Andreas ist den Buchstabenlauf gelaufen und ein Läufer der mit seinen Zeiten im Halbmarathon und Marathon bereits zu den wirklich guten Läufern gehört. Sein Rezept ist einfach: Spaß haben! Der Herausgeber vom Startblog F stellt ich kurz vor und erzählt uns von seinen schönsten Lauferlebenissen.
Andreas in Action
1. Kurzbeschreibung von dir (inkl. Foto von dir vorzugsweise in Action beim Laufen)?
Ich starte seit kurzem in der Altersklasse M45 und habe seit dem 1. Mai 2003, dem Tag an dem ich erstmals zwei Runden im Park gelaufen bin, Spaß am Laufen. Ich würde mich als „ambitionierten“ Läufer bezeichnen, was keinesfalls heißt, dass ich schnell bin, sondern, dass ich an 5-10 Wettkämpfen im Jahr teilnehme – vom 10-Kilometer-Lauf bis zum Marathon – und dafür versuche in der Zeit die neben Familie und Beruf bleibt bestmöglich zu trainieren. Mir liegt aber auch sehr viel daran, schöne lange Läufe mit meinen Lauffreunden zu erleben.
2. Warum schreibst du den Laufblog?
Ich bin entdeckungsfreudiger Webdesigner, begeisterter Läufer und schreibe darüber hinaus auch noch gerne – besser als mit einem Laufblog kann man diese drei Interessen nicht zusammenbringen.
3. Was ist das Besondere an deinem Blog?
Ich versuche, eine Mischung aus persönlichen Berichten (mit vielen Fotos) und „Fachartikeln“ (zum Beispiel zur Marathon-Vorbereitung, Tapering, Lauftraining, etc.) zu bieten. Da ich zwar ein ambitionierter, aber doch eher mittelprächtiger Läufer bin, hoffe ich, dass sich vom Anfänger bis zum schnellen Wettkampfläufer viele Läufer auf startblog-f wiederfinden und wohlfühlen. Und hin und wieder, wenn es meine Zeit erlaubt, stelle ich auch gerne nützliche Dinge wie Marathon-Laufrechner oder Tempo-Tabellen zur Verfügung.
4. Warum läufst du? (Warum, Wann und wie begonnen)
Nach ein paar erfolglosen Versuchen, während der Studienzeit mit dem regelmäßigen Laufen zu beginnen, habe ich es am freien „Tag der Arbeit“ 2003 mal wieder versucht und tatsächlich geschafft dabei zu bleiben. Da meine tägliche Arbeit aus vielen Stunden am Computer besteht, mag ich auf den Ausgleich – das Laufen in der Natur – nicht mehr verzichten. Und für das Laufen mit Freunden schrecke ich auch nicht vor dem Kurz-nach-5-Uhr-Aufstehen im Winter zurück. Ich habe selten Probleme, mich zum Alleine-Laufen zu motivieren, aber das gemeinsame Laufen ist einfach bedeutend schöner.
5. Deine 3 schönsten/wichtigsten Lauferlebnisse?
Der Buchstabenlauf, der Mauerweg-Lauf und mein erster Rennsteiglauf! Den Buchstabenlauf habe ich im Rahmen der XT Wings Challenge im Jahr 2008 gemacht. Ich hatte die Idee, Buchstaben auf die Berlin-Karte zu laufen, d.h. jeder Lauf ergab – von oben auf dem Stadtplan betrachtet – mehrere Buchstaben, die am Ende, nach sieben Läufen, einen Spruch ergaben. Eine etwas verrückte Sache, die aber großen Spaß machte. Nachdem ich diese Laufaktion mit meinen Lauffreunden beendet hatte, wollten alle gleich wissen, was denn nun im Folgejahr dran wäre. Und plötzlich war die Idee zum Mauerweg-Lauf geboren. Im Sommer 2009 veranstalteten wir mit ungefähr 60 Leuten eine Staffel auf dem Berliner Mauerweg: der Staffelstab wurde tatsächlich von 4 Uhr morgens bis um exakt 21:49 Uhr über 165 km von Team zu Team weitergereicht. Der Zieleinlauf am Brandenburger Tor gehört mit zum Schönsten, was ich bisher in meinem Läuferleben erlebt habe. Im Jahr 2010 haben wir uns dann – als Berliner eher topfebene Straßen gewohnt – voller Respekt an den Rennsteiglauf-Halbmarathon gewagt. Eine gemeinsame Lauf-Reise, an die wir alle wohl noch lange gern zurückdenken werden.
