Eine wahre Geschichte zeigt, dass man für den Sport sterben kann. Warum diese traurige Geschichte für mich Fragen aufwirft. Und warum auch heute viele Läufer im Alltag sterben für “ihren Sport”.
Was ist deine Meinung zu diesem Podcast? Schreibe mir jetzt hier dein Kommentar.
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Hier noch ein paar Links zu diesem Podcast wo du dich noch besser informieren kannst über diese tragische Geschichte:
Interview mit Mark Inglis der David Sharp zurückgelassen hatte
Mount Everest der Friedhof meiner Freunde
8848 Meter – jeder stirbt für sich allein

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Hallo Willi
Ich denke niemand kann darüber urteilen ob eine Rettung in der Situation möglich gewesen wäre. Es geht bei der Geschichte um einen Alleingang auf den höchsten Berg der Welt! Das hat nichts mit Extremsport zu tun, dass ist eine ganz bewusste Grenzerfahrung mit dem Tod! Das beweist der Fehler, den er bewusst eingegangen ist! Ich kann R. Messners Buch über seinen Alleingang empfehlen. Bei der
finalen Lebensphase am Mount Everest stellt sich für mich nicht die Frage wie man jemanden rettet, sondern wie man ihn würdevoll bis zum Schluss
begleiten kann. Ich erlebe diese Situationen
tagtäglich. Stell dir die Situation vor. Würdest du um Hilfe und Rettung bitten? Oder würdest Du Deinen Namen sagen? Er wusste das er sterben wird, auch wenn man ihn getragen hätte. Er wollte nur nicht anonym bleiben. Ihm das zuzusichern und ihn psychisch zu begleiten, hätte ihm sicher mehr bedeutet als jeder getragene Meter. Das sind MEINE Gedanken auf Grundlage Deiner Erzählung. Ich habe den Beitrag leider nicht selbst gesehen aber auf der Basis vieler Bücher über die Todeszone erlaube ich mir diese persönlichen Gedanken.
Liebe Grüße
Patrick
Hallo Willi
Einen sehr bewegenden Beitrag hast du uns da wieder abgeliefert. Zu dem Tod des Extremsportlers auf dem Mount Everst will ich nicht zu viel sagen. Jeder sollte selbst seine Grenzen kennen. Dieser Mann kannte seine Grenze leider nicht. Aber ich bin ganz deiner Meinung dass man mehr für Ihn hätte tun müssen.
Ich hätte den Aufstieg auf den Gipfel nicht mehr genießen können wenn ich wüsste, da stirbt grad n Mensch für den ich evtl. doch noch was hätte tun können, egal was.
Deinen 3. Punkt finde ich aber sehr interessant. Du hast vollkommen Recht, wenn du sagst dass auch im Alltag ein Stück von dir stirbt, wenn man ständig nur ans training, an seinen nächsten Wettkampf denkt, nicht mehr mit der Familie isst, weil man sich nahrundstechnisch auf einen Wettkampf vorbereitet oder was weiß ich. Sowas finde ich sehr sehr traurig.
Aber sag mal wie kriegst du das denn bitte hin dich um deine Familie zu kümmern und noch soviel zu trainieren, wenn du irgendwann schneller als Haile Gebrselassie sein willst
Man sollte immer wissen was man tut, seine Grenzen kennen und seine Verantwortung nie verlieren.
Ist man Familienvater, muss man ganz klar sagen dass die Familie an erster Stelle stehen muss.
Vielen Dank für deinen Podcast und mach weiter so!!
LG
Michael
Hi Willi,
kurz-vor-ins-Bett……musste gerade noch Deinen Podcast hören und an einer Stelle ein bischen schmunzeln…….Das RAAM ist 5.000km lang….nich 50.000km…..Es hat zudem wenn ichs richtig weiß so um die 30.000 Höhenmeter. Aber egal……5000 km ist ebenso unvorstellbar und irgendwie ausserirdisch.
