Mit Fieber soll man keinen Wettkampf laufen!

Der Beitrag “Gerd läuft trotz Fieber neue Bestzeit beim Halbmarathon 2012” hat dazu geführt, dass nun viele glauben ich empfehle, dass man mit Fieber einen Wettkampf laufen soll. Sebastian schreibt bei Facebook: Ich finde es auch unmöglich. Bei “700.000” unterschiedlichen Lesern des Blogs ist es unverantwortlich, soetwas zu loben und zu unterstützen. Hier wären mahnende Worte zu erwarten gewesen!!!!!!! Und Sebastian hat Recht! Jedoch wurde mein Satz “Mit so einem Infekt (Fieber) noch eine Bestzeit zu laufen ist absolut top!” missverstanden. Da ich als größter Laufblog eine noch größere Verantwortung habe möchte ich dazu jetzt Stellung nehmen. Und die lautet ganz klar: Mit Fieber solltest du keinen Wettkampf laufen!

Der Auslöser der Kritik …

… war der Beitrag “Gerd läuft trotz Fieber neue Bestzeit beim Halbmarathon 2012“. Vor allem die oben zitierte Passage von mir “Mit so einem Infekt (Fieber) noch eine Bestzeit zu laufen ist absolut top!”

Wenn man diese Zeilen liest dann könnte man glauben, dass ich Gerd noch lobe weil er trotz Fieber gestartet ist. Das ist aber nicht so!

Ich möchte euch danken für eure kritischen Zeilen bei Facebook und Twitter. Denn wenn das so rübergekommen ist bei euch müsst ihr einfach aufschreien! DANKE!

Was ich Gerd ein paar Tage vor dem Start empfohlen hatte

Gerd und ich haben ein paar Tage vor dem Grazer Halbmarathon gesprochen. Da hat er mir das erste Mal gesagt, dass er sich gesundheitlich nicht ganz gut fühlt. Er weiß nicht ob er am Sonntag starten solle. Die Vorbereitung bis zu diesem Zeitpunkt war ideal. Und er möchte unbedingt am Sonntag laufen (wenn es geht).

Meine sofortige Reaktion war: Der Lauf ist nicht so wichtig wie deine Gesundheit! Höre auf deinen Körper und riskiere nichts. Denn du kannst auch nächstes Jahr noch deine gewünschte Zeit laufen. Wenn du dir nicht sicher bist ob du starten sollst oder nicht starte nicht.

Diese Zeilen hatte ich im Erfahrungsbericht von Gerd nicht reingeschrieben. Ich wollte den Bericht nicht ergänzen sondern Gerd den Platz geben den er sich verdient hat. Aber am Ende des Beitrags wollte ich Gerd noch meinen Respekt für seine Leistung zeigen. Darum habe ich dann den Satz “Mit so einem Infekt (Fieber) noch eine Bestzeit zu laufen ist absolut top!” dazugeschrieben. Dazu “verleitet” wurde ich durch die Zeilen von Gerd: „Was wäre gewesen, wenn ich kein Fieber gehabt hätte?“

Ich und Gerd telefonieren viel miteinander und wissen genau warum er gestartet ist. Diese Gespräche sind aber für die breite Öffentlichkeit nicht bestimmt. Gerd selbst ist mit bestem Wissen und Gewissen gestartet und hat sich das gut überlegt. Nur er konnte entscheiden ob er startet oder nicht. Gerd ist auf jeden Fall kein Typ der “über Leichen” geht und einen Wettkampf über die eigene Gesundheit stellt. Ich kenne Gerd.

Warum habe ich Gerd dann gelobt?

Nun steht noch immer die Frage im Raum warum ich Gerd so gelobt habe. Aufgrund der Tage davor (Infekt) war er beim Grazer Halbmarathon bestimmt nicht 100%-ig leistungsfähig. Ich denke nicht, dass er krank war sonst wäre er nicht gestartet. Aber die Tage zuvor haben bestimmt Substanz gekostet. Gerd selbst ist hier nicht in gewohnter Rennmanier gelaufen eben aus Unsicherheit wegen der Tage davor.

Ich finde es beachtlich, dass Gerd die letzten 7 Monate so gut trainiert hat. Jeder der weiß was Job und Sport für ein Stress sein können weiß auch was Gerd hier geleistet hat. Auch hat Gerd nach einer Durststrecke nun eine neue Bestzeit erreicht. Das ist eine wichtige Bestätigung für Gerd. Das Lob bezog sich auf die Steigerung die er erreicht hat. Denn er hätte noch schneller laufen können wenn der Wettkampf in einem Monat gewesen wäre.

Sollst du jetzt mit Fieber laufen?

Nein. Warum nicht? Weil es gefährlich ist für deinen Körper. Ich selbst gehe hier lieber auf Nummer sicher. Wenn ich ein paar Tage vor dem Grazer HM einen Infekt gehabt hätte wäre ich nicht gestartet. Denn ich bin eher als eine “Hasenfuß” bekannt. Bei mir ist der Infekt schon lange abgeklungen und ich mache noch immer keine Tempoläufe. Aber ich gehe da lieber auf Nummer sicher. Sogar wenn ich nur einen leichten Schnupfen oder Husten spüre starte ich nicht. Denn auch ein kleiner Infekt kann schlimmer Auswirkungen haben. Das habe ich vor Gerd’s Start so gemacht und werde ich auch in 10 Jahre noch so machen.

Dennoch möchte ich niemanden “verurteilen” oder “beurteilen”. Denn nur Gerd selbst konnte entscheiden was gut ist für ihn oder nicht. Es ist sein Körper und er kennt ihn am Besten. Auch weiß nur er welche Untersuchungen und Arztbesuche ihn zu einem Start bewegt hatten. Die Leute die mich persönlich kennen wissen wie ich es gemeint habe und fanden den Artikel motivierend. Und das war auch der Sinn der Sache. Aber es sollte keine Ermunterung sein, dass man mit einem Infekt ein Rennen laufen sollte. ABSOLUT NICHT!

Was bleibt? Starte nicht mit einem Infekt!

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