6. Deine 5 besten/beliebtesten Beiträge auf deinem Blog?
http://www.startblog-f.de/2008/06/19/buchstabenlauf-die-7-und-letzte-etappe/ Buchstabenlauf – Die 7. und letzte Etappe
http://www.startblog-f.de/2009/06/07/mauerweg-lauf-finale Mauerweg-Lauf – Das Finale
http://www.startblog-f.de/2009/07/29/vokuhila-laeufer-dreieck-optimaler-laufstil/ Vokuhila, Läufer-Dreieck und dem optimalen Laufstil
http://www.startblog-f.de/marathon-laufrechner-zwischenzeiten Marathon-Laufrechner mit Zwischenzeiten</a>
http://www.startblog-f.de/2008/09/17/tapering-die-letzten-wochen-vor-dem-marathon Tapering – Die letzten Wochen vor dem Marathon
7. Was sind deine größten läuferischen Erfolge?
Erfolg bedeutet für mich auf jeden Fall nicht unbedingt persönliche Bestzeit. Für mich ist läuferischer Erfolg, wenn man sich das Rennen so gut eingeteilt hat, dass man zum Schluss noch einmal etwas schneller werden kann und trotzdem gesund ins Ziel kommt. Da ich einmal bei einem Lauf zusammengebrochen bin, definiere ich Erfolg eher vom anderen Ende her: Wenn einem so etwas passiert, hat man etwas extrem falsch gemacht. Seitdem versuche ich im Wettkampf zwar schnell aber kontrolliert zu laufen. Insofern bin ich ziemlich stolz auf meinen Berlin-Halbmarathon 2010, bei dem ich nicht nur einen Laufplan hatte, sondern ihn auch noch nahezu auf die Sekunde umsetzen konnte.
8. Wie schaut eine richtige Trainingswoche bei dir aus? (Trainingsplan,…)
1x alleine intensiver Lauf, sonst 3 Mal mit Freunden, davon ein langer Lauf am Wochenende, 1-2x Kraftgymnastik
Beispiel (höhere Werte gegen Ende der Marathon-Vorbereitung):
Di: 7-10 km langsamer Dauerlauf (ca. 6min/km)
Mi: 30-45 min Schwellenlauf (ca. 5min/km), zzgl. jeweils 10 min ein- und auslaufen
Do: 20-40 min Kraftgymnastik
Fr: 7-12 km langsamer Dauerlauf (ca. 6min/km) oder lockerer Dauerlauf (ca. 5:30 min/km)
So: 15-32 km langer Lauf (ca. 6-6:15min/km)
9. Wie sieht deine Ernährung als Läufer aus?
Ich esse 5-6x pro Woche Müsli zum Frühstück, ansonsten versuche ich im Alltag ausreichend Obst und Gemüse zu essen, kann aber auch hin und wieder an „ungesunden“ Sachen (Chips, Schokolade, Bier) nicht vorbei. Die Halbmarathon- und Marathon-Vorbereitungen haben aber auf jeden Fall einen guten „erzieherischen“ Effekt, denn in den letzten 2-3 Wochen vor dem Wettkampf verzichte ich meist völlig auf Leckereien.
10. Was sind deine 5 wichtigsten Laufprodukte und warum?
Adidas Supernova Sequence: Der einzige Pronationsschuh der stützt und bei meinem schmalen Fuß gut passt
Salomon XT Wings: Im Winter bei Schnee und Eis wunderbar
Garmin Forerunner 305: Dank GPS-Streckenmessung muss ich nie wieder schätzen, wie lang wohl die gelaufene Strecke war oder ob das gerade auf den letzten Kilometern 5:45 oder 5:30 min/km waren
rubiTrack: Eine schöne Software, die mir übersichtlich darstellt, wie gut oder schlecht meine Wettkampf-Vorbereitung der letzen Wochen war
Adidas Laufshirts: Nicht allein weil fast alle meine Finisher-Shirts von Adidas stammen, sondern auch, weil sie angenehm zu tragen sind
11. Was sind deine 3 wichtigsten Laufbücher und warum?
„Die Laufbibel“ Dr. Matthias Marquard: Nicht nur für mich das Standardwerk für gesundes Laufen
„Das große Laufbuch“ Herbert Steffny: Hier findet man nahezu alles, was man als Läufer wissen muss
„Das große Buch vom Marathon“ Hubert Beck: Manchmal etwas zu ehrgeizig, aber mit sehr vielen detaillierten Informationen zur Marathon-Vorbereitung
Und als Bonus:
„Einfach Marathon“ Dr. Müller-Wohlfahrt, Stéphane Franke: Meine erste und wichtigste Informationsquelle bei Verletzungen
12. Welche Laufblogs kannst du empfehlen?
Zuerst natürlich Running Willi
aber auch
http://www.laufhannes.de Ein beneidenswert junger und schneller Läufer
http://www.running-twins.de Läufer vom anderen Berliner Ende
http://www.diro-online.com Ein Läufer wie du und ich
http://ultraistgut.wordpress.com Poetische Laufeindrücke, schöne Landschaften, Mee(h)r!
http://www.jog-blog.co.uk/ Eine englische Läuferin: lustig, selbstironisch und mit augenzwinkernden Statistiken am Ende eines jeden Artikels
Schönen Gruß aus dem regnerischen Berlin
Andreas
www.startblog-f.de