Aber zum Hauptthema Deines Podcast´s……Die Geschichte kannte ich nicht und hab auch den Film nicht gesehen……also habe ich meine Meinung auf Grundlage Deines Berichtes gebildet. Also ich sehe es aus meiner christlichen Lebenseinstellung absolut unglaublich vor, wie man an einem in Todesgefahr liegenden Menschen vorbeigehen kann…….das ist die eine Seite. Die andere ist die, dass ich denke, dass jeder Bergsteiger in dieser Höhe an seinem absoluten Leistungslimit ist und wer als Sportler auch solche Situationen kennt, der weiß, dass man da weder rational handeln noch klar über irgendwas nachdenken kann. Sogesehen habe ich ein gewisses “Verständnis”, dass hier keine Hilfe geleistet wurde. Vielleicht war auch einfach schlichtweg Angst dabei, dass wenn man hier jemanden runtertragen muss, man durch den Zeitverlust vielleicht selber ums Leben kommt.
Wie gesagt……in Ruhe jetzt die Geschichte hörend…..rational aufgrund meines Glaubens darüber nachdenkend, gibt es für mich keine Frage. Ich hätte mein Leben riskiert um dem Mann zu helfen. Die,die mich kennen, wissen, dass das keine leeren Worte sind.
Aber diese Ruhe hatten diese Leute auf über 8000m Höhe garantiert nicht und so ist es fraglich, ob ich, ohne diese Ruhe und in dieser Situation am oberen Limit meiner Leistungsfähigkeit zu sein, imstande wäre, dort die gleiche Entscheidung zu treffen, oder ob eben nicht der Urinstinkt des eigenen-Leben-retten-wollens in so einer Situation ohne dass ich das groß steuern könnte, Oberhand hätte.
Der Mann hat sich ganz klar überschätzt und seine Leistungsfähigkeit nicht richtig eingeordnet…….und musste dafür einen teuren Preis zahlen. Aber vielleicht war er dazu auch bereit. Wer weiß das schon. Ich für mich könnte sehr gut damit leben, eines (hoffentlich noch fernen) Tages während Ausübung meines Sportes zu sterben. Warum eigentlich nicht ? Ist es schöner in einem Altenheim dem Tod entgegenzuwarten ? Für mich nicht. Ist es schöner an irgendeiner Krankheit über Monate oder Jahre letztlich qualvoll zu sterben ? Für mich nicht. Ich bin froh darauf keinen Einfluß zu haben, aber wenn es Gottes Wille ist, während meinem Sport zu sterben……stehe ich bereit. Das heißt wie gesagt nicht dass ich scharf drauf bin während meiner nächsten Radtour vom Auto überrollt zu werden. Ich mag das Leben durchaus und bin alles andere als lebensmüde. Ich habe eine Frau die ich über alles liebe, wir haben ein Haus einen Job….wir sind gesund. Aber irgendwann wird diese Zeit vorbeigehen und es wird eine Art des Todes für jeden von uns vorgesehen sein……Die von David Sharp kam am Mount Everest…..und ich denke es war für ihn vielleicht wirklich ok…….Das mag jetzt makaber klingen…..aber so sehe ich das.
viele Grüße
Jürgen
Mörder.
Das hat mich nach dem anhören erschreckt,wie egal da oben ein Menschenleben ist.
Im Strassenverkehr nennt man so was,unterlassene Hilfeleistung. Die wird bestraft vom Gesetzgeber.
Da ist wohl die Luft so dünn da oben,dass man nur noch an sich selbst denken kann.
Der Veranstalter dieser Billigtour hat sein Büro doch wohl auf dem Gipfel.
