierender Weichteile) zwischen Sehne und Knochen gibt über einen langen Zeitraum immer mehr nach…ein Sporn bildet sich.
Eine Rückbildung ist zumeist über mehrere Wochen möglich. Dabei sollte man zuerst den Hauptauslöser (das “Ziehen”) reduzieren bzw. vermeiden. Konservative wie auch operative Behandlungen sind können unterstützend bzw. notwendig sein.
Mein Tipp: richtige Diagnose einholen, und vorher keinen “Kopf” darüber verlieren
Viele Grüße
Ronny
Also Jürgen
erst einmal herzlichen Glückwunsch zu deiner Leistung .
Ich persönlich würde es locker angehen , also ich würde mit dem Rad in den Biergarten fahren und das Training erst langsam wieder hoch fahren.
Das wichtigste ist jetzt eher das gleichgewicht der Gefühle zu finden da es doch sehr anstrengend war die vorbereitung der Wettkampf und danach bums aus das wars geschafft und nun.
locker und langsam starten denke das dann der Biss von alleine wieder kommt und neue Ziele suchen auch wenn sie kleiner sind.
Hallo Stefan,
danke für deinen motivierenden Eintrag hier. Ich hoffe, dass das nicht dein letzter war….
Mich würde eine Rückmeldung zu meinen Podcasts von dir interessieren. Was findest du an den Podcasts gut und was nicht so? Sind die Podcasts in der letzten Zeit (über 20 Minuten) zu lange? Ich hatte am Anfang recht kurze Podcasts und wahrscheinlich ist nicht jeder so ein Typ, dass er so lange zuhören will. Mich würde deine ehrliche Meinung dazu interessieren.
Also wenn man Tiroler ist dann noch am Ergometer fahren….. ich verrate es eh nicht….
Ich denke du hast ein gutes Rezept wie man mit dem Burn Out umgehen kann. Denn das hört sich äußerst vernünftig an was du da machst. Und man braucht unbedingt den Spaß an der Sache. Sonst kann man kaum wie du solche Radeinheiten im intensiven Bereich machen.
An Tirol habe ich äußerst gute Erinnerungen. Letztes Jahr haben wir bei einem Familientrainerkurs ein Ehepaar aus Tirol kennengelernt. Und im Sommer werden wir alle eventuell in Tirol Urlaub machen.
Run ON!
Willi
Hallo Ronny,
der Jürgen steckt wirklich alle an hier. Zum Glück bereitet der sich (noch) nicht auf den Ironman vor….
Run ON!
Willi
Hallo Christian,
ich bin grade etwas hintendran mit Willi´s Seite, was das lesen neuer Kommentare angeht und vor allem mit dem selber schreiben. Leider sieht man nur die letzten 50 Kommentare und da sind jetzt schon einige rausgefallen, die ich noch nicht gelesen hab. Naja…..
Auf jeden Fall recht vielen Dank für Deine Glückwünsche zum Wettkampf. Bye the way…..wie ist eigentlich Dein Wettkampf gelaufen ? Du hattest doch am gleichen Tag auch Deinen ersten HM, oder verwechsel ich Dich da ? Vermutlich hast Du schon drüber berichtet, oder ? Und ich habs versäumt……wie komm ich da nun wieder hin ? Vielleicht kann Willi mir helfen.
Ja, vielen Dank für Deine Tipps zu meinem leider immer noch anhaltenden Biker-Burn-out. Also ich muss gestehen, dass ich´s so schlimm weder erwartet hatte noch hatte ich es schon mal so schlimm. 2,5 Wochen nach dem Wettkampf bin ich nicht wirklich wieder drin im Training. Meine Beckenknochenverletzung macht das ganze aber auch richtig schwer. Heute bin ich das erste Mal wieder auf eine Langdistanz (139km) gegangen……und bin jetzt total platt. Also die große Motivation konnte ich mir leider auch da nicht holen. Es hat nicht wirklich Spaß gemacht. Die Strecke war vom Straßenbelag fast durchgängig schlecht….eigentlich eher für Mountainbikes mit Vollfederung geeignet…..es war brutal windig…..und die Temperaturen haben mich auch nicht grade erwärmt. Naja Schwamm drüber…..hauptsache mal wieder auf dem Rad gesessen…….wenn auch genau das meinem Beckenknochen nicht wirklich gut getan hat.
Wie Du schreibst……”…..vorbereitung auf den Wettkampf und danach bums aus das wars geschafft und nun….” ja….genau das triffts…..und genauso kam es auch….. Man steht dann daheim vor seinem Rad und stellt sich genau diese “und nun”-Frage. Da ich zeitgleich mein Training mit meiner Trainerin bis November ausgesetzt habe muss ich mir die Trainingspläne bis dahin selber schreiben…..und was mir früher super leicht gefallen ist weil ichs ja immer so gemacht hab, fällt mir jetzt superschwer. 3 Monate musste ich mir dazu überhaupt keine Gedanken machen und die haben mich jetzt anscheinend verwöhnt. Gerade in dieser “und nun”-Phase ist das nicht leicht wieder einen Start zu finden.
Wie war das eigentlich jetzt diesbezüglich bei Dir nach Deinem Wettkampf ? Gings Dir ähnlich oder stehst Du da eher über solchen Dingen ?
Neue Ziele…..nun….das ist gerade schwierig. Ich habe mich zwar für 10.Juli bei einem weiteren kleinen Staffeltriathlon angemeldet, aber den würde ich eigentlich liebend gerne absagen, wenn das noch geht, denn meine Form hat bereits ziemlich gelitten und ich hätte da momentan viele Speed-Sprints machen müssen und da solche Dinger brutal weh tun ist meine Motivation für ein solches Training eher gerade nicht angesagt. Eine schlechte Leistung dort könnte mich dann motivationstechnisch eher weiter runterziehen, fürchte ich. Leider erreiche ich aber von der Staffel gerade niemanden und ich kann nur hoffen, dass sie für mich noch einen Ersatz kurzfristig parat haben.
Wann ist bei Dir eigentlich der nächste Wettkampf ?…..ich muss unbedingt Deinen Bereicht zum letzten Wettkampf lesen……ich denke doch Du hast berichtet…..oder ?
