Braucht ein Sportler Eiweißpulver?

Das Thema Eiweißpulver spaltet immer wieder die Sportler. Manche Sportler nehmen Eiweißpulver um den Muskelaufbau zu verstärken. Andere Sportler nehmen das Eiweißpulver damit sie besser abnehmen können. Ich selbst habe bis dato (fast) noch nie ein Eiweißpulver genommen. Nun widme ich mich der Frage ob der erfolgreiche Sporlter (Läufer) ein Eiweißpulver braucht?

In fast jedem Bereich gibt es gewisse Modetrends. Und im Sport ist das für viele eben das Eiweißpulver. Ich selbst habe bis zum heutigen Tage erst einmal über kurze Zeit ein Eiweißpulver genommen. Damals hatte ich ein Buch von dem “Fitnesspapst” Strunz gelesen, der ja so auf das Eiweiß schwört muss man fast sagen. Durch diese Erfahrungen geprägt schreibe ich nun diverse Punkte, die man über das Eiweißpulver und den Zusammenhang mit dem Eiweiß wissen sollte:

Meine Erfahrungen
Zu allererst möchte ich meine Erfahrungen mit dem Eiweißpulver beleuchten. Damals habe ich ein Buch von Dr. Strunz gelesen und der hat empfohlen, dass man überhaupt oder fast keine Kohlenhydrate aufnehmen sollte. Statt dessen deckt man den ganzen Bedarf mit Eiweißpulver. Hört sich ja alles sehr gut an. Aber was hat sich Herr Strunz denn dabei gedacht? Das kann ich nicht beantworten. Aber was ich sagen kann ist, dass diese Art von Ernährung (die nur auf Eiweiß) aufbaut absolut nicht tragbar ist. Ich war immer schlecht drauf, denn meinem Körper fehlten eindeutig die Kohlehydrate. Durch einen Eiweißshake habe ich dann meinen Eiweißhaushalt gedeckt. Aber wahrscheinlich noch viel mehr das gar nicht notwendig war. Meine Erfahrungen selbst stützen sich nicht darauf, dass man Eiweißpulver zum Muskelaufbau oder für die Fitness nimmt sondern eben, dass man damit Abnehmen kann bzw. überhaupt eine Eiweißdiät macht. Es hat nicht lange gedauert da habe ich auch schon wieder mit dem Eiweißpulver aufgehört. Danach habe ich selbst nie wieder ein Eiweißpulver genommen obwohl es bei uns in der Küche herumsteht. Also wer möchte denn gerne ein 2 Jahre altes Eiweißpulver zum Selbstkostenpreis haben?

Wieviel Eiweiß benötigt der Sportler?
Ich kann eigentlich kaum verstehen, dass gewisse Läufer und andere Sportler sich einfach Eiweißpulver kaufen ohne eigentlich vorher zu wissen ob und wieviel Eiweiß man überhaupt für den Sport und auch den normalen Alltag denn überhaupt braucht. Darum bin ich nun der Frage nachgegangen wieviel Eiweiß der Sportler braucht. Es gibt gewisse offizielle Stellen die für einen körperlichen aktiven und inaktiven Menschen bei angemessener Energiezufuhr eine tägliche Proteinzufuhr von 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag fordern. Die US Amerikaner liegen mit deren Empfehlungen genau gleich. In der Ernährung würde das bedeuten, dass ein Athlet mit rund 70 Kilogramm rund 56 Gramm Eiweiß pro Tag aufnehmen müsste. Komischerweise (oder vielleicht sogar aufgrund des “Drucks” der Hersteller für Eiweißpulver) wurde in den letzten Jahren die Empfehlung für Eiweiß pro Tag immer mehr. Im Sportbereich redet man bei Freizeitsportlern davon, dass 1 Gramm pro Kilogramm am Tag richtig wäre. Bei den Profis (Spitzensportlern) sind die derzeitigen Empfehlungen jedoch schon bei 1,6 Gramm pro Kilogramm am Tag. Im Grunde bewegt man sich derzeit bei den Eiweiß-Empfehlungen zwischen 1,2 bis 1,4 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag.