Gruss
Hallo Stephan,
obwohl ich Deine Emotion verstehen kann……mir ging es im ersten Moment auch so……bedenke, dass da niemand “im Straßenverkehr” liegen gelassen wurde (was leider auch immer wieder passiert und definitiv empfindlich bestraft gehört), sondern dass hier in einer absolut lebensfeindlichen Höhe von deutlich über 8000 Metern bei -28°C das ganze passiert ist. Wie ich in meinem Kommentar auch geschrieben habe, ist in solch einer Situation JEDER an seinem Anschlag der Leistungsfähigkeit und definitiv nicht mit einer Situation der vollen rationellen Entscheidungsfähigkeit zu vergleichen. Wenn es hier jemand zu verurteilen gibt, dann ist das in meinen Augen der Veranstalter der hier in unverantwortlicher Weise solche Billigreisen anbietet und mit dem Leben seiner Kunden spielt. Aber es ist mal wieder typisch in der heutigen Welt ……. in der nur noch Geld und der Pfrofit regiert.
Der David Sharp hat sich selbst in diese tödliche Situation gebracht…..und ich denke es ist so gut wie unmöglich hier einen Menschen nach unten zu transportieren, der nicht mehr laufen kann, wenn man nicht sein eigenes oder das mehrerer Expeditionsteilnehmer massiv gefährden will.
Nochmal meine Anmerkung…..vom gesunden Menschenverstand ist für mich ganz klar, dass man es hätte versuchen müssen…….Aber…..ich weiß nicht ob jemand in einer solchen Extremsituation in der Lage wäre, diesen dort anzuwenden.
viele Grüße
vom
Cycling Jürgen
Hallo Willi,
ein Beitrag, der unter die Haut geht.
Ich muß gestehen, sehr wenig über die körperliche und psychische Belastung im hochalpinen Bereich zu wissen, auch kannte ich die Geschichte nicht.
Was mir beim Hören des Beitrages durch den Kopf gegangen ist:
Jeder, der auf den Mount Everest geht, oder etwas Vergleichbares durchführt, muß die Möglichkeit in Betracht ziehen, nicht mehr zurückzukommen. Dieses Risiko muß man sich bewusst machen. Man bewegt sich im Extrembereich, an einer Grenze, die keinen Fehler verzeiht. Das gilt imho in diesem Fall sowohl für David Sharp als auch für die Gruppe der 30 Bergsteiger.
Ich bin insofern bei Dir, daß die 30 zumindest versuchen hätten können, David abwechselnd zu tragen. Aber hier möchte ich mich Jürgen anschließen: vom gemütlichen Sofa, auf dem ich gerade liege, lässt sich so etwas natürlich leicht sagen. Das klare Denken und Entscheiden der Gruppe war sicher schwer beeinträchtigt. Es spielen sicher sehr viele Faktoren zusammen.
Schwierig. Sehr schwierig. Wie hätte ich mich verhalten? Kann ich diese Frage wirklich seriös beantworten?
Hallo Patrick,
diese Situation war nicht in der Todeszone. Wochen später wurde vom gleichen Teammanager jemand in dieser Höhe gerettet. Es kam leider nie ein Anruf an den Teammanager, denn der hätte dann was tun können. Anscheinend war das eigene Ziel wichtiger. Klar weiß ich nicht wie es jemand in diesen Höhen geht. Aber ich weiß, dass David gerettet hätte werden können….
Danke für deine persönlichen Gedanken.
Run ON!
Willi
Hallo Michael,
danke für deine positiven Worte wegen dem Podcast. Du bist der erste hier, der den 3. Punkt anspricht. Und das ist gut so. Denn gerade dieser Punkt geht ja so unter im Alltag und dennoch hat fast jeder damit zu kämpfen, der eben ambitioniert seine Ziele erreichen will im Laufsport.
Für mich sind das viele Faktoren die ich hier nicht auf einmal erzählen kann (will….). Aber wenn Sport und Familie kollidieren dann siegt immer die Familie. Du weißt ja, dass ich um 4.15 Uhr trainiere in der Früh. Und da gibt es dann weniger Kollissionen. Aber das Abschalten bleibt auch für mich immer wieder eine Spannung. Denn wenn man was gerne tut dann erzählt man gerne darüber. Aber noch lieber als über das Laufen rede ich über meine Familie.