Jürgen
Jürgen
Hallo Willi,
leider erst heute, aber jetzt ist´s soweit, dass ich Dir antworten kann. Zunächst aber vielen Dank für deinen langen Kommentar.
Es mag komisch klingen, aber irgendwie tun mir Dein Anfangsworte gut, denn zu wissen, dass es anderen Menschen auch so geht wie einem selber beruhigt zumindest etwas. Ich hatte ja schon das Gefühl bei mir ist da emotionstechnisch was total aus der Bahn.
Einen so lang anhaltenden Burn-out hatte ich allerdings bisher wirklich noch nicht. Entweder liegt das an der momentanen Ziellosigkeit oder eben daran, dass der Event für mich emotional so heftig gewesen ist, dass der Abfall danach einfach so extrem war und ist.
Ja, die körperliche Regeneration war eigentlich wirklich in 1-2 Tagen mit dem vielen Schlafen erledigt. Ich hatte eigentlich auch Muskelkater erwartet, aber ich vermute dass die Kombination einer einfach megagenialen Massage direkt nach dem Wettkampf zusammen mit den Kompressionsstrümpfen hier gute Arbeit geleistet haben. Ja, die knapp halbstündige Massage war megagut. Aus zuvor schweren Beinen waren fast frische Beine geworden……kann ich Dir für´s nächste Jahr nur empfehlen.
Dieses sich einige Wochen nach einem Wettkampf kaum richtig bewegen können, kenne ich von früher auch. Als ich meinen ersten Radmarathon gefahren bin (mit viel zu wenig Trainingskilometern in den Beinen) wollte ich danach eigentlich wochenlang nur eines…….Nicht bewegen…..
Ich denke es ist wirklich sehr entscheidend wie gut man trainiert ist. Dann kann man auch, wie ich es ja gemacht hab, auch mal einen Wettkampf abliefern, der sich viel im roten Bereich abgespielt hat.
Zu der Tachoauswertung…….da ist im Prinzip ein kleiner Fehler drin, denn der rote Bereich fängt bei mir lt.Leistungsdiagnostik bei 171 Schlägen an. In der Auswertung fängt der rote Bereich bei 162 an. Irgendwie bin ich noch nicht dahinter gekommen, wo man das ändern kann.
Dennoch war natürlich noch genug roter Bereich dabei. Aber die Anweisungen bzgl. im roten Bereich fahren hab ich eigentlich exakt eingehalten. Die hieß halt “an den Bergen ok, außer bei den ersten Bergen, bergab “erholen” ” und ab dem letzten Berg war dunkelrot erlaubt. Am ersten richtigen Berg bin ich dann doch etwas zu hoch gekommen, was den Emotionen der ersten Zuschauermassen geschuldet ist. Aber ich hab versucht mich dann rauszunehmen.
Die Taktik 2/3 Kopf, 1/3 Herz kommt denk ich ganz gut hin. Ich glaube insbesondere die letzten 20-30km war nicht mehr viel Kopf dabei. Da hab ich mich elendig geschunden und den Kopf abgeschaltet. Da stellt sich dann so ein Trance-ähnlicher Zustand ein…….im Hintergrund “schreit” der Kopf “Spinnst Du….mach langsam….mir qualmt der Kessel” aber im Vordergrund schält das Herz jedes vorher eingebunkertes Korn aus jeder Muskelfaser raus und lässt Dich irgendwie doch weitertreten.
Der Absatz der mit “Ich selbst habe immer……” bis “……nächsten Highlight bestimmt kommen”…….boah da krieg ich Gänsehaut……Als hätte ich ihn selbst geschrieben…….Zwar will ich schon wegen unseres gemeinsamen Wettkampfes nächstes Jahr natürlich nicht mit dem Radfahren aufhören……..aber ich frage mich in den letzten Tagen immer mal wieder…….wie ich genau über diesen Punkt denken würde, wenn es dieses Mega-Highlight 2012 nicht gäbe…….da fröstelt es mich zumindest momentan ein bischen. Deine beschriebene “Starre” beschreibt sehr gut, wie ich mich in den Wochen nach dem Wettkampf gefühlt habe. So ganz bin ich ja immer noch nicht wieder raus……obwohl ich heute mal endlich wieder eine längere Einheit (5:21h; 139km;1580 Höhenmeter) gemacht hab, aber die Schmerzen am Beckenknochen, die schlechte Strecke, der Wind, das kalte Wetter…..all das hat dazu beigetragen mir keinen Spaß zu vermitteln. Aber vielleicht wirds ja am Sonntag besser wo ich nochmal gut 120km unterwegs sein werde…..hoffentlich auf besseren Straßen mit weniger Wind und mehr Sonnenschein.
Fürs nächste Jahr werde ich mir maximal 2 Tage Urlaub nach dem Wettkampf nehmen. Du hast schon recht, denn es ist glaub ich gut, wenn man vom Sport etwas abgelenkt wird. So hatte ich jetzt eben noch eine Woche Urlaub und hab zuviel über alles nachgedacht.
Na das will ich ja hoffen
Wenn´s leicht wäre….könnts ja jeder 
) auskurieren.
Mittlerweile bin ich etwas auf dem Trip…..dass es nicht weiter schlimm ist, dass meine Form jetzt etwas abgefallen ist. Es gibt da so einen Spruch unter Bikern…..”Kilometer die man in den Beinen hat…..verliert man nicht so schnell” .So denke ich, dass ein gewisses Formtief vielleicht sogar gut ist um neuen Schwung zu holen um danach auf ein höheres Level zu kommen. Es ist ja auch so….wenn man mal ein gewisses Level hat und dann z.b. ne Grippe kriegt…..dann wirft einen 14 Tage Pause zwar ein bischen zurück, aber man kommt doch relativ einfach und schnell wieder auf dieses Level…..auf jeden Fall einfach wie vorher durch das harte Training dorthin.
Wie waren die Reaktionen auf der Arbeit ? Nun, klar musste ich Rede und Antwort stehen und alle möglichen Details erzählen, was ich so erlebt hab. Ein paar Leute hatten meine Trainings und die ganze Vorbereitung ja etwas intensiver miterlebt, weil sie meine “Hänger” und “Müdigkeitsphasen” miterlebt haben und man natürlich im Gespräch war. Sogar mein Chef war voller Respekt vor der Leistung und wollte auch ein paar Details wissen, wie es mir ergangen ist.