Ist zu viel Eiweiß schädlich?
Die Frage ist natürlich ob es nicht auch schädlich ist, wenn man verstärkt Eiweißpulver zu sich nimmt? Oder kann man einfach so viel Eiweißpulver wie man will nehmen ohne dass das dann auch Folgen hätte? In vielen Nachrichten im Fernsehen aber auch in den Fachmagazinen wird von Nierenschäden bei zu hoher Eiweißaufnahme gesprochen. Kann es sein, dass die erhöhte Aufnahme von Eiweißpulver zu einem Nierenschaden führt? Nein. Denn derzeit gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz keine wissenschaftlich nachgewiesene Untersuchung wonach eine zu hohe Proteinzufuhr die Niere schädigen könnte. All die Fälle, die bekannt wurden haben auf jeden Fall nicht mit dem Eiweiß zu tun. Es gab sogar Untersuchungen an Athleten, die bis zu 2,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht Eiweiß am Tag zu sich genommen hatten. Auch bei diesen Sportlern konnte man keine Fehlfunktion der Nieren feststellen obwohl die Eiweißzufuhr stark erhöht war. Alle Läufer finden sich damit auch in einem unproblematischen Bereich. Jedoch sollte man als Läufer, Radfahrer, Schwimmer, Triathlet, etc. bei einer erhöhten Eiweißaufnahme darauf achten, dass man ausreichend trinkt. Denn durch das mehr an Eiweiß wird der Stoffwechsel extrem aktiviert und die Nieren müssen eine Mehrarbeit leisten, wenn gleichzeitig wenig getrunken wird. In der Praxis hat sich herausgestellt, dass eine Verdoppelung der Trinkmenge sehr gut ist.

Süßungsmittel
Was ich eher aus meiner Sicht problematisch finde bei einem Eiweißpulver ist der Zucker bzw. die Süßungsmittel. Denn ein guter Sportler achtet meist darauf, dass er wenig bis gar keinen Zucker zu sicht nimmt. Aber gerade im Bereich der Nahrungsergänzung ist das nicht oft der Fall. Da werden dann auch Eiweißpulver gekauft, die einen hohen Anteil an Süßungsmittel habe. Der Grund liegt auch in der Vermarktung der Produkte. Denn auf den Verpackungen steht meist oben “ohne Zucker”. Das stimmt ja auch so. Aber statt dem Zucker werden Süßungsmittel verwendet. Diese sind a) schädlicher als der Zucker und b) genauso auch Zucker. Also man sollte auf jeden Fall vor dem Kauf von einem Eiweißpulver darauf achten ob Zucker und/oder Süßungsmittel verwendet werden. Denn sonst muss man die nächsten Trainingseinheiten nur für das aufgenommenen Eiweißpulver machen.

Muskelaufbau durch Eiweißpulver?
Stark umstritten ist ja die These ob durch die Aufnahme von Eiweißpulver der Muskelaufbau verbessert wird. Gerade bei den Bodybuildern sieht man ja die großen Eiweißpulver-Dosen herumstehen. Es gibt aber auch schon jede Menge Läufer, die glauben, dass man durch Eiweißpulver die Muskeln besser formen kann. Dahinter steht meiner Meinung aber nur der innere Schweinehund, den man so umgehen will. Denn wenn ich mir jetzt ein tolles Eiweißpulver kaufe, dann brauche ich auch nicht mehr so hart trainieren und bekomme so schöne Muskeln. Aber da irrst du! Die Werbung sagt dem Sportler, dass er große Mengen an Eiweißpulver braucht um seine Leistung erbringen zu können. Diese Rechnung von mir widerlegt aber diese These: Angenommen eine 70 kg schwere Person könnte innerhalb eines Jahres (natürlich nur mit Anabolika) 10 kg an reiner Muskelmasse zu sich nehmen. Davon würden 2 kg auf Proteine anfallen. Wenn man die 2 kg Eiweiß auf das Jahr verteilt ergibt sich eine Menge von rund 5,5 g pro Tag. 0,08 g Proteine würde man also zusätzlich brauchen um seinen Eiweißbedarf zu erfüllen. Wozu brauche ich dann noch ein Eiweißpulver? Denn nach meiner Rechnung würde ich mit einem Sicherheitszuschlag von 30 Prozent noch immer auf einen täglichen Bedarf von 1,07 g pro Kilogramm pro Tag kommen. Und die Empfehlungen liegen ja ohnehin schon derzeit bei 1,2 g bis 1,4 g. Aus meiner Sicht kann man den Eiweißbedarf auf jeden Fall ohne zusätzliche Eiweißpulver decken.