Danke dir und Run ON!
Willi
Hallo Jürgen,
schön dass du schreibst.
OK RAAM alles klar. Ein paar Wochen später hat man jemanden aus diesen Höhen geboren. Also es war auf jeden Fall möglich und nicht lebensgefährlich denn es war nicht in der Todeszone!
Deine Zeilen sind hart aber herzlich denke ich. Ja wir werden alle sterben. Und manchmal eben direkt auch beim Sport….
Run ON!
Willi
Hi Stephan,
finde ich gut, dass du das emotional siehst. Denn schließlich ist es eine Hilfe die man unterlassen hat. So sehe ich es auch. Aber leider ist der Erfolg und der Stolz manchmal viel größer als man glaubt…
Der Veranstalter selbst hat sich nie zu dieser Tragödie geäußert. Aber von allen Todesopfern dort sind weit über 50% nur von dieser Agentur aus. Sollte zu denken geben. Denke nicht, dass man sich dort Hilfe erwarten kann.
Run ON!
Willi
Hallo Wolfgang,
danke für dein Feedback und deine ehrliche Meinung. Ja es ist eine schwierige Situation. Und auch weiß nicht wie es mir gegangen wäre. Aber aus der Entfernung und mit meiner Lebenseinstellung kann der Sport und Ziele NIE wichtiger sein als ein Menschenleben. Und wie man sieht sind aus diesen Höhen oftmals Menschen gerettet worden. Nur diesmal nicht…
Run ON!
Willi
Hallo Patrick,
danke für den Buchtip. Werde ich mir mal als Hörbuch bestellen. Hört sich sehr interessant an.
Gruss
Jürgen
Hallo Willi,
herzlichen Dank für diesen PodCast. Er hat mich sehr bewegt und zum Nachdenken gebracht. Aus meiner Sicht sehe ich es auch so, dass ich alles unternommen hätte, um David Sharp zu helfen. Jedoch weiss ich nicht, ob wir wirklich in der Lage sind diese Situation zu beurteilen. Zum einen hatten alle ein ganz klares Ziel und sicherlich alles um sich rum ausgeblendet, zum anderen, wie es auch schon von anderen beschrieben wurde geschah es auf 8000 m Höhe unter extremsten Bedingungen.
Generell denke ich hätte ich den Gipfel sicherlich auch nicht geniesen können und es würde mich ein Leben lang beschäftigen hier nicht geholfen zu haben. Schon alleine deswegen sage ich jetzt ich hätte was unternommen.
Extremsituationen denke ich kann man jedoch als Aussenstehender nicht wirklich beurteilen.
Ich möchte hier kurz eine Analogie zu Krebspatienten ziehen. Eine mir sehr nahestehende Person ist vor ein paar Jahren an Krebs verstorben. Diese Person hat während der Krankheit eine für mich unvorstellbare Kraft entwickelt, um diese zu ertragen. Selbst als nahestehende Person konnte ich das nicht immer nachvollziehen und habe die Person sehr dafür bewundert. Es hat mich jedoch auch immer wieder zum Nachdenken gebracht und ich selbst konnte mir das so nicht vorstellen.
Doch jetzt genug über Extremsituationen und traurige Szenen. Man sollte jeden Tag dafür dankbar sein, dass man Gesund ist und versuchen das Beste für seinen Mitmenschen und einen selbst zu bewirken.
Zu Punkt 3 kann ich auch nur sagen, alles was übertrieben wird, zu einseitig ist, ist auf die Dauer schädlich für andere Bereiche. Auf der anderen Seite muss man, wenn man gut in einer Sache sein will auch einen klaren Fokus und klare Ziele haben und diese dann auch verfolgen.
Für mich ist auch die Familie das wichtigste überhaupt (Fokus #1).