Du schreibst, dass das Challenge Rennen 2012 für Dich “kein leichtes Rennen” wird…..
Nee, ich denke auch, dass es nicht leicht wird, aber das ist es für keinen der Sportler die sich das antun. Aber bei Dir weiß ich schon jetzt, dass Du top-motiviert und top-vorbereitet da sein wirst und dann kann einfach nur ein top-Wettkampf rauskommen……und darunter verstehe ich in erster Linie nicht die Endzeit Deines Laufes, sondern dass Du zufrieden mit Deiner Leistung sein wirst. Wir tun beide so viel für die Vorbereitung, dass wir uns keine Vorwürfe machen können wenn dann nicht die Zeit rauskommt die wir uns gewünscht hätten. Wir werden daher beide als Sieger draus hervorgehen……da bin ich fest überzeugt. Jetzt sollten wir halt beide mal unsere Verletzungen (die sich ja in unmittelbarer Nähe im Körper befinden
Die Hitze und vor allem die Schwüle kann man natürlich schwer trainieren, aber nochmal…..Alles wird gut werden….wir werden auf jeden Fall eine super Zeit miteinander haben und das ganze genießen können. Ich mach mir schon jetzt Gedanken wie wir das Ganze vor Ort hier managen. Aber zum Glück hab ich ja noch ein bischen Zeit.
Run-on
cycle-on
Jürgen
Das sind ja tolle Worte
Ich habe einen Tipp noch für dich. Was hältst du davon wenn du in den nächsten Tagen alles anders machst als du es gelesen, gehört oder bisher gemacht hast?
Fahre Einheiten die du eigentlich nicht “fahren solltest”, mache einfach viele “Fehler”. Das tut soooooooooooooooooo gut. Denn gerade als Perfektionist kann das enorm entlasten. Und ich denke du wirst noch mehr Freude haben!
Run ON!
Willi
Und nach so viel Zuckerbrot in Teil 1&2 hier ein wenig „Peitsche“ in Teil 3, und hier muss ich ein wenig „Schimpfen“ mit dir
Ich hoffe du weißt wie es gemeint ist, den ich finde dich sehr sympathisch und möchte dich, und andere die ähnlich empfinden (u.A. auch den Willi)l, auf keinen Fall verletzten. Ich möchte mit meiner Kritik, versuchen, dir trüben Gedanken ein wenig zu verscheuchen und eine andere Sichtweise aufzuzeigen.
Ich kann diese trüben Gedanken nicht ganz so nachvollziehen. Du hast extrem hart und gut trainiert. Das Ganze war auch sehr zeitaufwendig, wie ich an einigen anderen Stellen lesen konnte, und ich denke es sind auch einige Sachen im Familien, Papierkram oder Haushalt ein wenig hängen geblieben. Die letzten Wochen eines Trainigsplanes waren extrem hart, und haben dich an deine Grenzen geführt, sowohl körperlich als auch mental, so wie es uns vielen geht. Doch du hast dich da super durchgekämpft ,und einen fantastischen Wettkampf abgeliefert! Was willst du mehr?! Wie kann man da in ein Loch fallen?! Nun ist es an der Zeit diesen schöne Erfolg zu genießen, und das nicht nur einen Tag lang. Versuche bitte dich fallen zu lassen und auch mal herrlich faul zu sein, und das mit voller Freude. Ist der Gedanke an das Erhalten der Form und den nächsten Wettkampf wirklich das einzige was dir da Sorgen macht?! Ich stelle dann mal die etwas provokante These
, dass man den Sport viel zu ernst nimmt, wenn man nach so einer Phase nicht auch wieder zwischendurch anderen Dinge mehr widmen kann, die ein wenig vernachlässigt wurden, bevor das nächste große Ziel wieder in den Focus gerät. Ist das wirklich so “schlimm”, dass man da Urlaub hat, und keine Arbeit zur Ablenkung. Gibt es keine anderen Dinge die du gerne tust, als das Radtraining, und dann lieber zur Arbeit
Es hat mich schon etwas nachdenklich gestimmt. Ich komme nach solchen abgelaufenen Traingsplänen und Wettbewereben oft mit einem Blumenstrauß bei meiner Frau an, und bedanke mich bei meiner Familie für die Rücksichtnahme, weil ich oft unterwegs war, und bin froh ihnen wieder etwas mehr Zeit wildem zu können. Gerade dafür und andere Hobbies die untergegangen sind, ist es auch ein günstiger Zeitpunkt im Urlaub um einige wieder zurück zu geben.