Ausdauersportler verbrennen Proteine
Kommen wir nun zu dem Thema wie denn Läufer auf Proteine reagieren. Hie gibt es eine Studie aus Kanada die an Läufern und Langläufern gemacht wurde. Das interessante daran war, dass jeder Sportler immer mindestens eine Eiweißbilanz von 1,37 g pro Tag pro Kilogramm hatte. Wenn man hinsieht auf jeden Fall mehr als bei Bodybuildern und Antisportlern. “Schuld daran” ist die aerobe Leistung, die jeder Läufer und Langläufer erbringt. Die Energie die ein Läufer braucht wird vorwiegend aus dem Abbau von Kohlehydraten und Fett genommen. Aber auch aus den Aminosäuren. Je leerer die Kohlehydratspeicher nun sind desto höher ist der Anteil an Aminosäuren. Dies konnte man in den Untersuchungen durch die erhöhte Ausscheidung von Harnstoff im Urin erkennen. In einem Marathonlauf verliert man rund 20 g Aminosäuren – und nicht mehr. Wenn man die Energie, die man durch die Absolvierung eines Marathonlaufs verliert (2000 kcal, 20 g Aminosäuren, Eiweißanteil im Essen von  12% entspricht dann 240 kcal und einer einer Eiweißmenge von rund 60 g durch die neue Nahrungsaufnahme) mit einer Mischkost von 2000 kcal abdeckt nimmt man dann ungefähr 60 g Eiweiß zu sich durch die Nahrung. Brauchen würde man aber nur 20 Gramm. Man hätte drei mal soviel Eiweiß nach einem Marathon als man braucht. Hier stellt sich natürlich dann gleich die Frage warum man dann ein Eiweißpulver nehmen sollte?

Teure Eiweißpulver die besseren?
Es gibt gerade im Internet so einige Beiträge, die empfehlen, dass man auf jeden Fall nur die teuren Eiweißpulver kaufen sollte. Wie man aber am Testbericht von Test.de zum Thema Eiweißpräparate für den Muskelaufbau sieht, stimmt das nicht. Denn es gibt ein Eiweißpulver von Champ das in manchen Bereichen bereits besser ist als ein Eiweißpulver von AllStars. Vom Preis her aber ist das Eiweißpulver von Allstars auf jeden Fall teurer. Powerbar hat zwar grundsätzlich gute Noten beim Test erhalten ist jedoch ein teures Eiweißpulver im Vergleich mit den anderen. Ich selbst habe das “Gesunde Eiweß” von DM damals eingenommen. Bei den Tests schneidet das DM Eiweißpulver sehr gut ab von der Qualität, denn preislich ist diese Eigenmarke von DM günstig. Die Empfehlung von Test.de liegt bei dem Eiweißpräparat Multipower Muscle Whey Protein 100 das mit einem Preis von Euro 1,50 für die Einzeldosis auch preislich gut liegt. Beim teuersten Produkt All Stars Nitro Plex meinte die Redaktion von Test.de dass die Eiweißzusammenstellung nicht optimal sei. Außerdem wird die von All Stars propagierte (empfohlene) Menge deutlich zu viel sein als die Menge, die man wirklich braucht. Die zugesetzten freien Aminosäuren sind auf jeden Fall aus ernährungspsychologischer Sicht unnötig. Die Note gut in punkto Eiweißqualität haben folgende Produkte erhalten: Weider Nitro Stack Protein, Champ Eiweiß plus Shake, Multipower Muscle Whey Protein 100, Powerbar Protein Plus 92 %, Powerplay high Protein 90. Die Noten befriedigend haben erhalten: All Stars Nitro Plex, dm Das Gesunde Plus Eiweiß 90 sowie Scitec Nutrition Mass 20, Ultimate Nutrition Isopreme, X-treme Supafit Muscle + . Insgesamt hat mich stark verwundert, dass die Eigenmarke von DM mit “Das Gesunde Plus Eiweiß 90″ am schlechtesten im Produkttest abgeschnitten hat. Den gesamten Test kann man schön in der Tabelle auf Seite 3 hier sehen (pdf).