RunOn
Jürgen
PS: Willi ich hoffe, dass die PodCasts auch mal wieder länger werden. Bei all meinen anderen PodCasts liebe ich die 15 -- 20 min. Dein PodCast darf ruhig auch eine Stunde lang sein. War noch garnie langweilig.
Vielen Dank Jürgen und Willi,sag ja da is des Hirn wohl aus da oben.
Muessen 30 Leute gewesen,die dort oben echt überfordert waren.
Die hatten doch seile dabei und nach unten gings doch auch die ganze Zeit.
OK-Kann ich nicht kapieren.Tschau……
Willi, noch ein kurzer Zusatz. Ich denke das Bild von Christian Schiester mit den Schatten ist nicht das aus der Realsituation.
Mir gefällt das Buch im übrigen sehr, sehr gut. Wunderschöne eindrückliche Bilder.
RunOn Gruss
Jürgen
Hallo Wolfgang, hallo Willi,
ein emotionales Thema und letztlich müssen wir doch aber alle mal eines klarstellen. David Sharp hat sich selbst in diese tödliche Gefahr begeben. Wenn er dazu eine Agentur auswählt, bei der schon so viele Todesopfer zu beklagen sind, dann ist seine Entscheidung noch weniger zu verstehen und auch zu verurteilen. Man stellt hier 30 Leute an den Pranger, die……und ich sags nochmal…..in einer extrem lebensfeindlichen Umgebung einem Menschen zwar Beistand aber keine Rettung gegeben haben……wobei weder klar ist, ob er dieses wollte (Stichwort wieso sagte er seinen Namen und nicht dass er gerettet werden will…….) noch dazu in seinem Zustand überhaupt eine realistische Chance gewesen wäre. Sie werden an den Pranger gestellt, obwohl sie weder was dafür können, dass David sich in diese Situation selbst manövriert hat, noch interessert es jemanden ob sie vielleicht bei einem Rettungsversuch selbst draufgegangen wären. Als toter Held kann man sich nichts kaufen. Und nur das Argument, dass da oben schon mal einer…..wohlgemerkt EINER….von da oben gerettet wurde, heißt für mich nicht, dass es automatisch auf jeden anderen Fall zu kopieren ist. Wir tun uns leicht hier diese 30 Leute zu verurteilen, aber ich denke wir tun ihnen unrecht. Wie Du Wolfgang es so treffend sagst……so daheim auf dem Sofa sitzend und die Situation im Nachhinein analysierend (hinterher ist man ja immer schlauer) bin ich auch der Ansicht dass man es hätte versuchen können. Wie ich ja aber schon geschrieben hatte……die Leute saßen nicht auf dem Sofa……die waren bei fast minus 30°C, in weit über 8000 Metern Höhe und am oberen Limit Ihrer Leistungsfähigkeit und mussten dort entscheiden………und zumindest ich lege trotz meiner wirklich emotionalen Gefühle für David nicht die Hand ins Feuer, dass ich in dieser Situation geholfen hätte…….wohlgemerkt…..wenn es für ihn überhaupt eine Hilfe gab.
Es gibt so viele Situationen wo Menschen nicht geholfen wurde (z.b. an Bahnhöfen wo irgendwelche Chaoten einen Menschen zu Tode treten) und wo man wirklich bei hunderten umherstehenden Menschen unterlassene Hilfeleistung vorwerfen muss…….hier……würde ich als Richter (Gott sei Dank bin ich keiner) ganz klar von diesem Vorwurf freisprechen…….aus den oben erwähnten Gründen.