Ich spreche jetzt mal meine Gefühle aus, die ich nach solchen Phasen empfinde, zumal sie gerade aktuell sind. Vielleicht ist der eine oder andere Gedanke dabei, der dich ein wenig nachdenklich macht. Ich habe mich für den Hamburgamarathon vorbereitet, was mit allem drum und dran etwas 5 Monate gedauert hat, und empfand einiges in der Endphase ähnlich wie du. Ich bin viele Long-Jogs zwischen 30 und 36 KM gelaufen, und war an den Sonntagen lange unterwegs, doch meine Frau hat Verständnis für mein Hobby, und weiß wie viel es mir bedeutet. Aufgrund der Hitze ist er ziemlich in die Hose gegangen im HAmburgmarathon. Ich bin nur noch auf Ankommen gelaufen, als ich sah, wie die Leute reihenweise umkippten auf der Strecke. Mag zwar unsportlich sein, aber ich hatte keine Lust ein Gesundheitsrisiko einzugehen, für eine Zeit, mit der ich sowieso unzufrieden und unglücklich gewesen wäre. Aber ich habs recht schnell verdaut, noch ein wenig die Spannung gehalten, und bin zumindest ne neue 10er PB gelaufen drei Wochen später, über die ich mich sehr gefreut habe. Dann kam mein „Loch“
. Es stehen erst wieder im September Wettkämpfe an und die Luft ist raus. Es kamen einige private Termine und Feiern, und die Kieler Woche (ein großes Stadtfest), und ich bin trotz hoher Motivation und Ziele für die nächsten Wettbewerbe, auf die ich mich sehr freue, 8 Tage nicht gelaufen. Ich genoss diese “Faulheit”, und nutzte die Zeit für manch anderes was, in den letzten Wochen der Vorbereitung über blieb. Ich habe ein kleines Tagebuch in einem Forum, dass ich sporadisch führe. Eigentlich nur noch bei Wettbewerben. Als ich es wegen der Sommerpause zeitweilig „schloss“, weil ich zur Zeit keine Wettbewerbe laufe, war eine meiner Leserinnen traurig, und bat mich trotzdem ab und zu was zu schreiben. Dann habe ich sie mal auf einem Spaß lauf einfach mal in einem Bericht vor mit „mitgenommen „( http://www.laufforum.de/417076-post2909.html ) , ) um aufzuzeigen, dass ich zurzeit einfach “nur so” laufe, es mir gut geht, und meinen Spaß haben ohne Trainingsplan. Ich empfand in meinem ersten Lauf nach dem Wettbewerb eine tiefe Dankbarkeit und hatte sogar zwischendurch Tränen in den Augen (und es waren Freudentränen). Es sind dann unvernünftiger weise 32 KM geworden, aber es machte einfach Spaß. Zurzeit eiere ich noch ein wenig rum, und genieße es. So langsam merke ich aber, dass meine Läufe immer ehrgeiziger werden, und ich freue mich mein Training demnächst wieder anzuziehen. Der erste Lauf zum Auftakt eines Planes ist dann auch immer was Besonderes und ein schöner Startschuss zur neuen „Quälerei“, auf die ich mich freue. Alles zur seiner Zeit, man sollte einfach beides genießen können .
Ich weiß nicht ob man das Laufen aufs Fahradfahren ummünzen kann. Aber wäre es nicht mal nett so ähnlich wie ich mal durch die Gegend jogge und die Seele baumeln lassen, einfach ohne alleinigen Gedanken an den Trainigseffekt und Nutzen sondern eher den Spaß, mal einige schöne Radtouren zu machen, ohne sich von dem Tacho hetzten zu lassen? Einfach nur „radeln“ und Spaß haben, ohne jeglicher Vorgaben, völlig „planlos“. Ist doch auch mal ganz nett, und ein wenig Grundlage bringt es trotzdem
.
Ich versuche positiv zu denken. Auch zu Willis Beispiel mit dem traurig sein, nachdem eine schöne Geburtstagsfeier vorbei ist, kann man ein wenig positive um münzen. Nicht das Fest ist vorbei ist, sondern ein SCHÖNES Fest ist vorbei, schön dass er dabei sein durfte, sollte er sich sagen. Ein weiteres Beispiel , wie ich versuche mit ähnlichen Gedanken umzugehen, wenn der Urlaub alle ist. Wenn ich einen tollen Urlaub hatte, so wie neulich auf Kreta. dann komme ich in erster Linie dafür dankbar, gut gelaunt und strahlend in die Firma, und die Kollegen wundern sich, wieso ich keine Fluppe ziehe, weil mein Urlaub vorbei ist. Ich sagte ihnen, es ist zwar schade dass er vorbei ist, aber jeder Urlaub geht zu Ende, und ich war dankbar dass alles supi verlaufen ist. Grummelig bin ich höchstens, wenn er nicht so toll war, und ich die Zeit hätte schöner sein können. Auch nach einer schlechten Geburtstagsfeier, kann ich dann mal grummelig sein, aber nicht dass sie vorbei ist
Zusammengefasst: Genieße es „faul zu sein“, und lass dich fallen, du hast es dir verdient! Lass es in aller Ruhe ohne Druck wieder angehen. In wenigen Tagen oder Wochen geht nicht die ganze Form in den Keller, wenn man das ganze Jahr über hart trainiert hat. Der Körper kann mal vollständig regenerieren . Wer weiß, wozu diese Phase des „Nachtaperings“ gut ist. Der Janker auf harte Einheiten und strukturiertes Training wird schon kommen. Bei mir entwickelt er sich auch grad wieder, und es stehen bald mal wieder harte Intervalle an. Vielleicht sollte man bis es soweit ist, dann auch mit gutem Gewissen für andere Dinge Nutzen, für die in den letzten Wochen der harten Vorbereitung nicht viel Zeit gab?!
Du bist ein großer Sportler der Stolz sein sollte. Es gibt keinen Grund depressiv zu sein. Dass ein wenig die Luft raus, nach dem Saisonhöhepunkt ist doch ok.
Drücke dir die Daumen, dass du bald wieder oben auf bist; Marek
Hallo Marek,
wumms…..die hat gesessen……
Ja, eigentlich fehlen mir die Worte……vor allem aber auch gerade die Zeit, weil es ist spät und um 4:45 Uhr ist die Nacht vorbei. Auf Deine ersten beiden Kommentare habe ich geantwortet, aber da ich erahne, dass ich auf Deinen sehr langen Kommentar nicht in zwei Sätzen antworten kann, will ich es auf morgen oder übermorgen verschieben…….nicht aber ohne Dir ein ganz herzliches Dankeschön vorab nach Kiel(?) zu schicken.
Wie gesagt, ich melde mich dann nochmal zu Deinem Kommentar…..
viele Grüße
Jürgen
Hi Jürgen,
jo ich weiß ich bin fies erst Zuckerbrot in den Kommentaren zuvor, und jetzt so ein überraschendes Kommentar
. Ich polarisiere gerne mal ein wenig, um die unterschiedlichen Einstellungen besser herauskristallisieren. Keine Sorge es ist bewusst ein wenig dramatischer formuliert, als ich es wirklich meine
Mir war wichtig etwas zu schreiben, dass dir vielleicht zumindest etwas Ansätze gibt diese “Depressionen” zu vertreiben. Ich finde es einfach viel zu schade, dass jemand nach so einer Topleistung absolut unnötig (aus meiner Sicht) in diese verfällt
Freue mich auf deine Antwort und Sichtweise, mach dir aber wegen dem Zeitpunkt keinen Stress, falls es in den nächsten Tagen nicht passt. Bin leider auch nicht so oft hier, wie ich immer möchte aus zeitlichen Gründen
Bis danno; Marek
Hi Marek,
so, jetzt hab ich Zeit gefunden, auch auf Deinen dritten Kommentar zu antworten, der ja megalang war. Von daher vielen herzlichen Dank, dass Du Dir sooo viel Zeit genommen hast um mich mit Deinen Worten wieder aus dem “Depressions”-sumpf herauszuholen.