Eiweißpulver teuer und überflüssig
Test.de kommt zu einem klaren Urteil: Die legalen Eiweißpräparate sind teuer und überflüssig. Hier sind es die Eiweißpulver und die Eiweißshakes, die enorm auch auf das Budget schlagen können. Es klingt einfach sehr verlockend, wenn man die Geschmacksrichtungen ansieht: Vanille, Schoko, Erdbeer, Himbeer, Waldbeere, Multifrucht. Pro Tag kostet die zusätzliche Aufnahme von Eiweiß über ein Eiweißpulver rund 4,5 Euro. Die Testpersonen meinten, dass dadurch auch die Muskeln nicht mehr geworden sind. Die Muskeln selbst können nur durch gezieltes und richtiges Training wachsen und aufgebaut werden. Die Redaktion von Test.de empfiehlt auf jeden Fall, dass man sich das Geld spart und lieber in ein ordentliches Training steckt. Ich bin hier der gleichen Meinung. Besser du absolvierst regelmäßig einen Laktattest und trainiertst gezielt als dass du dir das Eiweißpulver reinschüttest. Denn egal wie du es auch drehen und wenden willst. Die Muskeln werden dir nicht geschenkt sondern musst du dir durch Schweiß erarbeiten. Ob du dann rund 12o Euro pro Monat ausgegeben hast oder nicht ist deine Sache – die Muskeln wissen davon nichts. Wenn du dann aber ohnehin in deine Nahrung investierst, bringt das dann noch weniger. Denn das Eiweiß findest du bereits in deiner Nahrung Tag für Tag.

Milch und Soja besser als Weizen
Nehmen wir mal an, dass du trotzdem dein Eiweißpulver kaufen möchtest. Dann solltest du auf jeden Fall auf die Qualität achten. Den nhier gibt es große Unterschiede. Es gibt Eiweißprodukte mit Milch und Soja und es gibt Eiweißpulver mit Weizen. Hier solltest du auf jeden Fall die Eiweißpräparate mit Soja und Milch bevorzugen. Denn manche Läufer glauben noch immer, dass Eiweiß gleich Eiweiß ist. Aber das stimmt absolut nicht, denn die Zusammensetzung macht den Erfolg aus. Es geht konkret um die Aminosäuren im richtigen Verhältnis. Das Verhältnis ist wichtig, denn mit einem guten Verhältnis kann der Körper das Eiweiß besser aufnehmen als mit einem schlechten Verhältnis. Neben der Zusammensetzung gilt vor allem die Quelle als das Erfolgsmittel. Und hier sind hochwertige Quellen auf jeden Fall Molkenprotein, Sojaprotein und Milchprotein. Das sogenannte Weizenprotein ist in relativ vielen Produkten noch vorhanden, jedoch aber nicht so hochwertig. Wie man oben sieht haben ja etliche Eiweißpulver nur die Note befriedigend bei der Eiweißqualität erhalten.

Die Hersteller von Eiweißpulver
Es gibt bestimmt hunderte von Herstellern bei den Eiweißprodukten. Ich möchte mich jetzt aber nur auf die wichtigsten Hersteller beschränken. Und das sind laut dem Testbericht von Test.de folgende: All Stars, BMS Sportlernahrung, Champ, dm/Das Gesunde Plus, Hercules Tribulus, Multipower (Champ), Powerbar, Powerplay, Scitec Nutrition, Ultimate Nutrition, Weider, X-treme. Ich persönlich habe derzeit überhaupt keine Referenzen, da ich die Hersteller des Eiweißpulver nicht wirklich kenne. Aber von den vielen Einträgen im Internet weiß ich, dass vor allem die Produkte von Weider und Multipower ganz gerne gesucht und dann auch gekauft werden. Mir selbst ist beim Hersteller nur wichtig, dass die Deklaration auf der Verpackung passt. Wenn das zu undurchsichtig ist, dann würde ich das Eiweißpulver nicht kaufen. Gerade bei fremdsprachigen Eiweißprodukten muss man schon sehr aufpassen. Denn wenn man nicht einmal die Verpackung genau versteht würde ich beim Inhalt auch sehr misstrauisch sein. Also wenn möglich auf jeden Fall ein deutschsprachiges Eiweißprodukt kaufen.