viele Grüße
Jürgen
Hallo Namensvetter,
Deinen Kommentar kann ich sehr zustimmen……Was ich dazu zu sagen/schreiben habe, habe ich aber bereits losgelassen. Es wird letztlich einfach immer ein pro und contra sein……die einen meinen sie hätten geholfen……beachten aber nicht in welcher Situation sich das ganze abgespielt hat und ein paar wenige geben offen zu, sie hätten es auch nicht versucht. Je mehr ich drüber nachdenke, muss ich zugeben, mich zu diesen letzten zu zählen……wohlgemerkt, unter Berücksichtigung und Hineindenken in die Situation auf diesem Berg. Nicht umsonst liegt David noch heute dort oben………zusammen mit zig anderen…..Wenn es so einfach wäre jemand da oben runterzutragen…..hätte man dies längst getan…..um ihn und die anderen zu beerdigen…oder ? Naja….ich ereifere mich ein bischen, aber das ganze berührt mich doch ziemlich stark, denn aus meiner Sicht kommt der Veranstalter dieser Expedition fast ungeschoren davon……und trägt aber aus meiner Sicht eine sehr hohe Schuld.
Viele Grüße
Jürgen
Ein interessanter Beitrag und eine spannende Diskussion.
Wenn ich Bergsteiger richtig verstehe, dann gibt es eine Art Verabredung darauf, dass der Einzelne niemals das Überleben der Gruppe gefährden darf. Ob und wie eine Rettung möglich gewesen wäre, vermag ich nicht zu beurteilen. Wahrscheinlich wäre sie nur unter größten Risiken möglich gewesen.
Vor ein paar Jahren hatte ich das große Glück in fast 6.000 m Höhe auf dem Cotopaxi in Ecuador zu stehen und habe seither einen Hauch von einer Ahnung davon, was sich auf so einem Gletscher abspielt. Es ist rational nicht mehr fassbar. Ob du es glaubst oder nicht, auf dem Gipfel hoch über den Anden angekommen, hätte ich in großer Zufriedenheit sterben können. Es wäre o.k. gewesen, aber nur für mich und das war mir dann doch etwas zu egoistisch
Nach einer Nacht im Eis, voller Sterne und mehr Sternschnuppen als man Wünsche haben kann, vollkommen dehydriert, unterzuckert, ausgepowert und bei 5 Atemzügen für einen fühlt sich nichts mehr so an wie unten im Tal. Kein Gedanke ist mehr vernünftig und ich glaube, dass ich die erfolgreichen Besteigung mehr meinem Tour-Guide als mir selbst zu verdanken habe. Und das war bezogen auf den Himalaya nicht einmal Basislager-Niveau…
Ich finde es gut, dass du solche Themen aufgreifst. Urteilen sollten wir besser nicht darüber.
Eine tolle Diskussion ist hier entstanden. Wer auf den Everest will (dazu allein) ist sich bereits im Basislager bewusst, dass er sterben kann. Der Einzelne darf die Gruppe nicht gefährden. So ist es! Schon gar nicht wenn er nicht darum bittet. Auch die Agentur kann nicht verurteilt werden denn dann muss ich auch meinen Vorschreiber fragen, warum sein Tour-Guide ihn in so schlechtem Zustand (dehydriert, Unterzucker) auf den Gipfel gedrängt hat. Das sind ja die zwei vermeidbarsten Probleme überhaupt. Eigenverantwortung ist hier glaub ich das Hauptthema. Ich mache was, ich trage die Konsequenzen.
Danke Mathias für Deinen Beitrag, der mir aus dem Herzen spricht……
Viele Grüße
Jürgen
Hallo Mathias,
danke für Deinen Beitrag, und vor allem für Deine Erfahrungen -- ich kann mich Jürgen nur anschliessen!
Liebe Grüsse,
Wolfgang
Hallo Jürgen,
danke für deine Meinung dazu. Wir haben die gleiche Gesinnung. Denn auch für mich ist klarerweise die Familie No.1. Dein Kommentar habe ich vor der Produktion des neuen Podcasts gelesen. Dein Wunsch war mir Befehl und nun ist er wieder länger. Dachte mir, dass zu lange Podcasts nicht ideal sind. Aber wie man bei dir und anderen Hörern sieht ist es genau umgekehrt.
Run ON!
