Ich fühle mich sehr betroffen. Durch "Zufall" habe ich auf der Titelseite einer österreichischen Zeitung vom Horror-Sturz von Hans Grugger beim Training auf der Streif in Kitzbühel erfahren. Ich bin geschockt - vom Unfall und von der charakterlosen Art und Weise wie der Profisport damit umgeht. Weiter unten das Sturzvideo und meine Begründung warum ich meine, dass die Streif 2011 einfach nur abgesagt werden MUSS und ich diese Rennen im TV boykottiere… Bist du auch dieser Meinung oder was denkst du?
Dieses Video ist einfach der Horror. Hans Grugger bangt um sein Leben nach diesem Sturz in der Mausefalle. Möge mit Hilfe von oben Hans jemals wieder in normales Leben führen können und seine Familie dieses schwierige Situation überstehen können.
In der Zeitschrift Österreich habe ich von dem "Drama auf der Streif" erfahren. Ich weiß was es heißt einen geliebten Menschen zu verlieren. Darum fühle ich mich selbst geschockt und bin noch dazu "fuchsteufelswild" auf den charakterlosen Profisport – ehrlich!
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Wie kann es sein, dass nach so einem Horrorsturz das Training fortgesetzt wird und nicht abgebrochen wird?
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Wie kann es sein, dass angeblich alle in Kitzbühel nun geschockt sind aber der Super G und die Abfahrt trotzdem ausgetragen wird?
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Wie kann es sein, dass ein Menschenleben nicht mehr Wert ist als Einnahmen die durch so ein Skirennen lukriert werden?
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Wie kann es sein, dass "Kollegen" von Hans Grugger jetzt noch da runter fahren und deren Erfolgserlebnis mehr Wert ist als der mögliche Tod von Hans?
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Wie kann es sein, dass nach einer kurzen Stille alles wieder normal weiterläuft ohne dass jemals etwas gewesen ist?
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Wie kann es sein, dass man einen Trainingslauf durchpeitscht nur damit das Rennen unbedingt stattfindet?
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Wie kann es sein, dass der Sprung bei der Mausefalle nicht abgetragen wurde weil das Speed kostet?
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Wie kann es sein, dass man all die schweren Unfälle (siehe unten) schon vergessen hat und den Umgang damit noch immer nicht gelernt hat?
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Wie kann es sein, dass … (hier kannst du deine Fragen einsetzen)
Ich bin richtig erschüttert und die Art und Weise wie nun alles normal in Kitz weitergeht (Partys, Rennen, Promis,…) macht mich echt wild. So einen charakterlosen Sport finde ich das eigentliche Drama. Sind wir Sportler nicht mehr wert als unsere Leistungen im Rennen und was wir für Sponsoren und Veranstalter bringen? Nein. Das ist die ehrlichste Antwort wenn man sich all das anschaut was da passiert. Nur Gottschalk hat bei dem Unfall in Wetten Dass richtig gehandelt – dafür hat er meinen vollsten Respekt.
Und nun sind natürlich die TV Quoten noch höher bei den Rennen. Denn jeder will die Horror-Abfahrt sehen. Aber nicht mir mir. Denn ich werde mir dieses "Spektakel" nicht ansehen. Diesen charakterlosen Sport mit den Verantwortlichen ohne Gewissen unterstütze ich nicht. TV Boykott!
Wie denkst du darüber?
Hier die traurige Liste (Auszüge leider nur) der schwersten Unfälle auf der Streif aus der wohl kaum jemand gelernt hat:
Daniel Albrecht 22.1.2009 (3 Wochen Koma)
Scott Macartney 19.1.2008 (Schädel Hirn Trauma)
Andreas Buder 16.1.2008 (Bruch des rechten Schienbeins)
Pietro Vitalini 14.1.1995 (Unverletzt trotz Hausbergkante Sturz)
Schämt euch ihr Verantwortlichen für diese Art und Weise wie ihr dem Hans Grugger beisteht…..