Neutrales Eiweißpulver
Wie etwas oben schon erwähnt schauen die wenigsten Läufer und Käufer darauf ob Zucker und/oder Süßungsmittel im Eiweißpulver enthalten sind. Für die Sportler, die jedoch Süßungsmittel vermeiden wollen gibt es auch neutrales Eiweißpulver. Das neutrale Eiweißpulver ist eben frei von Zusätzen wie Süßstoffen oder Geschmacksstoffen. Außerdem enthält es wenig Lactose und Kohlenhydrate und kann meist auch zum Backen verwendet werden. Wir wollen das Eiweißpulver aber nicht zum Backen sondern zum Essen ohne den Backofen verwenden. DM Das gesunde Plus bietet ein neutrales Eiweißpulver zum Beispiel. Aber auch Champ oder Multipower haben ein neutrales Eiweißpulver. Wie der Name schon sagt schmeckt man bei diesem Pulver auch nichts. Es schmeckt eben neutral. Aber uns geht es ja nicht so sehr um den Geschmack als darum, dass wir durch das zusätzliche Eiweiß keinen Zucker oder Süßstoff aufnehmen wollen.

Eiweißpulver Werbung von Dr. Strunz
Herr Dr. Strunz (seines Zeichen der selbsternannte Fitnesspapst) propagiert in seinen Büchern die Einnahme von Eiweiß. Alleine das ist schon sehr bedenklich, da man ja genug Eiweiß über die Nahrung aufnehmen kann. Aber noch dazu gibt es dann eine genaue Zusammenstellung wie eben ein Eiweißpulver auszusehen hat. Und raten sie mal wieviele da es am Markt gibt? Eines! Und genau das gibt es natürlich nur bei Dr. Strunz (aber auch online) zu kaufen. Das Super-Eiweißpulver ist laut vielen Erfahrungen in diversen Foren noch dazu vom Geschmack sehr gewöhnungsbedürftig. Doch damit nicht genug. Denn das Strunz Eiweiß kostet viel mehr als alle vergleichgaren Angebote, die es so gibt. Etliche Strunz Leser sind dann in Apotheken gegangen und haben sich beraten lassen über eine Alternative. Relativ oft wird dann als Alternative zum dem Dr. Strunz Eiweißpulver das Pulver von Powerplay und Champ empfohlen. Es ist überhaupt sehr kritisch zu beachten, dass es kaum erfahrene Sportmediziner oder Sportexperten gibt, die auf die Diäten von Hr. Dr. Strunz großes Vertrauen setzen. So ist auf jeden Fall der Tenor von einer Forenleserin. Ich selbst kann das ganze relativ schwer beurteilen. Aber mein Gefühl damals nach dem Buch hat mir eher Unwohlsein gebracht als ein gutes Gefühl. Ich habe damals aufgrund der Zusammensetzungen das Eiweißpulver von DM Das Gesunde Plus genommen. Obwohl das ja bekanntlich in den Tests sehr schlecht abgeschnitten hat bei der Eiweißqualität…