Zu allererst möchte ich vielleicht nochmal kurz darauf eingehen, wie es mir so momentan geht und wie ich vielleicht generell ticke…..
Nun, momentan hab ich jetzt wieder damit begonnen zu trainieren. Die Motivation ist wieder etwas zurück, wenn auch momentan kein großes Ziel (Wettkampf) in 2011 mehr bevorsteht. Ich denke ich bin vielleicht wieder bei 80%. Aber ich werde weiter bis September Sonntag für Sonntag meine RTF´s fahren und da man die nicht mal so eben im Vorbeigehen fährt, muss auch unter der Woche was getan werden. Hauptgrund meiner Motivation ist aber auch, der gewaltige Sprung der mir auch in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr gelungen ist. Ich bin jetzt in einer sportlichen Situation, von der ich vor 2 Jahren zwar geträumt hab, die ich aber als kaum erreichbar genommen hätte. ABER……ich bin auch ein Wettkampftyp wie Willi und eigentlich mag ich das trainieren nicht unbedingt…..zumindest nicht die superharten Einheiten. Bewußt ist mir natürlich, dass ohne Training kein zufriedenstellender Wettkampf zustande kommt…..also muss ich trainieren. Ich wäre wahrscheinlich ewiglich gefrustet, wenn ich dieses Level jetzt innerhalb kurzer Zeit durch Passivität herschenken würde.
Zu dem wie ich ticke……Es ist so, dass ich psychisch nicht gerade zu den superstabilen Menschen gehöre…..leider. So nehmen mich manche Dinge, über die ein anderer schon 10 Sekunden später nicht mehr nachdenkt manchmal Stunden in Beschlag. Ich glaube man nennt sowas hyper-sensibel. So gehen mir Streitigkeiten, Schicksalsschläge, Todesfälle oder Ungerechtigkeiten gegenüber Schwächeren extrem nahe…….auch wenn ich manchmal die betroffenen Menschen gar nicht persönlich kenne. Das IST so und lässt sich leider nicht so einfach abschalten wie ein Licht im Zimmer. So Menschen wie ich, erleben Höhepunkte, so glaube ich zumindest, auch viel intensiver wie andere, fallen dann danach aber auch viel tiefer wenn diese vorbei gehen.
Es ist daher auch so, dass wenn ich schöne Urlaube, Familienfeste oder irgendwelche Feierlichkeiten mit Freunden oder eben sportliche Highlights, ich oftmals danach in „Löcher“ falle, weil ich eben diese Situationen emotional so intensiv erlebt habe wie vielleicht ein anderer gar nicht nachvollziehen kann. So ticke ich und man kann da als Außenstehender eigentlich recht wenig tun. Meine Frau tickt da eher wie Du und hat auch so ihre Schwierigkeiten mich in diesen Phasen zu verstehen. Aber das ist wie mit jemandem der Angst vor Spinnen hat (ich übrigens auch….). Dem (mir) kannst Du hundertmal erzählen, dass die Dinger einem natürlich nichts machen und das sie 100x mehr Angst vor mir haben wie ich vor ihnen……es hilft nicht und wird nie dazu führen, dass ich diese Angst verliere. Oder anderes Beispiel…..Depressive Menschen schließen sich ja oft zuhause ein (hatte im Zivildienst so einen Fall) und haben einfach Angst vor allem. Fragt man diese Menschen vor was sie sich konkret fürchten, können sie es nicht mal sagen. Es bringt den Menschen dann auch herzlich wenig ihnen zu erklären, dass es doch nichts gibt vor dem sie sich fürchten müssen……sie fürchten sich und das kann niemand abstellen…….außer Psychopharmaka.
Zurück zu Deinem Kommentar. Ich kann Deine Gedanken sehr gut nachvollziehen, dass Du nicht verstehen kannst, wie jemand wie ich, der wie ein Verrückter auf ein Ziel hintrainiert, es dann erreicht, ja übertrifft, anschließend in ein Loch fällt. Eigentlich müsste er doch der glücklichste Mensch der Welt sein……..und ich sag Dir…..das war ich auch…..doch dieses Glücksempfinden war bei mir einfach unglaublich extrem. Dass mir 10 Kilometer vor dem Ziel, als ich begriff mein Ziel tatsächlich zu erreichen, Tränen in die Augen schossen, ist bei mir ein extremes Zeichen. Ich weiß nicht welche Hormone dafür verantwortlich sind dass man sich glücklich fühlt, aber in dem Moment stand ich damit voll am Tropf. Ich denke kein Rauschmittel hätte mir größeres Glücksgefühl bescheren können. Aber wie jede Droge, so nimmt auch der Anteil dieses Hormons dann irgendwann wieder ab. Das fing bei mir so am zweiten Tag danach an, als ich so langsam ausgeschlafen war. Es machte sich auf einmal eine unglaubliche Leere vor mir auf. WAS JETZT, fragte ich mich. Es gibt 2011 kein weiteres sportliches Ziel. Das Engagement mit meiner Trainierin war zuende und ich musste mich selber wieder motivieren, was mir zuerst überhaupt nicht gelang. Ich schrieb mir zwar einen Trainingsplan, aber was mir vorher noch wie Hochverrat vorgekommen wäre, war jetzt gar nicht so schlimm…..ich ließ die Einheiten einfach sausen.