Willi
Ein tiefgehender und höchst menschlicher Podcast. Willi, das macht Deine Podcasts so besonders!
Es ist mir absolut schleierhaft, wie die beiden Sportler seinerzeit wohlwissend, dass gerade im letzten, härtesten Abschnitt mit Schneefall zu rechnen war, als Bekleidung nur Trägershirt und kurze Hose, die sie trugen bei sich hatten. Außerdem wäre ein Abbruch vor diesem Abschnitt bequem möglich gewesen, da die erste Zeitnahme vor diesem Abschnitt bereits erfolgt und man von dort mit Bergbahnen zurück kommt.
Diese Menschen sind natürlich im Wettkampf extrem gefährdet.

Zu der Sache mit den Bergsteigern kann ich wenig sagen. Ich denke, dass man den Bergsteiger-Sport und dessen Codex kennen muss, um die Situation einigermaßen einschätzen zu können.
Was mich sehr angesprochen hat, war Dein Appell an eine vernüntige Grundeinstellung zum Laufsport -- in sportlicher und auch sozialer Hinsicht.
Wieviel Zeit man für den Sport von seiner Familien oder seiner Partnerschaft “abziehen” kann, ist sowieso absolut individuell, aber aus meiner Sicht auch davon abhängig, wieviel man dadurch auch wieder zurückgeben kann. Seit ich regelmäßig laufe, bin ich ausgeglichener und kann vor allem mit Stress viel gelassener umgehen. Dieser Effekt hätte sich aber bestimmt nicht eingestellt, wenn ich es übertrieben hätte.
Was die Risikobereitschaft betrifft, so sehe ich es wie in vielen anderen Bereichen des Lebens. Schon beim Auto oder Motorrad fahren überschätzen sich Menschen und kommen dadurch zu Schaden oder im Extremfall zu tode. Beim Sport ist es insofern vielleicht etwas schwieriger, als dass das Risiko nicht immer so sichtbar auf der Hand liegt, weil Sport ja bekanntlich “gesund” ist.
Trotzdem bin ich als erwachsener Mensch immer gefragt, meinen Verstand einzusetzen. Willi, Du sprachst auch die beiden Todesfälle beim Zugspitz Extrem Berglauf an. Ich habe dieses Jahr selbst an diesem Wettkampf teilgenommen und habe mir somit einen direkten Eindruck von den “Rahmenbedingungen” machen können.
Genauso wenig verstehe ich Personen aus meinem Bekanntenkreis, die unbedingt mal einen Marathon laufen wollen und sich als gestandener Raucher und bisherige Nichtläufer gerade mal 6 Monate darauf vorbereiten. Das sind dann die Kandidaten, von denen Du sprachst.
Letzendlich entscheidet ohnehin jeder für sich, welches Risiko er eingeht. Was mich allerdings ärgert ist, dass unvernünftige Menschen andere evtl. auch gefährden oder zumindest dem Sport unnötig in Verruf bringen.
Ich bekam das zu spüren, als ich im Familienkreis meine Teilnahme am Zugspitzlauf bekannt gab. “Was, da willst Du teilnehmen? Da sind doch Läufer gestorben! Muss es denn unbedingt so ein ‘gefährlicher’ Lauf sein?”.
Das ist dann das, was bei den meisten hängen bleibt. Sicher ist ein solcher Wettkampf nicht ohne Risiko, aber mit ein Bisschen Vernunft wird das Riskiko nicht größer als im normalen Wahnsinn des Straßenverkehrs.
Klar steigt der Kick mit dem Risiko, aber ab einer gewissen Risikobereitschaft kann man hinterher nicht mehr von einer Tragödie sprechen. Wenn ich beim Roulette alles auf die 0 setze und verliere, kann ich auch kein Mitleid erwarten, oder?