Willi

Meine volle Unterstützung, Willi. Einmal mehr sieht man, dass weder der Sport noch der Sportler wichtig sind, sondern einzig und allein der Kommerz. Ich finde es sowas von beschämend, dass ich diesem Boykott den Du vorschlägst schon seit vielen Jahren durchführe. Ich war vor etwa 15 Jahren mal in Kitzbühel live beim Rennen und was ich da erlebt hab, hat mich diesbezüglich für alle Zeiten erschüttert, denn was man da im Zuschauerbereich (ich stand kurz unterhalb der Zielsprungkante) gehört hat, war einfach unglaublich. Da standen doch tatsächlich Leute, denen es “zu langweilig war, weil´s da an diesem Tag keinen zerfetzt hat”. Ich konnte mich nur noch für diese Leute schämen und von dem Tag war dieser Alpinsport für mich dann auch gestorben. Das heißt also, dass das Leute hingehen um solche Stürze zu sehen…..also mir fehlt da jedes weitere Wort.
Aber man muss sich ja nur Unfälle auf der Autobahn anschauen. Je spektakulärer der Unfall desto länger der Stau…….auch auf der gegenüberliegenden Fahrbahn, weil die Leute aus dem Gaffen und der Sensationsgier nicht mehr Herr ihrer Sinne sind. Wenn ich bei der Polzei was zu sagen hätte, dann wäre bei jeder APolizeistreife die zu einem Unfall fährt einer dabei, der sich auf die Mittelleitplanke setzt, und die Kennzeichen notiert, von Leuten die nichts bessere zu tun wissen als auf die andere Seite zu gaffen. Und die sollten dann ein Bußgeld kriegen das sich gewaschen hat. Schrecklich. Schrecklich, aber so ist die Menschheit, aber in diesem Punkt distanziere ich mich von denen.
Ich mach auch viel falsch in meinem Leben und bestimmt hab ich auch schon vielen Menschen wehgetan, weil ich vielleicht mal dies oder das gesagt oder nicht getan hab, aber sowas geht mir eindeutig zu weit.
Wie war es denn 1994 ? Imola Formel 1. Da stirbt im Freitagstraining der Österreicher Roland Ratzenberger, das Training geht weiter…..ja der Fahrer Ayrton Senna wird sogar noch gerügt, weil er sich persönlich die Unfallstelle anschauen will um für die restlichen Fahrer für mehr Sicherheit zu sorgen. Da hat der Brasilianer Barrichello am Samstag einen wahren Horrorunfall den er wie durch ein Wunder unverletzt übersteht…nichts passiert…..und dann am Sonntag stirbt schließlich Senna selbst in einem Wahnsinnsunfall…….und wenig später wird das Rennen tatsächlich nochmal gestartet und ein deutscher Fahrer bringt es tatsächlich fertig auf das Podium zu steigen und seinen Sieg zu feiern zu lassen. Dass Senna zu diesem Zeitpunkt bereits tot war, musste jedem klar gewesen sein. Es soll mir keiner erzählen, dass das niemand gewusst hat. Nein…..es ging einfach um sehr, sehr viel Geld und da geht man lieber über Leichen. Mich schaudert es da nur……
Es stimmt, es passieren tragische Unfälle im Profisport.
Ich will auch nicht dass so etwas Schlimmes passiert.
Aber wie ihr 2 euch darüber aufregt ist schon mehr als übertrieben!
Die Streif zusperren……
Wenn es nach dieser Logik ginge, dann könnte ich die Ortschaft in der ich lebe nicht mehr verlassen, da auf beiden Strassen schon mehrmals Menschen tödlich verunglückt sind!
Die Strassen sind gefährlich, aber mir würde niemals einfallen danach zu rufen sie zuzusperren.
Eure Forderungen stehen in keinem Verhältnis zu anderen furchtbaren Dingen die viel öfter passieren während sie euch kalt lassen.
Täglich sterben 2-3 Menschen auf Österreichs Strassen durch Autounfälle und niemand beschwert sich dass die Automobil und die Erdölindustrie und alle die damit in die Arbeit fahren, ihr Geld durch und mit dem Auto verdienen.
Ich finde es genauso abscheulich dass es Menschen gibt die nur darauf aus sind dass etwas Spektakuläres passiert, aber so Leute gibt es nun mal.