Was bei mir mit meinen sportlichen Zielen vielleicht hinzukommt ist, dass ich eine biologische Uhr am ticken habe, von der ich merke, dass ich nicht mehr allzuviel Zeit habe um noch in der Lage zu sein, meine Leistung zu steigern. Ich habe mir daher vor jetzt 3 Jahren einen 6-jahresplan aufgestellt und den ich mir vorgenommen habe durchzuziehen. Ich bin jetzt auf halber Strecke und erfülle ihn noch ganz gut. Aber ich merke auch, wie es jedes Jahr schwerer fällt sich aufzuraffen. Von daher nehme ich den Sport, wie du so schön schreibst, wohl etwas mehr Ernst wie es vielleicht andere tun. Sport, war und ist für mich schon mein Leben lang ein fester Bestandteil und ohne Bewegung würde ich nicht nur gewichtsmäßig aufgehen wie ein Hefeteig….nein ich wäre auch nicht ausgeglichen.
Wenn man dann gewissermaßen vom Ehrgeiz getrieben Sport macht, dann fällt es wahnsinnig schwer, sich mit dem erreichten zufrieden zu geben. Zurückschauen ist nicht……..nach vorne geht der Blick….. Natürlich hab ich viele andere Interessen die ich mache oder mit meiner Frau mache……aber die mache ich so oder so zusätzlich dazu. Sich zurückzulehnen und den Erfolg genießen ist was, was ich wohl zugegebenermaßen nie gelernt habe. Es ist eher das Genießen des Augenblicks um einen Augenblick später schon wieder an das zu denken, was man noch verbessern kann. Mist Denke……aber so bin ich halt….
Dein Einwurf doch einfach mal radtouren zu machen, ohne jeden Blick zum Tacho…..Ja, danach wäre mir eigentlich der Sinn……aber eben nicht alleine. Das würde ich gerne mal mit meiner Frau machen. Früher hab ich etliche Mehrtages-Radtouren, einfach so fürs Sight-seeing gemacht und bin z.B die Romantische Straße von Würzburg bis Füssen, den Inntalradweg von Passau nach St.Moritz, den Murradweg von Muhr im Lundgau bis nach Bad Radkersburg oder als längste Tour von Flensburg längs durch Deutschland nach Füssen. Die Erlebnisse hängen einem zum Teil noch heute nach und gerne würde ich das mal wieder machen, aber auch dazu benötigt man eine gewisse Radler-Grundkondition, und da kann ich momentan noch nicht auf meine Frau zählen. Vielleicht machen wir das mal später irgendwann.
OK, kurz zusammengefasst, muss ich Dich bewundern, wie Du mit diesen Situationen umgehst und ich würde es Dir gerne gleichtun……aber ich denke das ist so eine Sache wie dass man eben nicht über seinen eigenen Schatten springen kann. Dennoch werde ich versuchen an den einen oder anderen Ratschlag von Dir zu denken und hoffe bald wieder bei 100% Motivation zu sein. Immerhin ist die nächste Kraichgau Challenge ja in weniger wie einem Jahr…..zusammen mit Willi…..alleine das sollte Motivation sein…..und schließlich will ich auch nicht schlechter sein wie dieses Jahr….
Viele Grüße und nochmal Danke für Deine Worte, die ich natürlich absolut in den richtigen Hals gekriegt hab. Ich sehe das durchaus sehr positiv, dass Du mir da einfach mal den Spiegel vorgehalten hast und versuche da jetzt einfach immer mal wieder reinzuschauen…..
In diesem Sinne
Viele Grüße aus dem sonnig heißen Kraichtal
Jürgen
Wov! Vielen dank für deine ausführliche Antwort, vor der ich allerhöchsten Respekt habe. Ich bin sehr beeindruckt, und kann dich jetzt bessert verstehen, „wie du tickst“ und vieles besser nachvollziehen
.
Zunächst mal eins vorweg. Du hast geschrieben dass du nicht zu den „ psychisch nicht gerade zu den super stabilen Menschen gehörst“ und bezeichnest es als hypersensibel dass du dir auch das Schicksal von anderen Menschen zu Herzen nimmst. Ich finde das ist wunderbar so, und hat nichts mit Instabilität zu tun, und das sollte man(n)
auf keinen Fall abstellen, und ich würde es nicht hypersensibel nennen. Du bist ein Mensch mit Gefühlen, der sie auslebt und zu ihnen steht, und das ist gut so! Ich bin auch sehr „nah am Wasser gebaut“ und leide und freue mich auch manchmal für andere Menschen mit, die ich gar nicht kenne oder leide mit ihnen, und muss manchmal mit den Tränen kämpfen, So „peinlich“ es ,mach mal sein kann, sind es doch schöne Gefühle, die ich nicht missen möchte. Ich möchte kein „herzloser Eisklotz“ sein. Es war z.B. tatsächlich so, dass ich in Teil Zwei in einigen Textpassagen von Dir feuchte Augen bekommen hab.e und mir dabei vorgestellt habe, wie du dich gefühlt hast. Ähnlich geht es mir, wenn ich in Sportübertragungen Freudentränen von Sportlern sehe, die mir nahe gehen, nach dem Gewinn und der Siegesehrung. Kannst du dich an den deutschen Gewichtheber Mathias Steiner, erinnern, der recht überraschend Olympiagold gewonnen hat, relativ kurz nach einem tödlichen Verkehrsunfall von seiner Frau? Dieser Bär tanzte und hüpfte und weinte. Er sagte er hat für sie gewonnen, und zeigte das Bild seiner Frau nach dem Gewinn (siehe z.B. http://www.rp-online.de/sport/olympia/sommer/Matthias-Steiner-gewinnt-Gold-fuer-seine-tote-Frau_aid_604168.html ), und es hat mich ebenfalls total zerrissen und ich hab “mitgeflennt“, wie ein Schoßhund und habe mich gefreut. Ich denke man kann auch als Mann öffentlich zu solchen Gefühlen stehen, ohne deswegen als Mäme zu gelten! Ganz im Gegenteil, es gehört viel Mut dazu, zu seinen Gefühlen zu stehen, und auch so einen tollen, ehrlichen Kommentar zu schreiben, wie du es gerade getan hast!
“So Menschen wie ich, erleben Höhepunkte, so glaube ich zumindest, auch viel intensiver wie andere, fallen dann danach aber auch viel tiefer wenn diese vorbei gehen.”