Also Willi vielen Dank noch einmal, für Dein Appell! Das Gesunde Maß kommt einem nur allzuoft abhanden …
Viele Grüße an alle
Frank
Hallo Frank,
danke für diese Rückmeldung. Manchmal muss ich mich selbst auf meine Stärken besinnen. Ja, ich bin nicht der Sportprofessor. Die menschlichen Züge machen es aus. Und darum werde ich in den nächsten Ausgaben noch stärker darauf schauen. So eine Rückmeldung von dir hilft mir. Danke.
Das Zurückgeben der Zeit ist genau mein Ansatz. Hör’ dir mal den neuen Podcast an. Genau darüber spreche ich auch. Das ist ein wichtiger Grundpfeiler für mich. Hier der neue Podcast: http://www.runningwilli.com/allgemein/59-zeitmanagement-fuer-laeufer/
Bei deinen Zeilen über den Zugspitzenlauf stellt es mir die Haare auf! Echt! Nun kapiere ich die Läuferwelt nicht mehr. Auch bei mir kann ich solche Züge feststellen. Ich bin manchmal bescheuert. Ja, das bin ich. Aber ich hätte dort wohl aufgegeben. Denn ich möchte meine Frau nicht als Witwe zurücklassen. Eigentlich dürfte ich gar nicht mehr leben. Nach meinem Autounfall am 17. Feber 2009 hat sich vieles geändert. Ich bin mit 130 km/h (!) gegen die Mauer gefahren. Und dann wurde ich noch von einem Sattelschlepper gerammt. Und ich habe überlebt! Und das war aber ohne mein eigenes Verschulden. Nun wie sollte meine Frau jemals das meinen Kindern erklären, dass ich beim Zugspitzenlauf mit so einer lächerlichen Bekleidung verstorben bin. Unverständlich……
Deine Einstellung gefällt mir sehr! Wir sind wohl aus dem gleichen Holz geschnitzt. Mittlerweile sagt meine Umgebung auch, dass das nicht mehr gesund sein kann was ich mache. Was, 6x laufen soll nicht gesund sein? Aber 20 Stunden TV sehen schon, oder? Aber essen bis zum Umfallen schon, oder? ….. Es kommt auf die Vorbereitung an. Immer wieder fragen mich Leute warum ich keinen Marathon laufe. Weil ich nicht ausreichend darauf vorbereitet bin. Und weil meine Ziele nun auf Speed im Halbmarathon sind. Aber in den nächsten Jahren werde ich einen Marathon laufen. Aber da bin ich dann in einer guten Verfassung.
Weißt du, dass das richtige Maß das Schwierigste ist? Man kann leicht mal etwas ganz weglassen oder extrem machen. Aber das richtige Maß ist sehr sehr schwer. Und ich muss täglich an dieser Schwäche arbeiten…..
Danke für deine netten Zeilen hier als Kommentar und deine e-Mail die ich auch schon beantwortet habe.
Run ON!
Willi
….und wenn sie geschenkt sind…..die “billigen Sonnenbrillen”……..ich klicke den Werbelink nicht an…..
Dein Podcast bzw. die Geschichte um David Sharp hat mich sehr bewegt. Erst war ich der gleichen Meinung wie du Willi. Es kann doch nicht sein, dass 40 Bergsteiger nicht in der Lage sind, den Mann zu retten… Darum habe ich einige Berichte zu diesem speziellen Thema gelesen. Aber inzwischen bin ich der Meinung, dass wir eigentlich bei diesem Thema gar nicht mitreden können, da wir uns ja gar nicht vorstellen können wie es da oben ist. Ich meine, darüber dürfen öffentlich nur erfahrene Bergsteiger diskutieren…
Gruß
Thomas D.
Ich denke nicht, dass wir darüber nicht reden dürfen. Wir müssen es sogar. Denn warum nicht? Ich habe eine Meinung dazu und die tue ich auch kund. Es ist meine Meinung. Das Schlimmste in der heutigen Welt ist ja, dass man keine Meinung mehr hat. Nur weil man denkt, dass es nicht jedem passen würde.
Run ON!
Willi