Und dass viele Besucher in Kitzbühel keine Ski-Fans sind, sondern lediglich verblödete Partyfreaks, ja das ist nichts Neues.
Aber an denen den Skisport festzulegen ist falsch, das sind keine Fans!
Und wegen denen die Streif zusperren…….
Sucht euch doch mal andere Sportarten heraus, die viel harmloser klingen, zB Fußball.
Es sind schon viele Menschen bei einem Match gestorben und 1000 mal mehr verletzt worden, sowohl die Sportler aber noch mehr die Fans.
Und niemand sperrt ein Stadion zu und packt die Fußballer in Schaumgummikostüme.
Oder der Radrennsport.
Wie viele Sportler da schon ums Leben gekommen sind, da sind die Zahlen der Alpinskirennen ja lächerlich dagegen!
Euer Standpunkt stimmt mich sehr bedenklich, da er den allgemeinen Trend zur Entmündigung des Individums sehr stark verdeutlicht.
Fast kein Mensch will mehr Verantwortung für sich selbst und sein Handeln übernehmen.
Viele wollen da ein Gesetz mehr, dort eine Regelung dazu, da wieder eine Richtlinie mehr und keiner will sein eigenes Gehirn mehr dazu benutzen über sein Handeln und die Konsequenzen nachzudenken.
Schön, wenn ihr das für euch so wollt dann soll es so sein, aber bitte zwingt anderen Menschen nicht eure frei gewählte Entmündigung auf!
Hört euch die Kommentare der Sportler an, jeder fühlt mit, jeder ist geschockt.
Und jeder weiß dass er der nächste Verletzte sein kann!
Genauso wie jeder Mensch der tagtäglich in ein Auto steigt wissen sollte dass er im nächsten Augenblick zu den 2-3 Personen zählen kann die im Strassenverkehr sterben!
Hallo Christioph,
ich möchte nicht, dass die Streif für immer zusperrt. Das wäre nicht richtig. Aber es ging mir um das fehlende Mitgefühl das man damit zeigt, wenn alles weiterläuft. Wie sehr hätte zum Beispiel Michael Walchhofer ein Vorbild sein können und Millionen Menschen begeistert wenn er nicht gestartet wäre. Wenn mein Freund mit dem Tod ringt könnte ich nicht einfach Weltcuppunkte sammeln gehen. Obwohl er sich betroffen gezeigt hat war er anscheinend doch noch mehr Egoist um seinen eigenen Erfolg über diesen tragischen Sturz zu stellen. Darum geht es -- nicht um ein Lippenbekenntnis sondern um Taten.
Run ON!
Willi
Ich glaube nicht dass das viel mit Egoismus zu tun hat, eher mit dem Selbsterhaltungstrieb.
Wenn zB. beim Wien Marathon oder bei der Tour de France oder sonstwo jemand wegen Herzinfarkt mit Bahre oder Leichensack abtransportiert wird, was übrigens regelmässig vorkommt, denkt auch niemand an einen Abbruch des Rennens.
Warum also gerade beim Skirennen?
Es wäre sogar ausgesprochen dumm das Training nicht zu fahren!
Im Interesse der eigenen Sicherheit muss das Training gefahren werden, niemand kann es sich in dieser Sportart leisten eine Abfahrt ohne Training zu fahren!
Und das Rennen wegen eines Trainingsunfalles abzusagen wäre fürchterlich übertrieben.
Da wären wir dann wieder beim Anfang.
Lippenbekenntnisse sind meiner Meinung nach bloss diese plötzlichen Übertreibungen wie sie nun überall zu hören sind!
Nur weil es jetzt einmal einen von uns erwischt hat wird eine Moral zu Tage gebracht die man im restlichen Leben nie und nimmer anwenden würde.
Wahrscheinlich um sich selbst und dem Rest der Welt zu beweisen wie gut man es meint.
Und wie gut dass auch tut sich selbst Moral vorzulügen!
Da müßtest du bei vielen Wienmarathons abbrechen und am Grabe oder Krankenbett der Verunglückten Anteilnahme zeigen.
Hast du das schon jemals getan?