Ja, das wird wohl der große Unterschied sein zwischen uns, und wieso ich dich (zunächst) überhaupt nicht verstehen konnte, und da kann man nichts dran ändern. Bei mir ist so ein Freudengefühl eventuell nicht ganz so intensiv, wenn ich im sportlichen oder persönlichen Bereich etwas erreiche. Dafür kann ich aber sehr lange davon zähren und es verpulvert nicht so schnell. Ich kann noch Wochen nach einem guten Wettbewerb grinsend durch die Gegend rennen, und mich an bestimmte Passagen erinnern, wenn ich zufällig auf Teilen der Wettkampstrecke laufe, und bin nur am Grinsen. Es ist sehr, sehr schade, dass diese Freude bereits nach ZWEI TAGEN fast total verklingt, nach MONATELANGER Vorbereitung, und sogar umschlagt in Trauer, bei dir. Aber dafür hattest du den sportlichen Megaorgasmus
und ein extrem intensives Gefühl, das vielen Menschen, wie mir, bei solchen Anlässen verwehrt wird, dass ist ja auch was
. Ich freue mich zwar auch unmittelbar beim Zielleinlauf usw., oft kommt die richtige Freude etwas später auf.
“Hauptgrund meiner Motivation ist aber auch, der gewaltige Sprung der mir auch in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr gelungen ist”
Oh ja, auch dieses Puzzlesteinchen von „Jürgen erklärt uns Jürgen“ ist wichtig, um dich besser zu verstehen. Klar hat man Angst, diesen Trainingsvorsprung zu verlieren, grad wenn man noch besser werden möchte.
“Was bei mir mit meinen sportlichen Zielen vielleicht hinzukommt ist, dass ich eine
biologische Uhr am ticken habe, ”
dann fast gelöst mit der Aufzählung des 6 Jahresplanes. Klar dass man bei so einem Zeitplan und ehrgeizigen Zielen, dann doch relativ schnell wieder nach vorne schaut, oder es sogar muss! So schön der Erfolg auch sein kann, und der Plan, so sehr bringst du dich damit aber auch unter extremen Druck. Jede Verletzungspause oder persönliche Schicksaalschläge könnte ihn gefährden, und es ist ein sehr schöner, ehrgeiziger, aber manchmal auch steiniger Weg, den du dir da gesucht hast. Ich drücke dir von ganzen Herzen die Daumen, dass du diesen erreichst, Ich sehe aber wie bereits geschrieben schon die Gefahr, dass durch den enormen Druck, den du dir mit so einem langfristigen Plan aufbaust, hier und da die Freude beim Sport etwas fehlen könnte, und auch andere Dinge drunter leiden könnten. Aber du wirst da schon einen goldenen Weg zwischen den ganzen Anforderungen finden
.
Und damit ist das “Puzzle Jürgen”
“OK, kurz zusammengefasst, muss ich Dich bewundern, wie Du mit diesen Situationen umgehst und ich würde es Dir gerne gleichtun…… ”
, aber ich bewundere dich auch in vielen Dingen, und würde mir auch gern einiges von dir abschauen. Manchmal fehlt mir im Gegensatz zu Dir z.B. etwas Ehrgeiz und der Mut für wirklich große Ziele, und relativ zur Trainigszeit sind meine Ergebnisse relativ mager. Ich suche mir recht “sichere”, realistische Ziel aus, die auch mit 95% Einsatz machbar sind, und bringe mich damit nicht so sehr unter Druck. Du hollst 100% aus Dir oder sogar mehr
, da ziehe ich den Hut vor dir und anderen wie z.B. Willi, die immer nur das beste rausholen wollen. Ich habe allerdings meist auch eine etwas andere Motivation zu laufen. Hauptgrund war ursprünglich ein wenig zu Joggen als ich „alter Sack“ Papa wurde, um etwas für meien Gesundheit zu tun
. Dann kam etwas Appetit auf mehr mit den Wettbewerben und ich habe auch einige Ziele, die ich mir gern erfüllen würde sportlich und noch nicht gepackt habe, aber auch schon viele erreicht, und dann neue definiert
. Diese Ziele dienen mir vor allem um anständig zu trainieren, und auch regelmäßig zu laufen. So ohne Wettbewerbe und Ziele würde mir das Laufen weniger Spaß machen und die Motivation fehlen. Allerdings ist bei mir trotzdem eigentlich „Der Weg (das Training, und der Spaß am Laufen) das Ziel“ und wenn ich mal eins der Ziele nicht erreiche oder nicht so schnell, wie gedacht, kann ich es recht schnell verknusen
. Irgendwie widerspricht sich das Ganze bei mir manchmal, ist nicht konsequent, und ich kann es auch nicht so richtig erklären. Ich ticke mindestens genauso “komisch”, wie du
Danke für die Blumen
Bin letzten Sonntag 47 geworden und auch meine Uhr tickt, da ich aber erst seit etwas 4 Jahren Laufe und erst in der letzten Zeit etwas ambitionierter, gehe ich davon aus, dass da noch manche PB und manches Ziel bei den unterschiedlichen Distanzen trotzdem fällt
Nochmals danke für deine tolle Reaktion, und dass du es in den „richtigen Hals“ bekommen hast
. Ist sehr spannend zu lesen, wie hier Menschen mit völlig unterschiedlichen Einstellungen zum Sport aufeinander treffen, und sich gegenseitig akzeptieren und austauschen können
Drücke ganz doll die Daumen, dass du deine großen Ziele erreichst, Marek
Hallo Marek,
als allererstes……meinen herzlichen Glückwunsch nachträglich zu Deinem Geburtstag…..Gottes reichen Segen für einen supernetten Menschen wie Dich.
Dein Satz am Ende, wo Du feststellst, wie spannend es ist, hier bei Willi Menschen zu treffen die so völlig unterschiedliche Einstellungen zum Sport haben…….der trifft es absolut………und die sich gegenseitig akzeptieren und austauschen…….genau das fasziniert mich an jetzt so sehr an Deiner Antwort.
Ja, vielen herzlichen Dank, dass auch Du Dich hier “geoutet” hast, ein emotionaler Mensch zu sein. Wie Du richtig schreibst, gehört heute leider fast schon Mut dazu solche Dinge zu schreiben oder zu sagen. An die Siegerehrung von Olympia mit dem Mathias Steiner kann ich mich auch noch sehr gut erinnern……mir ging es haargenau auch so……ich saß da und konnte einfach nur mitheulen. Ja, da haben wir dann beide doch auch was gemeinsames….