Mit Eiweißpulver zunehmen
Ich dachte eigentlich immer dass man diverse Eiweißshakes zum Abnehmen kauft. Aber die vielen Einträge im Internet zum Thema “mit Eiweißpulver zunehmen” haben mich doch etwas verunsichert. Hier versuchen vor allem Frauen, die stark untergewichtig sind mit der Einnahme von Eiweißpulver wieder an Gewicht zuzunehmen. Irgendwie total konträr zu dem Ansatz von Dr. Strunz. Aber wie man sieht funktioniert das. Vor allem die Einnahme am Abend wird hier empfohlen, wenn man durch Eiweiß Gewicht zunehmen möchte. Hier werden aus meiner Sicht mehrere Dinge miteinander vermischt. Dass man mit Eiweiß auch zunehmen kann ist klar. Aber das die Einnahme von Eiweiß am Abend zu einer Gewichtszunahme führt kann ich aus eigener Erfahrung nur verneinen. Denn ich selbt esse am Abend auf Anweisung meines Freunds hauptsächlich nur Eiweiß. Tagsüber fülle ich meine Kohlehydratspeicher ganz normal auf. Aber am Abend sorge ich mit der Aufnahme von Eiweiß dafür, dass ich über Nacht abnehme. Das gefährliche an den Eiweißshakes kann aber sein, das man fett wird und das bringt dann den magersüchtigen Frauen auch nicht das gewünschte Ergebnis.

Die richtige Zeit für die Eiweißzufuhr
Die Frage steht im Raum ob es eigentlich eine richtige (und demnach auch eine falsche) Zeit für die Aufnahme von Eiweiß gibt? Hier möchte ich aus dem Interview des Ernährungswissenschaftlers Karsten Köhler meine Inputs nehmen. Es geht bei der richtigen Zeit nicht um Abend oder in der Früh, denn das macht keinen großen Unterschied. Es geht um die Aufnahme des Eiweißpulvers vor oder nach dem Lauftraining (oder anderem Training – auch Krafttraining). Hier gibt es laut Herrn Köhler unterschiedliche wissenschaftliche Studien. Die einen behaupten vor dem Training und die anderen behaupten nach dem Training ist sinnvoll. Anscheind kommt es auch hier dabei an wer die Studie bezahlt hat. Bei Molkenprotein weiß man, dass die Aufnahme vor und nach dem Training die gleiche Wirkung hat. In der Praxis kann das bedeuten, dass ein Eiweißriegel nach dem Training eine Muskelaufnahme unterstützen kann. Wobei ich selbst hier sehr misstrauisch bin. Denn die Eiweißriegel oder auch Eiweißpulver haben ja großteils mehr Zucker als positive Wirkung auf den Menschen.

Fazit: Für mich persönlich kommt eine zusätzliche Eiweißaufnahme auf keinen Fall in Frage durch ein Eiweißpulver. Ich selbst nehme genügend Eiweiß durch die Nahrung (Hühnerfleisch, Milchprodukte) auf. Außerdem habe ich durch mein Laufen ohnehin einen erhöhten Eiweißanteil, den ich nicht auch noch künstlich in die Höhe schrauben muss. Ich werde weiterhin abends meine Trennkost machen (also nur Eiweiß), denn das tut mir gut und kostet auch nicht so viel Geld wie ein Eiweißpulver.

Ich kaufe mein Eiweißpulver immer hier.

5 Antworten auf Braucht ein Sportler Eiweißpulver?

  1. nils sagt:

    Da man aus heutiger sportmedizinischer Sicht, den Körper als Eines aus Vielen sieht, kommt man an Eiweiß nicht vorbei.
    Da der Körper aus Aminosäuren, Kohlenhydraten und Proteinen seine Energie bezieht, bedarf es einer ausgewogenen Ernährung und zusätzlicher Substitution im Leistungssport.
    Nicht nur im Muskelbereich, sondern auch vermehrt im Ausdauersport, ist es unumgänglich sich ums Eiweiß zu drücken. Gerade nach dem Training bedarf es, um die Synthese von Glucose in die Speicherform Glycogen zu fördern, Eiweiß (siehe sportmedizinische Studie 08/07 Sporthochschule OS). Da die Zellen 30 Minuten nach Trainingsende, eine vermehrte Synthese aufweisen und aufnahmefähiger für Glucose sind, da kaum Insulin im Blut ist, ist es ratsam in diesem Zeitraum sein Eiweiß zu substituieren.
    Gerade im Ultralangstreckenbereich wird gerne einmal Eiweiß während des Wettkampfes zu sich genommen, um dem Phänomen der Zuckersättigung zu entgehen. Von den ganzen Vorteilen, wie Nährstoffreichtum für die Gelenkknorpel, entzündungshemmend etc. mal abgesehen…
    Daher meine sicht: Um eine ausgewogene Ernährung und ein richtiges Training gewährleisten zu können ist Eiweiß (in richtigen Mengen und in richtiger Dosierung) unumgänglich.

    Es ist leicht immer zu sagen, das ist alles Kommerz, das ist alles Doping etc.
    Aber wie heißt es: “Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht…”
    Es geht um Unterstützung des Körpers, um richtige Essgewohnheit… und wenn du es so eng siehst, Jerome, dann ist Kohlenhydratgels Doping, dann ist der MP3-Player Doping, dann ist das Laufen in der Abendsonne Doping…

  2. montana sagt:

    Ok ich laufe zwar nicht viel ….
    Nachdem ich inzwischen doch einige Jahre Erfahrung im Bodybuilding habe kann ich nur sagen das Proteine, zumindest in meinem Sport, extrem wichtig sind. Man möchte schließlich Muskeln aufbauen und nicht abbauen weil der Körper sie über Nacht “auffrißt” wenn nicht genug Proteine zur Verfügung stehen.
    Natürlich nimmt man dabei meist zu viel Protein zu sich, aber mal im ernst wen störts? ;)
    Ist nicht ungesund und im Gegenteil, die für den Körper eigentlich “unnötigen” Muskeln werden ja sowieso nur dann aufgebaut wenn der Aminopool des Körpers voller ist als nötig und somit die Aminos vom Körper nicht für die Aufrechterhaltung der Grundfunktionen (für schlechte Zeiten) zurück gelegt werden.

    Wichtig ist dabei natürlich vor allem die Zusammensetzung denn Muskeln werden nur aufgebaut wenn _alle_ essenziellen Aminosäuren im Überschuss vorhanden sind. Billig-Eiweiß z.B. aus Getreide (der Anteil an vom Menschen verwertbaren Aminos liegt hier bei einem Bruchteil im Vergleich zu Milcheiweiß, Eieiweiß…) enthällt z.B. meist eben nicht alle wichtigen Aminos und andere schlechte Eiweiße beinhalten von einigen Aminos einfach zu wenig.

  3. Stefan sagt:

    Ich habe neulich erst ein Eiweißshake nach dem Training getestet, überhaupt das erste Mal in meinem Leben. Und ich muß sagen: Es hat einen positiven Einfluß auf die Regenerationsfähigkeit der Muskulatur und man ist in der Lage, mehr Einheiten zu laufen.
    6 Einheiten pro Woche könnte ich mir ohne Eiweißshake oder ähnlich gute Maßnahmen zur Regeneration nicht vorstellen. Ich selber hatte bis dato 3-4 Einheiten pro Woche, auch weil ich den Tag nach einer Einheit mich oft noch nicht gut regeneriert hatte. Mit Eiweiß (zumindest nach härteren oder langen Einheiten) kann ich mir tatsächlich auch 5-6 Einheiten gut vorstellen.

  4. biggiesmalls sagt:

    ich konsumiere pro woche 1 kg eiweißpulver und trainiere gar nicht.
    nach ca. 2 wochen hatte ich schon riesiege muskelberge!
    es ist wahnsinn, ich werde in zukunft noch mehr davon kaufen!

  5. Stefan sagt:

    Für mich ist der Eiweißshake ja noch recht ungewohnt und ich trinke ihn nur zur Regeneration nach etwas härteren Trainingseinheiten. Abnehmen ist für mich tabu, also ist der Drink keinesfalls ein Mahlzeitenersatz bei mir.
    6 Einheiten pro Woche sind für mich noch ungewohnt, ich steigere den Umfang auch nur sehr vorsichtig. Nur habe ich mit dem Eiweißdrink das erste mal das Gefühl, überhaupt 6 Einheiten pro Woche schaffen zu können. Ich gehe eigentlich nie in eine Trainingseinheit, wenn sich die Beine noch vom Vortag wie Quark anfühlen. Und das war ohne Maßnahmen zur Regeneration eigentlich immer der Fall, daher nur 3-4 Einheiten vorher und jetzt halt auch 5 und durchaus denkbar demnächst auch mal 6.