Sehr sensibel zu sein, bedeutet in unserer Gesellschaft heute leider als Synonym für “schwach” und so kommt es dann, dass man im Geschäftsleben eine Rolle spielt, spielen muss, um nicht unterzugehen. Eine Rolle, die man eigentlich selbst gar nicht ist. Natürlich kann man sich im Geschäft nicht hinstellen und seine Gefühle ausleben wie man sie selbst fühlt, aber manchmal käst es mich schon an, dass ich mich zusammenreißen muss. Ich denke manchmal, dass ich vielleicht in einem Pflegeberuf besser aufgehoben wäre. Mit Menschen hoffen, bangen, beten, freuen, weinen…..das wäre eine Welt in der ich mich geben könnte wie ich wollte. In meiner Zivi-Zeit habe ich da wirklich tolle Erfahrungen machen dürfen und bin da noch heute sehr dankbar dafür, obwohl sie auch nicht leicht war, diese Zeit. Vielleicht würde ich aber auch an diesen Situationen zerbrechen…..das war damals meine Angst, warum ich nicht in einen solchen Beruf gegangen bin. Der Umgang mit dem Tod steht hier ja ziemlich oft auf der Tagesordnung und ich kann mich an eine liebgewonnene Frau erinnern, 97 Jahre, herzensgut und eine Lebensfreude in den Augen wie man sie unter 1000 Menschen nicht findet…..als sie starb, hat es mir fast das Herz gebrochen…….
Naja, ich schweife ab, ich danke Dir auf jeden Fall für Deinen emotionalen Kommentar und dafür dass Du mich jetzt etwas verstanden hast und dies auch so stehen lassen kannst. Das ist eine Kunst die nämlich vielen schwer fällt, die meinen ihr Weg sei der einzig wahre. Von daher zähle ich Dich zu den ganz besonderen Menschen, von denen ich froh bin, dass es sie gibt. Danke für Deine Antwort und bleib so wie Du bist. Es ist schön Dich hier im Forum kennengelernt haben zu dürfen.
So wie Du Deinen Sport ausübst, wie Du trainierst…..soviel steht fest……ist mindestens genauso richtig…..wobei es hier ja eigentlich kein richtig oder falsch gibt, wie die meine, wie die von Willi oder den anderen Läufern hier im Forum.
Gerne hätte ich da etwas von Deiner Philosophie für mich verinnerlicht, denn es stimmt schon, dass ich mir bestimmt viel zu viel Streß mache, weil ich für das Erreichen meiner Ziele alle 100% und mehr benötige. Es lockerer anzugehen ist eine Kunst und Du verstehst sie……..und ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass mich diese Weisheit eines Tages auch erreicht. Das mein ich ehrlich. Es ist mir daher unheimlich wertvoll zu erfahren, wie Du das machst, wie andere ihren Sport “verstehen”, weil man irgendwie vielleicht doch in der Lage ist mittelfristig das eine oder andere für sich als neuen Maßstab zu übernehmen.
Aber man ist halt wie man ist und das mit dem über den eigenen Schatten springen……da ist schon was dran, dass man das nur sehr schwer schafft.
ich wünsch Dir noch ne schöne Restwoche…….Ist bei euch eigentlich grad auch so heiß ? Wir hatten heut 31°C und morgen soll es noch heißer werden. Morgen steht nach der Arbeit eine Speedeinheit an……das kann ein im wahrsten Sinne des Wortes “heißes Training werden.
viele Grüße
Jürgen
Hi Jürgen,
Dankeschön für deine Nette Antwort und die nachträglichen Geburtstagswünsche
. Wie du schon sagtest, gibt es keine falsche oder richtige Einstellung zum Sport, und wenn es dann überhaupt eine gibt, ist die “richtige” irgendwo in der Mitte
, und wir könne alle voneinander lernen und gegenseitig ein Scheibche voneinander abschneiden
Freut, mich dass du meine Gefühle bei Mathias Steiners Olympiasieg nachvollziehen konntest. Das hat mich stark berührt und dazu stehe ich auch. Tja im Beruf da muss Man(n) seine Gefühle schon ein wenig verstecken, da nützt alles nix. Ich arbeite in der EDV in einem recht rauhen Männerumfeld im Großrechnerbereich, und muss da Kollegen und Kunden gegenüber manchmal recht hart auftreten, auch wenn das gar nicht so meine Sache ist. Umso mehr genieße ich es im Freizeit und Hobbybereich meinen Gefühlen freien Lauf zu lassen
Jo in Kiel war es heute schweineheiß. Ich fahre immer mit dem Fahrrad zu Arbeit und kam heute ganz schön ins schwitzen. Zum Glück bin am Wochenende recht fleißig gewesen, bin an allen drei Tagen gelaufen, und es steht erst Dienstag ein Lauf an. Eigentlich hätte ich Lust auf Intervalle nach der ganzen eher ruhigen “Dschoggeri” der letzten Tage. Die “Kieler Woche” ist endlich vorbei, und meine Lieblingsstrecken am Kieler Ufer sind wieder belaufbar. So langsam fängst es bei mir an wieder zu kribbeln, und ich bekomme Appetit auf mehr, aber bei der Hitze hat es wohl wenig Sinn Intervalle zu kloppen, und es wird wohl morgen Abend ein etwas flotterer Dauer oder Fahrtspiellauf an der schönen Kieler Förde
. Auch das ist wieder so ein kleiner Vorteil, den ich zur Zeit genieße, noch nach “Gefühl und Wellenschlag” zu trainieren,
. Demnächst steht ein Herbert Steffny Plan für eine HM Zeit unter 1:45 an auf den ich mich sehr freue
Die “Ernte” hierfür wird dann im Rahmen des Kiel-Laufes im September sein
und nur ganz Grob die Läufe nach allgemeinen Trainingsrichtlinien zu variieren, bevor bald wieder “Zucht und Ordnung” im Rahmen eines Laufplanes herrscht
Liebe Grüße aus Kiel, Marek
Happy Birthday!!!!!!!
Run ON!
Willi